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HOODOO – eine Nacht in New Orleans

oder tanzen und flanieren durch eine andere Premieren-Welt

Ein Besuch in New Orleans steht schon ewig auf meiner To-Do Liste. Einmal durch die Gassen der Strassen ziehen am Mardi Gras Abend und all die bunte Vielfalt dieses Planeten erleben. Das wäre was… und Zack… stand die Wunschfee vor meiner digitalen Eingangstür und lud mich zur Premiere von HOODOO ein. Gleich hinter dem ehemaligen Hauptbahnhof am Kudamm – heute Bahnhof Zoologischer Garten steht ein Zelt das im Winter gern mit Gans und Akrobatik glänzt. Nun aber spielt sich da ein ganz anderes Treiben ab. Man tritt ein in eine Erlebniswelt in der es in jeder Ecke was zu erleben gibt. Kreolische Lebensweise trifft dabei auf pure Lebensfreude und jede Menge Musik. Generell ist alles anders als im üblischen Palazzo Umfeld von HP Wodarz. Zwar findet man vor dem Zelt ein wenig authentisches Street-Food aber generell sollte man sich bei dem Besuch eher auf die flüssige Nahrung einstellen.

Schon nach der ersten Tür findet man sich in dunstigem Nebel wieder – der das Konzepts unterstreicht und neben der Musik und der tollen Deko ein echter Atmosphären Pluspunkt ist. Hier und da findet mal Kartenspielende Musiker, spontan greift jemand zum Instrument, spielt auf und wandert wie auf den Strassen von New Orleans (zumindest in meiner Fantasie) durch die Schattenwelten der HOODOO Installation. Im nächsten Raum findet sich eine ziemlich angeheiteter Klavierspieler der auch noch in typischer Tom Waits Manier ein Song zum besten gibt. Ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen weil es alles irgendwie wie ein Traum wirkt. Wahrscheinlich liegt das an dem Dunst der dauerhaft in der Luft liegt. Während ich am Glas nippe und lustig mit Peaches über meine Show plaudere geht es in der Hauptmanege los. Uns überrascht irgendwie eine Mischung aus Disko und Konzert. Menschen werden zum tanzen animiert und schnell begreift man das das Teil der Show ist. Hier sollen die Gäste deutlich stärker im Mittelpunkt stehen als sonst in diesem Zelt. Ob das funktioniert – denke ich so bei mir und merke schon das die Musike mich irgendwie packt. Zumindest soweit das ich stehe und mit dem Körper ein wenig wippe. Mission erfüllt könnte man sagen .. denn so ein altes Holz wie mich in Bewegung zu versetzen ist schon nicht ganz einfach.

Anschließend schlendere ich durch die hinteren Räume und merke wie mir das Konzept gefällt obwohl ich glaube das es nicht einfach wird die Mischung zu verkaufen. Ich überlege mir wer wohl das Zielpublikum sein wird um dieses Happening erfolgreich zu füllen. Für die Club Kidz isses ggf. zu teuer und für das Theaterpublikum zu „ungewohnt“. Nichtsdestotrotz macht es Spaß und man möchte eigentlich gar nicht mehr in die „reale“ Welt entlassen werden – wäre da nicht der kleine Hunger der mich dann viel zu früh in die Knie bzw. aus dem Zelt hinaus leitete. Hoodoo ist ein mutiges Konzept das mit viel Liebe zum Detail installiert wurde und das dem Besucher eine echt virtuelle Reise in eine andere Welt ja sogar andere Zeit suggeriert. Wer es auch mal erleben will sollte sich auf https://hoodoo.berlin/ ein paar Karten zulegen und eine Nacht dem Tanzen widmen – egal ob jung oder alt. Noch bis zum 19. Mai jeweils von Mittwoch bis Sonntag öffnet das Zelt seine Türen.

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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