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Linie 8 Premiere im BKA mit Ades Zabel, Biggy van Blond und Bob Schneider

oder Neuköllner Momente …

Berlin hatte früher mal einen Bezirk in dem keene Sau leben wollte, zumindest nicht wenn man sich für watt besseres gehalten hat. Neukölln gehörte dem Proletariat plus einer kleinen Anzahl von türkischen Mitstreitern, die sich trauten die Grenzen von Kreuzberg zu überschreiten. Zu einer Zeit in der Döner Kebap als exklusive kulinarische Fleischspeise gehandelt wurde und die Preise aufgrund eines gewissen Überangebots nicht im Keller lagen, gehörte Neukölln noch den Ur-Neuköllnern. Das war in einer Zeit bevor Bezirksbürgermeister sich mit medialer Präsenz ins Rampenlicht mogelten und die Rütlischule nur eine ganz einfache Hauptschule war, deren Schulhof unmittelbar an meinen Schulhof grenzte. Neukölln hatte dazu auch noch viele tolle Plätze. Ich erinner mich gern an die Minigolfbahn auf der Sonnenallee oder den kleinen Kiosk, der mir immer meine Ypshefte und später die John Sinclair Romane verkaufte. Ja früher war alles besser…

Und genau darum geht es in LINIE 8, dem neuen Musical von und mit Ades Zabel, Biggy van Blond und Bob Schneider alias Jutta… oder wie es auf den Flyern liebevoll genannt wird: Neuköllnical. In einer grandiosen Mischung aus Videoeinspielern, Gesang und Schauspiel wird eine Ode an das Neukölln vergangener Tage zelebriert, ohne Immobilienspekulation, ohne Hype und ganz ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Eben Neukölln live und in Farbe und vor allem anderen – in richtig LUSTICH. Ich weiß gar nicht wann ich das letzte Mal in einem Musical so unterhalten wurde… doch ich weiß es …. „Kein Pardon“ war das… die riesige Produktion mit tollen Specialeffects und bekannter Geschichte. Linie 8 steht diesem Musical in keinster Weise nach. So unglaublich einfallsreich in jeder Beziehung, mit Hingabe zum Detail und mit vollem Körpereinsatz gespielt, beweist das neue Musical im BKA Theater das fünf Neukölln Fans der ersten Stunde ihrem Bezirk ein Liebeslied darbieten können und dabei dem Zuschauer zu hundert Prozent mitnehmen. Ick meine ick hab so laut und vor allem tief gelacht das der Herr zu meiner linken dauernd verwirrt auf meine Brüste schaute… *loool*… Neugetextete Musik Klassiker aus den Achtzigern, Kostüme wie z.B. sportgebrandete Burkas und immer wieder die zauberhaften Videoeinspieler die in Zusammenarbeit mit der BVG entstanden, machen einfach Spaß… so viel Spaß das ich zu 110% nochmal in das Musical gehen werde.

Ades Zabel, Biggy van Blond, Bob Schneider, Nicolai Tegeler & Stefan Kuschner und natürlich all jene Personen die an der Entstehung mitgewirkt haben sind in Berlin absolut kult und längst aus der Nische der sogenannten Trashszene herausgewachsen. Und trotzdem das Neuköllnical chereografisch durchgeplant war, waren es gerade die kleinen Fehler, die die Bühnencrew mit soviel Professionalität charmant ins Programm einbauten und mich komplett aus dem Häuschen brachten … und das schon nach den ersten eineinhalb Stunden. Nach der zweiten Halbzeit war mir neben der persönlichen Beziehung zu dem Stück klar.. dieses kulturelle Kleinod muß ick Euch empfehlen – mit Nachdruck und Hingebung. GEHT DA REIN !! Rennt also so schnell es geht ins tolle BKA Theater in den Mehringdamm und genießt ein Feuerwerk der Ideen um soziale Brennpunkte, BVG-Probleme, Migranten und meiner Jugendliebe.. dem Neuköllner HERMANNPLATZ 🙂

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2 COMMENTS
  1. Nellie deLuxe

    …Schatzi Du machst mir Angst!

    Nein nicht mit Deinem Bericht – der wiedermal sehr informativ ist!
    Aber mit der Tatsache das DU noch meene heiß geliebten YPS-Hefte kennst!!! 😀

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