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Frau Luna feiert Premiere im Tipi am Kanzleramt

oder die Berliner Luft kannste sogar koofen…. Wie? Musste ins TIPI kieken jehen… wirste schon sehen und hören!

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Wiedereinmal hat sich das TIPI am Kanzleramt an eine neue eigene Produktion herangetraut. Nach „Ein Käfig voller Narren“ und „Cabaret“ wieder ein Klassiker der Bühnegeschichte „Frau Luna“. Im Vorfeld hatte ich mich ein wenig damit beschäftigt und die imposanten bunten Videos auf Youtube gesehen und gehofft das es zumindest ansatzweise diese Qualtität haben würde. Und was soll ich sagen… ich wurde in keinster Weise irgendwie enttäuscht. Es wurde werbetechnisch geklotzt und im Cast fast alles zusammengetrommelt was in Berlin Rang und Namen hat. Ich mag ja Superlative sehr und somit war ich megagespannt was das TIPI nun aus dem Hut zaubern würde.

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Bilder mit freundlicher Genemigung von Petra Knickmeyer

Schon beim Eintreten ins Zelt fällt dem aufmerksamen Besucher auf – hier hat sich was verändert. Die gesamte Bühne und Barsituation wurde umgebaut und super intelligent in eine Theaterbühne mit integrierter Liveband verwandelt – doch das wunderbarste war.. es funkelte alles wie mit Swarovskis besetzt. Die gesamte Bühne war ein Meer aus Sternenstaub. Nachdem ich alles aus der Nähe bewundern und anfasssen durfte kam die kurze Ernüchterung. Erstmalig durfte ich am äusseren Rand des Zeltes ohne Tisch und Kerzchen Platz nehmen. Doch nach diesem kurzen Moment der Verärgerung kam spätestens nach Beginn des Stückes der Aha Moment. Man spürte zwar den Schweiß der Akteure nicht hatte aber dafür einen wunderbaren Gesamtüberblick. Lediglich der Wunsch nach meinem Lieblingsschnitzel musste dran glauben und so hielt ich mich dann den Rest des Abends wacker an einem Glas Wein fest und hoffte zum erstenmal auf leckere Häppchen zur Aftershow – eigentlich so gar nicht mein Ding aber man passt sich eben an.

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Abgesehen davon genoß ich eine sehr illustre Nachbarschaft und das Stück „Frau Luna“ tat das übrige. Was für eine wunderschön, kitschig-komische Inszenierung mit viel Liebe zu Detail, kleinen aber auch großen Szenen und natürlich einem überragenden Cast. Allen voran die Geschwister Pfister, die sich einmal mehr übertrafen und so wunderbar in ihre Rollen fanden. Aber auch die liebliche Sharon Brauner mit brunetten Haarschopft entzückte mit Stimme und Erscheinung. Meine geliebte Cora durfte die Venus auf Koks spielen und ich glaube die Rolle konnte gar nicht anders besetzt werden. Es war ein berauschender Auftritt. Gerd Thumser und Ades Zabel schmückten in grandios glitzernden Kostümen die Bühne und Pigor und Eichhorf reimten was die Berliner Schnauze so hergab. Erwähnte ich eigentlich schon die Kostüme? Hier wurde diesmal zu 100% geklotzt. Ausnahmslos alle Darsteller waren von Kopf bis Fuss in Transparenzen und/oder Glitzer gehüllt und alle hatten die Haare wunder- wunder -wunderschön 🙂

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So muss eine gelungene Produktion aussehen. Diesmal wurde ich selbst in der letzten Reihe des TIPIs auf den Mond mitgenommen und hätte wahnsinnig gerne mit Frau Luna auf der Treppe zu ihrem Bodoir ein Glas Champus genossen :). Überhaupt darf Ursli, Toni und Andrea andauernd auf so tollen Treppen posieren 😉 😉 .. ich möchte sowas auch mal für meine Show haben… *heul* An dieser Stelle muss ich unbedingt die beineschwingenden Mondelfen erwähnen, die gleich zu Anfang vollkommen histerisch die Szenerie aufmischten. Wunderbar debil und  kostümtechnisch ein Highlight in jedem Szenenauftritt. Fast wie Friedrichstadtpalast nur eben etwas kleiner… 😉 … und wahrscheinlich nicht ganz so teuer 😉 ….Ob das ganze nun eine Operette oder ein Crossover aus Theater und Musical war kann ich nur schwer beurteilen, auch Vorurteile das das Material etwas altbacken sein könnte wisch ich einfach vom Tisch, denn Frau Luna hat einfach von vorne bis hinten großen Spass gemacht und lenkte gern mal den Blick auf das Heute und Jetzt. Wenn Ihr quietschfideles Theater mit einer Prise Travestie und jeder Menge Berliner Schnauze mögt besucht das TIPI am Kanzleramt und wenn nicht, besucht es trotzdem, denn anschliessend liebt ihr es. Frau Luna ist mein Tipp für die nun kommenden kalten Winterabende und wie gesagt… selbst auf den billigen Plätzen ist die Berliner Luft eine Reise wert 🙂 🙂 …  Karten findet ihr wie immer HIER

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2 COMMENTS
  1. shei-la

    Jutt… ditt is aber auch ne Kunst für sich.. aber ick fand z.b. Sharon Brauner hat ditt janz super jemacht. Keen Wunder als Berliner Pflanze 🙂

  2. Renate

    Na ja … „Berliner Schnauze“ war mehr gewollt als gekonnt. Die Sprechrollen auf „berlinerisch“ waren wirklich zum Fußnägel aufrollen.
    Alles andere – und das war zum Glück viel mehr – war perfekt! Da bin ich absolut Ihrer überschwänglichen Meinung! 🙂

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