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Generation WLAN Zombies

oder ein Abrechnung mit dem untoten i-Tüpfelchen

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© Shutterstock

Totgeglaubte leben länger. Dieser Spruch ist so alt wie er wahr ist und seit Ende der 80ziger sind Zombiefilme so unspannend wie blutrünstig. Doch alles hat seine seine Zeit und in der unserigen gährt die Angst vor einem weltweiten Virus. Dabei gibt es den schon längt. HIV hat diesen Planeten überschwemmt und wir sind nach so langer Zeit immer noch nicht damit fertig geworden. Zwar haben wir das Ausmaß der Erkrankung einigermaßen im Griff und die Wissenschaft scheint auf einem guten Weg zu sein, doch die Kopfgesellschaft hat diese Hürde noch lange nicht genommen. Zomies hingegen sind mal wieder in den Köppen angekommen, Neuverfilmungen von Horrorklassikern, Epedimienfilmchen a la World War Z und anderes ähnlich geartetes Zeuchs flimmert über die 3D Kinoleinwände. Wollen uns die Hollywood Produzenten auf etwas vorbereiten? Sind wir alle dem Untergang geweiht? Ich sage Ja… schon lange. Seit über fünf Jahren werden zwischenmenschliche Kommunikationen ausgebremst, vereinsamen die Menschen stillschweigend tippend bzw. wischend mit ihrem mobilen Kommunikationsgerät in dunklen Ecken… treffen sich in Grüppchen in WLAN Zonen ohne dabei auch nur ein Wort zu verlieren.

Die Generation WLAN Zombies ist geboren. Schnell merkt man den kalten Entzug, der einen nervös macht wenn die Zone plötzlich keine Daten mehr liefert und ein aktuelles Facebook Update nicht mehr möglich ist. Mit weit aufgerissenen Augen und hochgereckter Hand wird dann nach neuen mobilen Zonen gesucht, nur um zu checken, ob ein Gleichgesinnter gerade in unmittelbarer Umgegebung ist, siehe Grinder. Wozu? Nicht um ihn dann anzusprechen… nein… das wäre ja ein Rückschritt. Erstmal wird gemustert, dann wird gefrotzelt – zumeist mit anderen Gleichgesinnten und das natürlich auch ohne Sprache um dann letztendlich zu „ADDEN“ oder zu „BLOCKEN“. Persöhnliche Ansprache oder zwischenmenschliches Miteinander : jibbs nich … Fehlanzeige. Nie war die Welt so anonym wie heute und der Trend geht weiter in diese Richtung. Ganze Zombiegenerationen werden ausgebrütet und finden schon in frühem Alter zu dem Virus Onlinekommunikation.

Verwaltungen planen ganze Städte als WLAN freie Zone freizuschalten, um die Ghouls und Untoten noch besser kontrollieren zu können, gemäß dem altbekannten Sprichwort „Keep your friends close but your enemies closer„. Der gläsernde „trackbare“ Steuerbürger und potentielle Dieb ist schon längst keine Utopie a la Orwell mehr.. das ist Realität. Neue Berufsgruppen verdienen sich dumm und dusselig. Nackenorthopäden und Fachleute für Haltungschäden, Streamingoptimierer und Datenpaketminimierer sind die heimlichen Gewinner dieser Entwicklung. Die Verlierer… stehen eindeutig fest: Die LINGUISTIK und die GESELLIGKEIT. Überhaupt sind diese Wörter doch bei 80% der neugeborenen WLAN Monster vollkommen unbekannt. Sprache an sich wird im täglichen Gebrauch, sofern gebraucht, übelst beschnitten und Geselligkeit im Sinne der Kommunikation versteht man heute ohne digitales Endgerät sowieso nicht. Vielleicht sollte Hollywood darüber mal ein Film machen… statt alles auf extreme Virenseuchen zu schieben, die mittlerweile eigentlich echt Oldschool sind…. viel toller wäre die JETZT-Zeit mal zu bebildern – das ist schon Horror, Wahnsinn, Grusel, Psychotisch genug… Ach und btw. ICH klammer mich da nicht aus… aber ich hab zumindest noch die Kraft mich von aussen zu beglotzen und dann … läuft es mir eiskalt den Rücken runter…

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1 COMMENT
  1. Toni

    Hey Süße,
    dieser Artikel ist einfach 100% wahr! und ich habe mich ebenfalls sofort wiedergefunden.

    Es ging schon los, als ich letzte Woche in Wien ankam und das deutsche mobile Internet nicht funktionierte…PANIK!… aber warum eigentlich?

    Das schlimme ist ja, dass man (als ich jedenfalls) weiß, wie krank diese Einstellung ist dass man nicht aber auch gar nichts mehr verpassen darf. Aber sie bestimmt so furchtbar schnell das Leben.

    Eigentlich gruselig.
    Du hast den Nagel einfach auf den Kopf getroffen!
    LG
    Toni

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