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MANEO Gala Stars & Lights 2015

oder ein offenes Ohr gegen Diskriminierung und Gewalt jeder Art

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Große Galas können manchmal etwas langatmig und trocken wirken oder sie können furchtbar dilettantisch hingerotzt werden. Auf das 25jährige Jubiläum von MANEO bzw. 30 Jahre Manometer trifft beides NICHT zu. Vor nahezu ausverkauftem TIPI am Kanzleramt wurde eine hervorragende Mischung aus Unterhaltung und Preisverleihung präsentiert und das mit einem absolut spannendem Leitfaden. Dieser hatte historische Wurzeln und war mir aus meiner Jugend noch sehr vertraut. Das gute alte Plastiktelefon in einem schmucken Beigegrau war der Headliner und gleichzeitig rote Faden des Abends. Denn dort werden kaum lösbare Probleme gelöst und es dient als Anlaufstelle für Opfer homophober, transphober, rassistischer oder antisemitischer Gewalt. Ich selber bin natürlich auch schon einige Male genug diffamiert und beleidigt worden aber glücklicherweise kam es nie zum äussersten. Dahingegen waren die Stories die aus dem Telefon kamen mehr als erschreckend.

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Die Gewaltbereitschaft gegen scheinbar „Fremdes“ wächst und genau deswegen muß MANEO weitermachen. Mehrere Redner träumten zwar von einer Zukunft ohne MANEO – nicht weil sie die Leistung dieses stark ehrenamtlich unterstützten Vereins nicht mochten – sondern weil es Maneo nicht mehr braucht, wenn es in unserer Welt friedlicher zugehen würde. Leider entfernen wir uns in letzter Zeit mehr davon als mir lieb ist. Da empfindet man es schon als großes Glück wenn einem der Tischnachbar freundlich entgegnet. Denn aus Freundlichkeit kann wie in diesem Fall schnell Sympatie werden!

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Neben dem wunderbaren Tim Fischer und Maren Kroyman plus Band durfte natürlich Sven Ratzke und Charly Zastrau nicht fehlen. Schließlich beging er tags darauf seine STARMAN Premiere im selben Zelt – die im übrigen absolut sehenswert war und noch diesen Samstag und Sonntag ist. Dann kam es zur Preisverleihung an unseren Bürgermeister a.D. Nach einer brennenden Laudatio seiner Schweizer Kollegin Corine Mauch, die immer wieder den berühmten Satz „ich bin schwul… “ zitierte trat er auf die Bühne. Trotz etwas schwerer Zunge  (woher die wohl kam ;)) schaffte er es wieder mich noch immer zu begeistern. Manch einer mag seine Art hin und wieder etwas überheblich empfinden aber reden und begeistern kann der Mann, der am Schluß den Preis seinem Mann widmete. Ist es nicht genau das, was dieses Land braucht? Begeisterung! Typen die immer nur plappern wie der Wind weht helfen niemanden.

Letztendlich war es eine spannende MANEO Stars & Lights Gala mit vielen erhellenden Worten, einem Hauch an Hoffnung auch für Polen, sehr gemischten musikalischen Beiträgen, die allesamt nicht zu lang waren und einem bedeutenden Zeitzeugen: dem Nottelefon. Einzig der als Mario Barth für intellektuelle angekündigte Komiker verlor tatsächlich mitten im Witz sowas von den Faden, das er freiwillig abgang. Pech für ihn, Glück für uns ;). Wenn es im nächsten Jahr wieder heißt … MANEO Stars und Light 2016 solltet ihr Euch fix die Karten reservieren. Einmal weil ihr damit die ehrenamtliche Arbeit unterstützt und zweitens weil ihr wirklich ein tolles Programm, für kleines Geld bekommt. Ich bin gespannt ob die Künstler gegen Aids 2015 im kommenden November da mithalten kann… Ach und eines hätte ich noch anzumerken. Es wäre doch am Schluß eine tolle Geste gewesen, wenn man allen ehrenamtlichen Anwesenden zu einem Gruppenbild auf die Bühne geholt hätte… statt ihnen dreifach zu danken. Worte verhallen nämlich leider – Bilder sind für die Ewigkeit – zumindest im Netz, denn die NSA speichert alles…. 😉

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