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Gerda und ihre schwulen Jungs mitten im Rotlicht Distrikt Berlin

oder ein Hip Hop Hosting mit Tiefgang

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Vor Gerda möchte man hinknien… bzw. tut es!

Auf meinen Reisen durch die Nacht lerne ich immer wieder interessante Menschen kennen, weil ich die Augen weit geöffnet halte – ok.. auf manchen Bilder sieht das nicht so aus.. aber im übertragenen Sinne ist das so. Meine Hip Hop Jungs um DJ Harris und DJ Maxx haben am Freitag mal wieder ihre Redlight District im Cookies abgefackelt und mich dazu als Door-Eyecandy geladen 🙂 .. nicht das erste Mal und ich hoffe auch nicht das letzte. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Events jibbs da noch Respekt und Miteinander und den Anstand jemanden vom Auto zu eskortieren da Berlin nicht mehr das sicherste Pflaster ist… aber darüber wollte ich jetzt gar nicht schreiben. An der Tür vorne spielen sich oft interessante Szenen ab, die meistens vom Wesentlichen handeln – dem Eingelassen werden. Nun… darüber kann man sich streiten ob das vermessen ist Menschen abzuweisen – aber das soll auch nicht Teil meiner heutigen Geschichte sein.

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Die Person um die es nun geht wollte gar nicht eingelassen werden. Sie war glücklich und zufrieden mit Menschen mitten in der Nacht vor dem Club zu kommunizieren. Ihr Name ist Gerda und sie hatte wohl eine lausige Ehe mit einem Kerl, der ihr Zeit seines Lebens weniger gut mitgespielt hat. Doch Gerda ist kein Kind von Traurigkeit. Sie geht noch immer zu seinem Grab und streichelt den kalten Stein – die Vergangenheit immer im Blick. Mit Berliner Schnauze und Humor erzählt mir die kleine Frau Anekdoten von ihrem Dasein. Viel habe sie gesehen… alles mögliche schon hinter sich… einen Mann braucht sie nicht mehr und Frauen seien sowieso alle irgendwie nicht ehrlich. Das alles klingt aus ihrem Munde nicht verbittert oder gar aggressiv – Nein … sie ist einfach geradeaus und liebt ihre schwulen Jungs. Ein wenig musste ich ihr die Illusion nehmen, das ein schwuler Mann partout mit Engelsflügeln behaftet sei, aber ich glaube das hat sie wenig gestört.

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Sie erzählt das sie ab und an auch im Müll nach Dingen kramt, die ihr helfen das Leben zu meistern – die Rente sei knapp und die Gesundheit manchmal auf der Kippe. Auch hier ist sie wenig verbissen und behält ihre Leichtigkeit und die mir sehr sympatische Berliner Schnauze. Gerda war an dem Abend wirklich mein ganz persönliches Highlight … mir ihr zu quatschen um zu erfahren, wie es ist das Leben in ganz anderen Dimensionen zu erleben war ein schöner Moment. Viele von uns wären wahrscheinlich mit diesem Leben komplett überfordert – doch Gerda macht weiter. An ihrer Seite an dem Abend ein großgewachsener dunkelhäutiger sehr aufmerksamer Mann, der ihr am Freitag ein Hauch von Sicherheit mitten auf der nächtlichen Friedrichstrasse vermittelt… ich wünsche Gerda alles Liebe, noch ein langes Leben und möchte mich bedanken, das sie mich ansatzweise mitgenommen hat, auf eine kleine Reise durch ihre Existenz. Zur Redlight District Party muß ich noch sagen.. das hier die Enden fett sind… man glaubt gar nicht was um 3 Uhr nachts noch alles tanzen kommt. Ganze Busladungen internationaler Menschen und alle haben das eine Problem… „be nice and smart to get the key to enter!“ Die nächste RLD findet am 15.11. ab 0 uhr im cookies statt….

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1 COMMENT
  1. Maren

    Beeindruckend,denn gar nicht immer so leicht so positiv durch die Welt zu gehen!!Solche Unterhaltungen,mit fremden Menschen,können sehr bereichern.

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