Do. Sep 19th, 2019

Liebe ohne Grenzen – klassisch, hybrid oder polyorgiastisch

oder Akzeptanzschranken hat jedes Partnerschaftskonzept

blog-gero-breloer-film

Die Gesellschaft ist ja im großen und ganzen ziemlich beschrankt… ohne Ä. Ein Teil an Partnerschaften werden mit Argusaugen untersucht und letztendlich nur unter Vorbehalt oder gar nicht akzeptiert. Ja… genau…. wir schreiben das Jahr 2013. Während die klassische Familie noch ein hohes Maß an Akzeptanz in der Gesellschaft erfährt.. egal wie krank die Hintergründe sind oder wie tief die Leiche im Keller verbuddelt ist, kämpfen gleichgeschlechtliche Partnerschaften noch immer um Anerkennung. Abgesehen davon drohen aktuelle Koalitionsverhandlungen zu scheitern, weil die CDU mit ihrer ideologisch blockierten Denkweise keinen Schritt nach vorne geht / gehen will. Doch auch bei der klassischen Verteilung gibt es feine Unterschiede ;) die wiederum hin und wieder ein Kopfschütteln, selbst bei jenen hervorrufen, die selber um die Anerkennung der queeren Partnerschaft buhlen.

Viele meiner Freunde wisses es bereits. Ein paar davon zweifeln noch immer … lool.. aber es ist so wie es ist. Auch nach fast 10 Jahren Travestie und Burlesque führe ich eine intakte Beziehung mit einer Frau – lebe eine buntes und spannendes Leben auf der Bühne und davor und liebe die Person, die ich vor fast 24 Jahren das erste Mal ausführen durfte. Wie das geht? – werde ich oft gefragt. Tja.. ich glaube es gibt dafür keine Patentlösung. Toleranz ist eine – Akzeptanz, Respekt vor seinem Gegenüber eine andere Erklärung… die eigentliche Lösung ist aber Kompromissbereitschaft. Ich glaube wenn man zu lange alleine lebt, verhärten sich die Knoten im Kopf und man geht weniger gern Kompromisse ein. Klar.. nun hab ich gut reden, bin ja unter der Haube… aber Resignation ist auch keine Alternative. Selbst meine Mutter hat nach einem schmerzlichen unwiederbringbaren Verlust, keinen Weg unversucht gelassen, um Ihrem Leben eine neue Aufgabe zu geben. Sogar die Onlinebörse Parship wurde aufgesucht – die ein breites Spektrum an multigeschlechtlichen Alternativen bietet, also jetzt nich für meene Mutter aber generell ;).  Ich denke eine Partnerschaft – egal ob Hetero, Homo, Bi oder Polysexuell ist eine Aufgabe, die einem jeden Tag neue Herausforderungen abringt.

Ein kleiner Film von Gero Breloer und einem tollen Team blickt ein kleines bisschen hinter die Kulissen…

3-Tage-DSLR-Film-Workshop in Berlin mit Gero Breloer: Sheila Wolf Queerlesque – Burlesque Entertainerin from Gero Breloer on Vimeo.

Ich freue mich jedenfalls immer wieder wenn ich in den Köppen der Leute das rattern sehe. Wenn ich als Wolf auf Menschen treffe, die Sheila kennen, amüsier ick mich, weil sie denken – ich hätte meine äussere Form tatsächlich dem weiblichen Geschlecht angepasst und wenn ich als Sheila auf Menschen treffe, die meine Heterosexualität nicht in den Kopp bekommen, gehts mir genauso. Grenzen aufzusprengen – vor allem im Kopp ist der liebste Freizeitsport und regt unheimlich die zwischenmenschliche Kommunikation an. Und seien wir mal ehrlich, wen interessiert es eigentlich, wer wen liebt? Ob fester Partner, umtriebiger Single, homo-, hetero- oder bisexuell, Transgender, monogam oder polysexuell – ist doch wurscht. Was geht es andere Leute an? Solange man glücklich ist und Beziehungen ehrlich und einvernehmlich geführt werden, solange man Respekt vor dem Schaffen und Leben anderer hat, darf sich niemand darüber ein Urteil erlauben, auch wenn es vielen schwer fällt. Richtig oder falsch gibt es nicht. Schwarz oder weiß ist schon lange eine graue Suppe… Liebe ist schön, macht glücklich und selbstsicher.