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Kurzweilige Premiere Spoliansky – Heute Nacht oder NIE

oder eine musikalische Reise in die letzten schönen Jahren unserer maroden Demokratie 😉

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© Robert Recker

Die Zwanziger waren meine Zeit. Ich liebe alles was mit dieser Periode zu tun hat. Mode, Lifestyle, Gehabe und natürlich die Musike. Es gab mal eine Produktion ausserhalb der typisch genialen Geschwister Pfister Rollen im Hebbel Theater, vor gefühlten 200 Jahren, die mir irgendwie nicht wirklich gefallen wollte, insofern war ich bei der damaligen CLIVIA Premiere sehr skeptisch und wurde reich beschenkt. Die immer wieder spannenden Inszenierungen der Komischen Oper und die Detailliebe zu den Charakteren der Geschwister Pfister mündeten damals in einem absoluten Highlight. Im übrigen am 22.4. diesen Jahres wieder auf der dortigen Bühne zu sehen. Nun gab es die nächste Zusammenarbeit und glaubt man dem Intendanten der Komische Oper werden wohl noch viele weitere folgen 🙂 – GUT SO! Denn diesesmal nahmen uns die Geschwister Pfister als Teil eines tollen Casts mit auf die Reise in die wilden 20ziger. Genau mein Ding also… und das obwohl ich ehrlich gesagt den Namen Spoliansky nie zuvor gehört habe :(…. und sowatt nennt sich nun Kulturschaffende ;).

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© Robert Recker

Im Gegensatz zu Clivia wurde in dieser Produktion nicht mit Bühnenbild und Ausstattung geklotzt. Das Orchester fand platz AUF der kleinen abgeteilten Bühne mit einfachem schwarzem Vorhang im Hintergrund und die Akteure nutzten die Zwischenräume, um sich selbst zu inszenieren. Die „bekannten“ Spoliansky Lieder wurden den Charakteren förmlich übergestülpt und jeder durfte sich musikalisch austoben. Einige Songs kannte ich dann doch… und automatisch fing mein bestrumpftes Bein an zu wippen. Der Funke ist schnell übergesprungen und immer wieder erfreue ich mich an der Charaktervielfalt meiner drei liebsten Abenteurer, die ich nun schon seit dem blauen Zelt begeistert miterleben durfte. Das Bild als sich Ursli Pfister aka Christoph Marti bestrapst in roten Strümpfen elegant vor der kleinen Treppe drappiert, habe ich mitgenommen und werde wohl noch bei einigen Shootings damit spielen, hahahaha, – also mit dem Gedanken: „Bei Ursli sah das doch so furchtbar einfach aus?“:) Aber auch die grünhaarige Andreja Schneider, als schlampig kecke Hure verzückte nicht nur den opulenten Bonzen Tobias Bonn um dann gemeinsam leichtfüssig über’s Parkett zu schweben 🙂 – was ’ne lustige Choreographie.

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Sehr gefallen hat mir aber auch Stefan Kurt mit einer skurilen Tanzeinlage und Johannes Dunz mit einer grandiosen Stimme. Hören war in dieser Revue auch Hauptbestandteil, wobei man dann die kleinen gespielten Anekdoten verpasste – wie. Leider war das Stück so schnell vorbei wie es gekommen war… kaum hatte ich unserem Ex-Regierenden vor der Komischen Oper meine Freude über den bevorstehenden Abend geflüstert, schon war dieser auch vorbei. Knapp 90 Minuten hat das Stück und irgendwie verflogen diese in gefühlten 20 Minuten. Im Allgemeinen ein gutes Zeichen aber in diesem Fall leider etwas unbefriedigend. Ich hätte gut und gerne noch 3-5 Lieder vertragen. Nun .. die Komische Oper ist kein Wunschkonzert und deshalb lass ich diesen kleinen Kritikpunkt wieder fallen und labe mich an dem akustischen Festmahl mit wenig abwechslungsreichen aber lustigen Bildern. Ach und nicht zu vergessen … die Damen- .. oh.. pardon Herrensteptanztruppe war ebenfalls ein Genuß für Auge und Ohr. Karten gibt es in dieser Spielzeit nur noch für die letzte Vorstellung.. und ich glaube nach den vielen guten Kritiken auch nicht mehr lange…. also bucht EUCH EURE Tickets : HEUTE NACHT oder NIE !! >> www.komische-oper-berlin.de

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