Dienstag, 28. September 2021
Allgemein

Männer weinen nicht…. von wegen!

oder intensiv, beklemmend, traurig, realistisch – ansehen!

So… ich hab nun wiedermal einen Queerfilm gesehen – Boys don’t cry. Einen mit vielen Auszeichnungen, einen mit einem Oscar für Hilary Swank. Einen der auf einer wahren Begebenheit beruht…. aber einen der auch ziemlich runterzieht. Einen, der eine leider noch oft praktizierte Realität knallhart visualisiert.Ok hier mal eine kurze Abhandlung:Teena Renae Brandon ist eine junge Frau. Sie findet sich seit Ihrer Geburt im falschen Geschlecht wieder und kleidet sich daher als Mann, um die gefühlte Identität auszuleben. Als Brandon Teena verlässt er seinen Heimatort, um endlich ein neues Leben zu beginnen. In einem kleinen Ort freundet er sich mit einer Clique um John, Tom, Candace, Kate und Lana an. Â blog_boyscry.jpg

Bald darauf ist er in der Clique akzeptiert und verliebt sich in Lana. Er verheimlicht seinen neuen “Freunden” seine wahre Identität. Als sein wahres Geschlecht bekannt wird, endet die Freundschaft zunächst in Beleidigungen, denen bald die Vergewaltigung Teenas und letztendlich ihre Ermordung folgen.

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Regisseurin Kimberly Peirce zeigt einen harten, schmutzigen Film und es dabei geschafft, die Akteure extrem realistisch zu schildern. Das Opfer Brandon/Teena ist keine Heilige und ihre Täter keine mordenden Bestien, denn Ihre Intoleranz besteht aus einer Art Hilflosigkeit. “Boys Don’t Cry” ist weder ein Coming-Out-Film noch ein Aufklärungsstreifen zum Thema Transsexualität, sondern zeigt mehr oder weniger Jugendliche auf der Suche…. nach ihrem selbst… doch in diesem Fall schafft es keiner der Beteiligten, sich seinen kleinen Traum zu verwirklichen. Die Tatsache, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht, machte meine Beklemmung noch größer.

blog_boyscry03.jpg  Der Film zeigt die kurzlebige, brutale und harte Realität eines Menschen in einer sogenannten sexuellen Identitätskrise. Eine Realität die alles andere als schön ist… eine Realität die bei soviel Intoleranz nur zu einem schlimmen Ende führen kann…. Nach wie vor stehe ich auf dem Standpunkt das es dem Menschen frei stehen sollte wie er lebt, was er tut, solange er einem anderen keinen Schaden zuführt. Doch leider ist das immer noch keine Selbstverständlichkeit. Die Tatsache das es immer noch Menschen gibt die meinen sie seien auserwählt über die Verhaltenweisen und Ansichten anderer zu bestimmen und zu urteilen ist traurig. Klar es wird immer ein bißchen besser… aber eben nur ein bißchen……

Mein Fazit zu dem Film ist ein ganz einfaches. Schaut ihn Euch an. Hilary Swank spielt so überzeugend das es weh tut. Gut der Film ist wie viele solcher Filme eine Tragödie aber er hat viele emotionale Bilder, Stimmungen und Gedanken zum Thema Genderchange….

Eine nachdenkliche Sheila