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Kein Pardon Premiere im Capitol Theater Düsseldorf

oder eine Fest der Sinne mit einem grandiosen Dirk Bach..

Düsseldorf wird beinahe meine zweite Heimat. In letzter Zeit spielt sich unheimlich viel in diesem Städtchen ab, entweder ich darf auf kleinen Bühnen rumtoben oder habe das große Vergnügen tolle Schauspieler auf der wirklich große Bühne von einem bequemen Sessel aus zu beobachten. Den Klassiker der Fernsehgeschichte von Hape Kerkeling kennt wahrscheinlich jeder. „Kein Pardon“ war in meiner Jugend so etwas wie Trendfernsehen.. heute ist es sogar ein Kult. Textpassagen und Ausschnitte aus Kein Pardon haben sich die Köpfe der Generation gebrannt wie mit ein Brenneisen die Haut der Rinder verkokelt. Und nun hat sich ein Team um Thomas Herrmanns in relativ kurzer Zeit dem Thema angenommen und mit Hilfe von Uschi… aka Hans Peter als künstlerischer Inspiration, ein Musical daraus gebastelt. Das schwierige an kurzen Produktionszeiten ist immer das man wenig Detailarbeit leisten kann… dachte ich zumindest bis gestern!! Das man dieses Vorurteil widerlegen kann beweiste die gestrige Musicalpremiere von Kein Pardon im Capitol Theater Düsseldorf.

ACHTUNG… Ich werde wohl jetzt anfangen müssen mit Superlativen herumzuschmeissen, weil das was da gestern geboten wurde war gaaaaaanz großes Theater. Ich habe in meiner Laufbahn ja schon viele Muscials gesehen, ein paar wirklich gute.. dazu zähle ich z.b. Priscilla oder Rocky Horror und ein paar eher nicht so gute… aber was Thomas Hermanns da gestern angeboten hat war weltklasse. Es fing schon mit dem Bühnenbild an noch bevor der Vorhang geöffnet wurde …. und Uschi Blum als beschwippste Eurovisionstante das Spektakel anmoderierte. Und genau von diesen kleinen, feinen Details, Ideen und Sideshows lebt das Musical, wird es getragen, werden die Sinne niemals in Ruhe gelassen. Eine Drehbühne zaubert intelligent unzählige Drehorte auf die Bühne und gibt Raum für eine wunderbare Show. Und diese Eindrücke werden nochmals getoppt wenn der wunderbare Dirk Bach das Szenario betritt. In traumhafter Leichtigkeit spielt, tanzt und singt er den einmaligen Heinz Wäscher und beweist mal wieder das er deutlich mehr kann als Dschungelbewohner mit Ekelfraß zu füttern. Außerdem hatte der Mann im Glitzerfummel am Schluß noch eine weitere Überraschung im Ärmel… ob das jetzt nur ein Premierengimmick war kann ich nicht sagen aber ich hab mich köstlich amüsiert, das die kleene Ulkkugel auch noch in einer zweiten Rolle auftrat.





Ich könnte jetzt Unmengen von Bühnenbildern beschreiben die mir so viel Freude gemacht und die mich teilweise mit offenen Mund haben in der 17 Reihe direkt hinter Dolly Buster sitzen lassen, doch dann nehm ich Euch die viele Ohhhss… und Ahhhsss vorweg. Dieses Musical ist es wert mehr als einmal angesehen zu werden, es ist das perfekte Weihnachtsgeschenk und wie schon der Film, eine gnadenlose Abrechnung mit dem deutschen Fernsehen – gestern wie heute !! … Die Aftershow im sehr schönen Capitol Theater war gegen das Musical dann doch eher Stand & Drink & Talk. Wilde Feste feiert man hier in Düsseldorf eher anderswo und dennoch gab es Gelegenheit ein paar wunderbare Menschen aus Hape’s Vergangenheit aus den Schulzeiten von Recklinghausen kennen zu lernen und natürlich die Gelegenheit für Hape auf PRO7 ein kleines Statement zum Muscial abzugeben…. und das kam vom Herzen! Die Promidichte war auf dieser Premiere mal wieder enorm und somit waren auch die Bildmacher zahlreich vertreten… denn wenn Hape Kerkeling und Thomas Hermanns zu einer Premiere laden dann kommen Familie Pooth, Dolly Buster, Heino mit sehr netter Gattin, Luise Koschinky incognito, ein freundlicher Rainer Calmund, Andrea Berg, der Hobbytheken Papst Jean Pütz der für ein Stößchen immer Zeit findet, Gayle Tuffs die bald wieder in Berlin im Tipi zu sehen ist, Birgit Schrowange die sich im direkten Schlagabtausch mit bester Freundin Isabell Varell befand ;-), Mario Barth und natürlich der tolle Glückshase.

Während ich bisher eigentlich Mario Barth ganz spaßig fand, im Gegensatz zu meiner Begleitung Dana Regyonal muß ich sagen das er als Mensch offenbar nicht ganz so witzig und tolerant zu sein scheint wie auf der Bühne – man könnte ihm fast eine Transphobie unterstellen. Im Gegensatz zu Bushido hat sich der gute Mario Barth nämlich alles andere als höflich erwiesen und praktiziert bei so auffälligen Menschen wie uns doch eher die Devise: Ich muß weg!! Sprechen ja.. Foto bloß nicht…. 😉 Ob er wohl bei Herrn Ohoven abgeguckt hat?? Ich glaube nicht denn der war auf dem letztjährigen Liveball sehr nett und zu allem bereit 🙂 !! Aber ick meine was willste ooch von einem Typen erwarten der die besten Gags auf dem Rücken seiner Lebensgefährtin austrägt 😉

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