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Kushinoya: Japanischer Feinschmecker Tempel in Berlin

oder Stäbchen für Stäbchen eine kleine Geschmacksexplosion

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Als ich vor Jahren das erste Mal ins Kushinoya in Berlin Charlottenburg dinieren durfte, hatte ich keine Ahnung was mich da erwartet. Als Möchtegern-Kenner der japanischen Küche, mit einiger Erfahrung im köcheln und rollen der feinen Speisen, erwartet ich Sushi & Co. in irgendwie besonderer Form, denn eins wird klar wenn man das Kushinoya betritt: hier wird auf Kultur großen Wert gelegt. Als uns die Karte gereicht wurde, saß die lustige Futtergruppe erstmal mit verkniffener Futterluke vor dem geschriebenen Mahlzeiten – oder sollte ich sagen vor der beschrieben Mahlzeit, denn die Essensvielfalt beschränkt sich auf das singular. Kein Sushi! Dafür aber Kushi.. häh? Doch fast alle wollten sich darauf einlassen, einerseits weil der Magen in Kniehöhe hing, andererseits waren wir neugierig und somit wurden die kunstvoll arrangierten Tischschälchen nach einem besonderen System mit verschiedenen Soßen gefüllt und angerichtet.

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Was dann im Kushiage-Spezialitätenrestaurant serviert wurde waren Rohkostteller. Die galt es schonmal mit den einzelnen Soßen zu probieren und natürlich gab sich der ein oder andere noch die vertrauten typisch japanischen Vorspeisen hin, wie Edame auch als Edamame bekannt. Irgendwie war die Spannung dann unterträglich und die Rohkostknabberei half nicht wirklich die Zeit zu überbrücken bis die „Hauptgerichte“ kamen… dafür aber die überaus vielseitige Sake-Karte die äußerst beeindruckend und süffig war und sich perfekt mit der Wartezeit verbinden ließ… *hicks* ick gloob nach den ersten drei wunderbar schmeckenden kalten Sakegläschen wäre ich beinah schon fertig gewesen… also so richtig denn so ein leerer Magen hats schwer wenn Reiswein die leeren Magenwände benetzt :-) … doch dann kam der Heiland in Form der Person der kleine Bambusstäbchen auf einem Teller brachte. Öhhhmmm… da lagen dann also 8 Stäbchen, also um genau zu sein 4 x 2 Stäbchen und alle an unserem Tisch fragten sich was der andere wohl zu sich nehmen würde. Der Griff zum Besteck wurde mit leicht aggressiver Haltung vorgenommen als der Ober dann freundlich die beiden verschiedenen Sorten der fritierten Kostbarkeiten zum Besten gab und diese geziehlt auf eine Systemschale legte.

Im Kushinoya werden Speisen … mit Ausnahme des Gemüses im Vorfeld nicht roh … sondern superlecker gefühlt fettfrei frittiert und am dünnen Bambus-Stöckchen serviert. Ick persönlich fand es sensationell, war allerdings etwas über die Menge verwundert, bis mir klar wurde die klugen Köpfe der japanischen Gourmet Esskultur bringen deshalb nicht die ganze Portion damit man in Ruhe und vor allem heiß jedes einzelne Stöckchen genießen kann. Und so war es … Stöckchen für Stöckchen wurde zelebriert und jedes einzelne wurde mit einer Soßenempfehlung bedacht. Dazu waren die verschiedensten Sake-Kompositionen ein Gedicht. Der ganze Abend wurde zu einer einzigen genußvollen Zelebrierung der „anderen“ japanischen frischen Küche…. und genau das durfte ich jedesmal bis zum gestrigen Tage, mit jedem Gast den ich in den Folgejahren dorthin mitschleppte, wiedererleben. In der Zwischenzeit hat mich natürlich das Dos Palillos ebenfalls hochgradig entzückt und ein Besuch im japanischen Gourmet Tempel UMA Berlin steht definitiv noch bevor…

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