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Lilly Wonderland Burlesque Bar sagt zum Abschied laut servus…

oder steter Tropfen höhlt den Stein

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Manche Ideen brauchen Zeit. Manche Möglichkeiten sind begrenzt. Und manchmal hilft die Hoffnung einfach doch nicht… das Lillys Wonderland Cabaret in Köpenick schließt seine Pforten und wird nach der Sommerpause nicht wieder geöffnet. Nach meinem ersten Besuch im Lillys war ich maßlos enttäuscht. Wenig Atmosphäre und dazu noch JWD von Berlin… ABER… meine damals geschriebenen Worte wurden gelesen und sich zu Herz genommen – sowatt finde ick partout schon mal toll. Schon beim zweiten Besuch war alles deutlich besser und letztendlich ist mir der kleine Laden echt ans Herz gewachsen. Warum?.. Nun… weil dort keine elitären abgehobenen Möchtegerns hinter der Bar standen und sich sonstwas einbildeten, sondern weil es einfach Menschen waren – mit Fehlern aber auch Vorzügen…. und vor allen weil man sich verlassen konnte. Nicht alles war im Lillys optimal und nicht jede Idee z.B. in der weiteren Vermarktung wurde konsequent umgesetzt, dennoch glaube ich das es Herzblut war, was guterletzt vergossen wurde.

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Eine solche Geschäftsidee steht und fällt mit der Anzahl der Besucher. Ich habe selten ein Gast unzufrieden gehen sehen.. aber die Mundpropaganda und der teilweise angeschlagene Ruf in der Berliner Burlesque Szene, gepaart mit der schlechten Lage taten offenbar nicht gut. Irgendwann hat man als Veranstalter einfach die Nase voll. Ich kann das gut nachvollziehen, denn auch ich habe ein paar Begegnungen der „dritten Art“ mit Performern und Locations erlebt – natürlich auch mit Veranstaltern und mich selbst klammere ich da auch nicht aus. Wenn man die 40zig erklommen hat schwindet die Kompromissfähigkeit und andere Meinungen sind manchmal schwer zu verdauen, vor allem wenn eine Messlatte mit zweierlei Maß gewertet wird. Es gab Diskussionen über Honorare, es gab Diskussionen über verbale Fehltritte – ja es gab sogar Diskussionen über Boykott. Ein paar der Ausführungen, die auf einem geschlossenem Netzwerk geführt wurden unterstütze ich und doch muss ich sagen – HATTE ICH NIE DAS GEFÜHL das es dort irgendjemand schlecht ging oder die persönliche Integrität in Frage gestellt wurde.

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Im Gegenteil… anfänglich wurden die Herren und Damen Akteure sogar ins ferne Köpenick gefahren. Das letzte mal das ich mich mit schlechtem Gewissen hab fahren lassen war zum RBB Interview. Dort weiß ich aber auch, des es einen solchen Service für Gäste generell gibt. Egal wo ich sonst in Europa bin … als großes Wesen gelange ich IMMER an mein Ziel, zur Not auch mit den Öffentlichen…. Zuguterletzt gab es auch noch Kritik zur Bezahlung. Auch hier kann ich sagen, das mir unlängst von Kritikern der Gagen im Lillys ein unmoralisches Angeot gemacht wurde. Wenn ich für meine Teaserettes mal für nen Fuffi ’ne Nummer im WildatHeart mache… wohlgemerkt eine Performance…. dann ist das was anderes – ditt is meene Familie. (Ich selber habe nie wissentlich unter 80,00 EUR für eine Performerin/Act bezahlt und das ist schon wenig für den Aufwand). Wenn ich aber für eine Abendhosting mit Moderation solch ein Angebot bekomme.. dann liebe Leute glaube ich, läuft hier was falsch. Tut mir leid.. aber da hört der Spaß dann doch auf… Allein Fahrtkosten, Make-up, Accessoires würden diesen Betrag locker auffressen aber na gut… die Diskussion ist glaube ich langsam mal todgetreten.

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Zuguterletzt finde ich persönlich, das es sehr schade ist, das ein kleiner Laden wie das Lillys Wonderland es nicht geschafft hat, mit der „Subkultur“ zu punkten und ich wünsche beiden Besitzern nur das Beste und eine schnelle finanzielle Genesung – denn letztendlich waren sie es die NIE einen EURO an dem Laden verdient haben – im Gegenteil. Meinen Stagekitten Yuppi wünsche ich eine gute Zeit und hoffe ihn irgendwann nochmal wiederzusehen – wir waren nicht immer einer Meinung aber wen juckts – einzigartig war er trotzdem. Allen Performern die im Lillys Wonderland unter meinem Künstlermanagement aufgetreten sind, sage ich DANKESCHÖN und hoffe es hat Euch ein bisschen Spaß gemacht. Natürlich werde ich weiter für die TEASERETTES arbeiten und für die großen Shows Künstler suchen und bestimmt wird es eine 3. VAUDEVILLE VARIETY REVUE im Winter 2015/2016 geben, die von mir kuratiert wird… ansonsten sehen wir uns bestimmt auf eine der vielen Bühnen / Locations Berlins.

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1 COMMENT
  1. Lilly Tiger

    Schade. Ich persönlich habe ausschließlich gute Erinnerungen an Lillys Wonderland, habe seinen Wandel miterlebt und es immer geschafft, selbst hin- und auch wieder vom fernen Köpenick wegzukommen. Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute für die Zukunft. Servus.

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