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Maritim Hotel Reichshof Hamburg – Oldschool kann so spannend sein

oder ein Katzensprung vom Bahnhof steht Geschichte pur

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Normalerweise suche ich mir in Hamburg immer Hotels direkt an der Reeperbahn, weil in der Regel dort die Veranstaltungen stattfinden, aber in dem Fall hab ich mal einem guten Bekannten vertraut und das „alte“ Maritim Hotel Reichshof Hamburg getestet. Es war einfach aus logistischer Sicht deutlich klüger… und eben einen Katzensprung vom Bahnhof gelegen. Schon beim Betreten der heiligen Hallen schwappte mir eine ordentliche Portion Historie entgegen. Nicht piefig und erst recht nicht verstaubt… eher der Glamour der guten alten 30-50ziger, als Empfangshallen noch als solche erkennbar waren. Eine erste Ernüchterung traf mich allerdings als mein gebuchtes Zimmer aus überirdischen Gründen nicht gefunden wurde. Wäre das Hotel nun ausgebucht gewesen – hätte ich wahrscheinlich ein Fass aufgemacht aber so.. bekam ich eben irgendein sogar günstigeres Zimmer zugeteilt. Ein wenig nagte zwar der Zweifel an meiner Hirnrinde, weil ich eben auch keine Buchungsbestätigung mehr gefunden hatte. Ob der Gevatter Alzheimer da seine Hände im Spiel hatte? Die Auflösung folgt.

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Nun denn … den ordentlichen echten Schlüssel gegriffen und mit dem prunkvoll ausgekleideten Fahrstuhl in die fünfte Etage geschwebt. Dort angekommen ein paar Ecken und Gänge durchwandert um dann am hintersten Ende eine Tür zu öffnen, die ein wirklich üppiges Zimmer verschloss. Großes Bad und genug Raum für all mein Travestiekram. Das der Fernseher noch ’ne Röhre hatte störte mich wenig. Meine Tochter hätte wahrscheinlich gefragt warum dieses Gerät so eine Beule hinten hat aber ick fands irgendwie „Charming“… Nach einem kurzem Abstecher in das Kuchenkaffee, in dem das Personal eine Schulestunde zum Thema „Dienstleister“ verdient hätte, gings nach dreistündiger Bauernmalerei auch gleich zum Event. Aber nicht ohne einen Blick in das geschichtsträchtige Hotelrestaurant zu werfen. Ick sage nur WOW… das hatte was vom verschwundenen Bernsteinzimmer .. oder zumindest vom Ballsaal der gesunkenen Titanic oder einfach von beidem. Das Maritim Reichhof Hotel glänzte mit Reliquien vergangener Epochen.

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Nach meiner Rückkehr und der Frage nach dem Schlüssel, klärten sich die Irrungen und Wirrungen vom Anfang dann doch noch auf… die verlorene Buchung, bzw. der verlorene Zettel lag einfach in der Ablage X. Naja.. kann ja mal vorkommen. Weniger lustig fand ich allerdings die Aktion beim Auschecken. Denn statt mir das neu zugewiesene Zimmer zu berechnen, was aus unerklärlichem Grund 13 EUR weniger kostete, berechnete mir die gleiche Trantüte vom Vortag die Onlinebuchung. Auf meine Frage warum, hieß es, das ginge nicht anders. Tse tse tse… Wenn nicht der Absacker am Vorabend, in der ebenfalls großartigen hoteleigenen Bar so wunderbar gewesen wäre.. dann hätte ich mich jetzt hinreissen lassen, die schönen Dinge einfach zu vergessen 😉 und nur das Service-Personal aufs Korn zu nehmen… Wobei… ich glaube ich diskutierte mit der Rezeption deswegen nicht mehr weiter, weil sie lustigerweise nach einem Autogramm von mir, für die deutlich fähigere Nachschicht fragte… Naja.. da hatte ’se mich wohl an den E…..n 😉 … abgesehen davon war ick zu müde um zu streiten…. Fazit: Das Maritim Hotel Reichshof in Hamburg ist eine Empfehlung. Gute Betten, gute Zimmer, unglaubliches Retroambiente, einmaliges Restaurant, wunderbare Bar samt sensationellen Barkeeper… doch das Servicepersonal verdient eine eingehende Schulung 😉

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