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Ich sah Desiree Nicks Retro Muschi im TIPI am Kanzleramt

oder eine Berliner Schnauze auf Streiftour durch Randgebiete

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Mit Trash ist das so eine Sache.. jahrelang wurde mir vorgehalten, das ein Großteil der Travestie – also auch die meine und alles was drumherum existiert, eigentlich nur subkultureller Trash ist, solange man nicht irgendeine „ernstzunehmende“ Kunstform wie Gesang, Performance, Tanz oder am besten gleich alles zusammen mit einbaut. Auch hier gilt dann die Voraussetzung, das zumindest ein Hauch von Können erkennbar sein muß. Gerade im Gesang gibt es in „meiner“ Branche viele gut gemeinte Versuche… die ich durchaus respektiere, aber auch genug Realist bin, um zu wissen, das das lediglich eine Liebhaberei bleiben wird. Nun hat sich Desiree Nick, unsere Ex-Dschungel- und Zotenqueen, dazu bekannt, sich Inspirationen von Drag Queens zu holen und mit einem neuen Programm auf die TIPI Bühne gewagt, um eben genau diese Kultur zu… na sagen wir mal zu persiflieren. Freundlich ausgedrückt könnte man sagen, sie hat eine Hommage an all die Transen verzapft, die sich in Deutschlands Subkultur, die hohen Hacken vor einer Handvoll Menschen in den Bauch stehen .. ähhh stöckeln.

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Das Programm Retro Muschi samt Untertitel „die großartigste Dragshow des Landes“ geht auch gleich mal genau so los, wie man es von Berlins Kleinkunstbühnen so kennt. Zotig, mit vielen schrägen Tönen und den typisch laut schreienden Drag Outfits. Man kann sagen das Desiree sehr gut aufgepasst bzw. recherchiert hat als sie sich diese Show aus den Rippen geschnitten hat. Quasi als Sturzgeburt ist das Programm entstanden und an manchen Stellen hakte es bei der Premiere tatsächlich noch. Erst im zweiten Teil gelingt der Verbaldomina die Wende hin zu berüchtigter Frotzelei, die man ihr auch abkauft… ja…  teilweise sogar sympatisch findet, weil Sie über das eben gesagte sogar selber lachen musste. Wie viele Künstler erfindet sich „La Nick“ auch mit diesem Programm nicht vollkommen neu.. sondern baut an der ein oder anderen Stelle sichere Kalauer ein, die der gemeine Nick Enthusiast schon mal gehört hat – was im übrigen keine Kritik ist, denn wir alle erfinden das Rad nicht neu.

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  • © Ma Aini
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Im großen und ganzen hat das Programm so seine Berliner Momente zumindest aus meiner Sicht und ist für echte Fans und Zweithaarträgerinnen ein großer Spaß. Im Publikum gab es Gelächter und viel gepflegtes Gegrinse.. doch meine Humorzentrale fühlte sich nicht richtig erregt. Zumindest nicht auf den ersten Blick… gleichwohl haben mich Berliner Zoten und Schnauze amüsiert – auch die fulminanten organisch tiefen Einblicke in das Fräulein Nick waren schon spannend 😉 . Und eines kann man Frl. Nick nicht absprechen – optisch scheint der Dschungel wie eine Frischzellenkur auf Madame gewirkt zu haben. Für solche Figur nebst Beine würden manch jüngeren Damen des Showbiz locker ihre letzte Hand(e)tasche plus Gatten geben. Desiree stöckelt noch bis Ende des Monats im TIPI über die Bühne und Karten jibbet wie immer im VVK auf www.tipi-am-kanzleramt.de

 

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