Fr. Okt 23rd, 2020

Kurzer aber intensiver Abstecher nach Vietnam: Onkel Ho Berlin

oder die kulinarische Vielfalt von Vietnam war bis gestern von mir noch weitgehendst unerforscht, so dachte ich zumindest.

blog_onkelHO

Wenn man viele Pläne im Kopf hat braucht man viele Verabredungen um Ideen in größerer Runde gären zu lassen. Hilfreich dabei sind zumeist mehrere kreative Köpfe und ein paar Flaschen Wein *lol* …. dazu ein wunderbares Essen und ein paar Stunden Zeit. Letzteres ist immer so eine Sache… die Zeit hat viele Deutungsvarianten und oft kommt es vor, das diese unberechenbar sind. Damit will ich sagen, aufgrund von Mißdeutungen, anderen Umständen und Arbeit startete die Verabredung einfach später als erwartet. Was tun… wenn man direkt vor einem vietnamesischen Restaurant namens Onkel Ho steht, eine Flasche Wein in der Hand hält, ein Sixpack Bionade und eine Flasche Rote Kapuze (im übrigen der coolste Name seit Jahren fürs gute alte Rotkäppchen Sekt Unikat)?

Ganz klar.. reingehen und einen Tee trinken. Doch aus dem Tee wurde aufgrund der einladenen Speisekarte gleich mal eine Vorspeise. Auch das imaginäre Frl. Viagra konnte nicht ablassen was zu bestellen und so standen gleich zwei Speisen auf dem Prüfstand. Neben einem unglaublich schönen Tee (jetzt fragt sich sicher der ein oder andere.. wieso kann Tee schön sein? …ganz einfach!!.. Inkredenzien wie echte Jasminblüten schwammen liebevoll arangiert im heißen Wasser und zogen so langsam vor sich hin) wird ein Schale Krupuk als Entree gereicht. Und kaum hat man diese verspeist… und ick behaupte einfach mal wir beede hatten großen Hunger ;-) .. kam auch schon die Vorspeise. Mein Wahl fiel in dem Fall auf die Sommerrolle, einerseits weil ich den mistigen Winter sooooo satt habe und andererseits hörte sich eingerollte Reispapier mit gedämpfte Garnelen, Reisnudeln, Salat, Eier, Kräutern einfach mal richtig toll an.

Der erste Bissen in die kalte Reispapierrolle war eine kulinarische Reise nach… nee nicht nach Vietnam… sondern nach Portugal. Das mag daran liegen, das ich noch nie in Vietnam war, aber bei einem kleinen Chinesen, der offenbar doch eher Vietnamese war, genau diese Art der Rolle zum selberdrehen schon verzehrt habe. Kurzum neben dem leckeren Geschmack wurden auch noch die Erinnerungsknospen an meine einstige Wahlheimat wach… an Portugal. Genauer gesagt an Peniche! Dem Surfmekka oberhalb von Lissabon…. ick bekam irgendwie fernweh. Alles das nur weil ich ‘ne Sommerrolle beim Vietnamesen gefuttert habe… und nebenbei auch Glorias wohlwollende Äußerungen zum eigenen Salat mitbekam.

Fest stand schon nach dem ersten Bissen, das ich diesen Laden wieder besuchen würde… allein schon, um wieder diesen Erinnerungsschub zu erlangen … aber auch um weitere Spezialitäten der Küche zu testen wie z.B. Pho eine heiße Reisbandnudelsuppe. Bevor wir jedoch von zwei mit REWE Tüten bewaffneten Personen aus dem Laden gezerrt wurden.. reichte man uns noch eine Nachspeise. Im ersten Moment erinnerte mich die Konsistenz an …. nee… das sag ich hier mal nicht… geschmeckt hat es irgendwie süß-fruchtig, ohne jetzt genau sagen zu können woraus die weißgelbliche Masse bestand, aßen wir beide artig auf, damit heute wieder die Sonne scheint… und watt soll ick sagen… sie tut es!