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Life is a Cabaret – immer und immer wieder

oder eine Wiederaufnahme mit Überlänge und viel Emotionen

blog-cabaret-berlin-2013-04
© Petra Knickmeyer

Wiederaufnahmen sind immer etwas undankbar.. zumindest wenn es um die Medien geht. Selten stehen Wiederaufnahmen im Fokus der Berichterstattung, weil ja eben schonmal darüber berichtet wurde – ergo… es wird als alte Kamelle abgestempelt. Bei CABARET im Tipi ist das sogar schon die dritte Spielzeit in den Zelten, da kann man sich vorstellen das der Rummel gestern etwas zurückhaltender war. Nichtsdestotrotz war das Zelt gut gefüllt, um nicht zu sagen… rappelvoll. Gründe für einen Besuch dieses Musical gibt es viele. Sally Bowles wäre ein Beispiel aber auch Whoopi Goldberg, Kathy Bates und Roseanne Barr, die zwar nicht persönlich da waren, aber wenn man die Augen schließen würde, was wiederum ein Frevel wäre, dann könnte man glauben die Drei ständen hier in Berlin auf einer Bühne. Warum? Weil die deutsche Synchronstimme Regina Lemnitz als Frau Schneider eine gesangsstarke Rolle bedient.. und das wirklich wunderbar. Aber auch die Kit Kat Girls mit dem Conferencier Oliver Urbanski verzückten in gehobenen Maße. Alles in allem eine gelungene Wiederaufnahme und weit weg von einer langweiligen Wiederholung mit einigen Details, die ich entweder vergessen hatte oder die seit 2008 hinzugefügt wurde.

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© Rene du Vinage / www.redcarpetreports.de

Als da war z.B. eine ganz kleine Szene mit einer Eisenbahn, die unglaublich detailreich und liebevoll die Kulisse des Stückes bereicherte. Sowas ist einfach immer ein große Freude und bekam auch prompt Szenenapplaus. Zu den Kostümen der Zwanziger konnte man auch nur Standing Ovations geben, vor allem das Outfit von Sally Bowles alias Sophie Berner, die sich demnächst die Rolle mit Soap Darstellerin Lucy Scherer teilt, hat es mir wahnsinnig besorgt. Man könnte meinen da hat der Kostümbildner wirklich ausserordendlich tief in die Kupekenkiste gegriffen… dieser Mantel.. ein Traum. Allerdings sollte doch bitte jemand darauf achten das Nahtstrümpfe zb. bei Ms Bowles zumindest einigermaßen mittig sitzen… sonst empfehle ich doch die klassischen Burlesque Strümpfe ohne Naht… das sieht sonst echt ein bissl schräge aus ;-)… jaja… ick bin da echt eine Detailfetischistin. Das es in den Zwanzigern auch noch andere Bekleidungsstücke für die Dame von Welt gab als das allseits bekannte Fransenkleid (benannt nach Philipp K. Fransen <- sorry Insiderwitz ;) ) und eigentlich Flapper genannt, beweist nicht zuletzt die wunderbare Boheme Sauvage Partyreihe jedes Mal auf’s Neue. Also meine Damen … ein Besuch im Kit Kat Club im Tipi Zelt am Kanzleramt sollte unbedingt mit der Aufrüstung der Garderobe verbunden werden.. denn stilecht bewundert man dieses Muscial gleich noch ein bisschen besser :). Nicht besser aber genauso emotional war auch die Geschichte, die erneut das absurd kranke Gedankengut des Rassenhasses thematisiert und die ebenso gelebte politische Gleichgültigkeit Ende der 20er. Komischerweise findet man diese Politikverdrossenheit heute wieder. Sollte uns das wachrütteln? Also ich brauche keinen Idioten mehr der wieder Autobahnen baut und sich für die Krone der Schöpfung hält…

blog-cabaret-berlin-2013-02
© Jan Wirdeier

CABARET zeigt Berlin zu einer Zeit als Menschen kurz vor dem Abgrund standen… genau zu der Zeit ist der Emotionsausstoss am höchsten – also meine Gänsepelle hat das bestätigt. Prädikat: immer wieder reingehen und mitfühlen, tanzen, singen und bewundern. Leider konnte ich diesmal nicht trommelnd und jodelnd die Künstler feiern, da wir selber eine kleine Sideshow für den Nachgang vorbereitet hatten. Die Teaserettes featuring Sandy Beach und Moi mit Special Guest Ginger Synne. Ein kurzer kleener Mix aus Burlesque, Comedy und Tanz mit Feuer wurde leider ohne Feuer weil Regen, den schmausenden Gästen geboten und bekam sogar ein paar nette Worte ;)…. haha.. na ick sag mal so.. die kreischenden Fans aus Clubs wie Roadrunners, Bassy oder Wildatheart waren gestern schon Zuhause aber freundlich lächelnde Gesichter und der ein und andere ausgesprochene Schulterklopfer waren schon nett.

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