Mi. Jul 8th, 2020

Jäger und Sammler – ein Wiener Schnitzel in Schöneberg

oder die Qual der Wahl

Auf meiner endlosen Suche nach dem perfekten Wiener Schnitzel auf diesem Planeten konnte ich wiedermal ein neues Restaurant in meinem Lieblingsbezirkin Berlin Schöneberg ausprobieren. Mitten auf der Grundwaldstraße 81 unweit der Kirche, die mir vor langer Zeit ein tolles Gospelkonzert kredenzte, gibt es ein mehr oder weniger neues Restaurant mit dem klangvollen Namen “Jäger und Sammler“. Obwohl ich das erste Mal vorbeigedüst bin und den Laden irgendwie nicht richtig wahrnahm, kann man sagen – andere Gäste haben wohl weniger dieses Problem – denn die Bude war voll. Es war sogar rappel zappel voll und das obwohl man jetzt nicht von einer Laufgegend mit viel Publikumsverkehr reden kann. Das Jäger und Sammler scheint ein Schöneberger Geheimtipp zu sein und das stellte auch die dortige Bedienung vor eine große Herausforderung.

Doch kommen wir erstmal zur Qualität des Essens. Also echte Wiener Schnitzel, sprich aus gutem Kalb, findet man in Berlin ja mittlerweile häufiger und 17 EUR ist für eine gute und große Scheibe Kalb auch durchaus angebracht. Schön war auch das es den typischen lauwarmen Gurken-Kartoffelsalat zu gab und meine so heiß geliebte Preisselbeersauce. Geschmacklich war dieses Wiener Schnitzel im Restaurant Jäger und Sammler jetzt keine kulinarische Offenbarung und damit ein Anwärter an den Thron der Schnitzelrestaurants Berlins aber es war eine solide und leckere Küche die mit einem guten Rotwein zu einem genußvollen Duo erweitert wurde. Dann… ja dann allerdings kam etwas was durchaus den Titel “Geschmacksorgasmus” verdient. Als Abschluß entschieden wir uns noch einen Schokokuchen mit Preisselbeeren zu essen. WOWWWWW… das war ja mal ein Schokoladenfeuerwerk. Wunderbar laubwarm, butterzart und doch außen kross… fast noch ein bissl glitschig.. so muß eine Schokoküchlein schmecken. Dieses Nachgang führte zu einem dicken fetten PLUS an der hart erkämpften ZWEI in der Wertung des Ladens. Denn das Ambiente ist angenehm, die Bedienung zu Stoßzeiten ein klein wenig unterbesetzt aber in der Erinnerung liegt ja die Chance auf ein gutes Gespräch :-)

Abschließend kann ich noch sagen das der Weg zur Toilette eine kleine aber interessante Herausforderung an mich stellte. Plötzlich steht man vor zwei Türen. Eine davon in grau-hellblau und die andere in hellgrau gestrichen. Nun welche der beiden Türen würdet Ihr nehmen? Ich muß dazu sagen ich hatte mein männliches Kostüm übergestreift und fühlte mich dann in der grauen Tür etwas unwohl, denn mir war bis zum verlassen der Toilette nicht 100%tig klar ob ich die richtige Tür gewählt hatte. Als Sheila Wolf wäre mir das extrem egal gewesen… doch meine bürgerliche Hülle ist da etwas sensibler ;-). Mein Fazit das nächste mal probier ich nicht nur die andere Tür sondern auch die anderen Speisen… und ein nächstes Mal wird es definitiv geben :-)