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In der wilden Renate öffnet das Haus der roten Türen

oder Willkommen im Labyrinth des surrealen Exhibitionismus

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Hoppala.. das passiert mir auf meine alten Tage aber selten. Die Zeiten des Clubhoppings sind lange vorbei und dennoch reizte mich die Openingveranstaltung des „House of Red Doors“. Warum? Weil es nach einem Abenteuer klang. Weil viele der dort agierenden Künstler meine volle Wertschätzung geniessen und weil ich Lust hatte mal etwas neues zu sehen. Denn Schaulaufen in Clubs und Discos ist so Neunziger 😉 .. ahahahh…. Wurde ich enttäuscht? Nein … ganz im Gegenteil. Ich wurde berauscht mit schrägen, irrwitzigen, ein wenig planlosen und vor allem keine Sekunde langweiligen Bildern und Menschen. Man könnte jetzt behaupten der Grund warum ich mein Handy kaum aus der Tasche holte waren die Kleber, mit denen meine Linsen am Eingang „gesichert“ wurden, aber das stimmt nicht. Es war die Gesellschaft des illustren Publikums. Eine Mischung aus Fetisch, Nudisten, Burlesque, Gothic, Verrückten und Fabelwesen. I love it. So stell ich mir die Factory von Andy Warhol vor.

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Zusammen mit dem grandiosen Entertainer Frank Sanazi

Allein das sorgte dafür das kaum eine Minute verging wo man nicht was zu schauen hatte. Dazu kamen die vielen Smalltalks, die tieferen Gespräche, die Sideshows und natürlich die Musik – die mir allerdings als einzigstes an diesem Konzept nicht wirklich zusagte. Aber über Musikgeschmack kann man bekanntlich nicht streiten. Anfangs war nur das Erdgeschoss Teil der Inszenierung aber wie ein Virus verteilten sich die Sideshows über alle Etagen der wilden Renate. Raum für Raum bot neue Überraschungen. Über der Bar schaukelten wenig bekleidete Damen und Liebhaber wohlgeformter Füsse hatten somit den Platz an der sprichwörtlichen Sonne :). Es gab Polestangen Entertainment, Schneestürme die sich in Blizzards verwandelten, Licht- und Tonexperimente und natürlich den wilden Tanz mit dem Feuer.

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Fotografieren war leider nicht gestattet um die Privatshäre einiger leicht bekleideter Damen und Herren zu gewähren. Aber ich kann sagen, das es hier deutlich stilvoller als in vergleichbaren Etablissements zuging. Vor allem war die beherrschende Farbe des Abends NICHT schwarz. Man munkelte von weiteren geheimen Arealen, die man nur zu Gesicht bekommt, wenn man besonders Extrovertiert gekleidet durch die Hallen schreitet. Leider bin ich nicht in den Genuss eines goldenen Willi Wonka Tickets gekommen aber ich bin mir sicher, die Reise in weitere Tiefen von Alices Wunderland war toll. „Überrascht war ick als ick dann doch noch in den Genuß kam eene echte Bärlinerin sammt Gatten kennenzulernen, die wie icke ooch, einfach neugierig auf ditt Spektakel war :)“ – denn das gesprochene Wort in diesem Wunderland hatte einen sehr angelsächsischen Charakter :). Da war es Balsam für die Seele auch mal einen echten Berliner Slang zu hören. Für mich gehörte dieser Abend zu den Highlights der Abendunterhaltung jenseits eines Theaterbesuches. Für Clubgänger und Abenteurer ein muss und für alle anderen eine Herausforderung sich kreativ zu inszenieren :). Die Veranstalter BAD BRUISES haben diesen Abend erstmal als solo geplant aber nach dem Erfolg bin ich mir sicher… da kommt noch mehr. Keep watching! and follow the white rabbit 🙂

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