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Erste Hilfe für Burlesque Auftritte in Berlin?

oder mein Wort zum Sonntag

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Wie in den 20ziger Jahren wurde Burlesque vor 10 Jahren eine subkulturelle Abenteuerwiese kreativer Geniesser mit dem Hang zum Exhibitionismus. Eine Art Bewegung mit einem quäntchen Emanzipation. Jeder durfte wieder sexy, elegant, glamourös, verwegen, witzig und noch vieles mehr sein. Doch wie jeder Subkultur droht auch diese im Kommerz zu ersaufen. Burlesque ist auf dem besten Weg dahin. Mittlerweile ploppen die „ich-mach-mich-mal-eben-nackig“ Künstler aus dem Boden wie Pilze im Herbst. Und genauso schnell werden sie gepflückt, denn die Präsentation ist im Zeitalter der sozialen Netzwerke einfacher den je… und oftmals kauft der geneigte „Veranstalter“ die Katze im Sack. Das schnelle Geld lockt und der Deckmantel der Kunst hilft die gewisse Anrüchigkeit zu verschleiern. Das alles ist schon OK.. es gehört zum Lauf der Zeit und man kann die Zeit auch nicht aufhalten. Es ist auch kaum zu verhindern das ein größeres Angebot die Preisspirale nach unten korrigiert – das nennt man Marktwirtschaft.

Was mich allerdings stört ist das im Kopf der meisten Menschen in der heutigen Zeit, immer noch Quantität vor Qualität steht. Und zur Qualität gehört auch die Zuverlässigkeit. Es reicht einfach nicht einen tolle Körper oder ein tolles Kostüm zu haben. Vorbereitungen und Planung sind genauso Teil des Jobs. Es reicht heute einfach nicht mehr aus nur zu wollen… man muss es wirklich wirklich wirklich wollen und planen. Der ein oder die andere werden gehört haben das ich versuche einer kleinen Burlesque Bar in Köpenick, mit dem Namen Lillys Wonderland, bei der Auswahl der Künstler zu helfen, da ich der Meinung bin, in 10 Jahren jede Menge Erfahrung gesammelt zu haben und vor allem ein großer Fan von Details bin. Natürlich kann man mit den Gagen keine großen Sprünge machen aber wenn man das Abendhonorar vergleicht mit einem Tag an der Kasse bei Aldi… dann ist es schon OK. Der Versuch neuen „Talenten“ eine Chance zu geben wird allerdings ab und zu zu einem Abenteuer. Gerade Personen die NICHT aus Berlin stammen sollten sich fragen: Macht es für mich Sinn? Wie hoch ist der Aufwand? Kann ich diesen Auftritt ggf. mit anderen Gigs verbinden?… und habe ich alle Eckdaten verstanden???? Sollte dies nicht so sein besteht aber immer die Chance zeitnah nachzufragen. Internationale Performer sind sich dieser Regeln bewußt, doch bei manchen deutschen „Schnecken“ scheint es noch nicht angekommen zu sein – das Planung das halbe Leben ist und nur ein Investment die Grundlage eines Erfolges sein kann. Ohne Investment wird das nie was… die gebratenen Tauben fliegen schon lange nicht mehr im Land wo einst Milch und Honig floss.

Leider treff ich manchmal auf Künstler, die glauben Selbständigkeit und Zuverlässigkeit sind Attribute, die man als „Diva par excellence“ nicht benötigt. Einer wird sich schon kümmern – schließlich ist man ja „Star“. Wenn ich eines in der langen Zeit gelernt haben, dann das man das NICHT ist. Kaum jemand in der Burlesqueszene schafft den Sprung in die internationale Promiliga und kaum jemand zieht ein eigenes großes Publikum… es gibt ein/zwei Ausnahmen aber die erarbeiten sich das eher auf anderen Wegen. Burlesquekünstler zu sein heißt nicht, das einem die paar hundert oder auch tausend Menschen, die einem auf Facebook folgen, automatisch berühmt machen bzw. das diese Crowd einem auch zu Auftritten folgt !!!! . DAS ist so eine Luftblase aber sie wird zu gern geatmet. Das was der Großteil der Fans auf den sozialen Netzwerken liebt ist der virtuelle Exhibitionismus. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn man sich z.B. internationale Festival Gigs anschaut – dann kann man davon ausgehen, das die Gagen nichtmal ansatzweise die Kosten für solch einen Trip decken aber das ist egal…. !!! Spaß, Menschen treffen, Erlebnisse und Erfahrung sammeln sind doch viel mehr wert. Sonst wird man ewig dritt oder viertklassig bleiben – denn wer nicht hinschaut bleibt DUMM. Das hat man sogar damals schon in der Sesamstrasse gelehrt bekommen.. !! Ach und noch ein alter Spruch bewahrheitet sich immer wieder und sollte eine MAXIME der Künstler sein, die gerne mal ausserhalb ihrer Dorfkneipe auftreten… Wenn du willst das es klappt, mach es selber, vor allem wenn es in eine größere Stadt geht! Kümmer Dich um Deinen Scheiß – denn nur dann erlebst du keine bösen Überraschungen. Natürlich werde ich die Person um die es geht nicht namentlich benennen – aber meine Liebe… sehe es als gut gemeinten Rat für die Zukunft an denn einfach NICHT zu erscheinen ist ein Ausschlusskriterium für die Zukunft.

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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