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Elton John – Live in Halle 1 in Leipzig 2015

oder Musik die Regeln bricht

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Der Entschluss Elton John auf seinem einzigen Deutschlandkonzert in Leipzig zu besuchen kam nicht von irgendwoher. Ein Künstler diesen Kalibers muss man im Leben einfach einmal live gesehen haben und ausserdem war es ein Geburtstagsgeschenk. Nun denn… Leipzig zu besuchen ist ja auch nicht ganz schlecht, obwohl…1?!? aber dazu komm ich in einem zweiten Bericht. Elton John sollte in der Halle 1 des Messegeländes von Leipzig auftreten und schon beim Schlangestehen vor der Halle war mir klar, das das nix werden kann. Knapp 7000 Menschen logistisch zu führen ist definitiv eine Herausforderung aber so wie man sich bei der Messe Leipzig angestellt hat, könnte man meinen, die machen das zum ersten Mal. Horror Schlange hier – Monsterschlange da… anstehen gehörte zum guten Ton.

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Meine Befürchtungen, das diese dröge Messehalle nicht für den besten Sound garantieren kann, bewahrheiteten sich gleich beim ersten Lied. Elton John klang nach einer Mischung aus Donald Duck und Britney Spears – der Technik sei Dank. Sowas hat der Altmeister nicht VERdient und dabei war ich noch gut BEdient. Die vorderen Reihen hatten zumindest kaum Schall/Echo, das von den Wänden wieder zurückkam und somit hinten aus der Stimme noch mehr Brei machte. Während der ersten drei bis vier Songs hätte ich nicht gedacht, das ich das Ende des Konzertes miterlebe. Was sich dann in Halle 1 abspielte, machte das Konzert schon einzigartig. Leute aus den hinteren Reihen, die auch Geld bezahlt hatten und diese Qualität nicht hinnahmen, nahmen sich das Recht heraus trotz Bestuhlung und Nummerierung einfach vor die Bühne zu wandern. Es gab eine Revolution… und wie es leider oft so ist.. den Lemminge Effekt.

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Immer mehr Menschen wollten das Konzert in der vorderen Reihe erleben – egal ob manch einer im A-Block, das 2-3fache bezahlt hat. Rücksicht, Umsicht und Aufsicht wurden begraben – will sagen die Security war machtlos. Irgendwie erinnerte mich die Situation an den Mauerfall, da standen die Vopos auch bedröppelnd schauend in der Gegend rum 🙂 .. Gelebte Anarchie in Leipzig über 25 Jahre nach der Wiedervereinigung und als die Security hart durchgriff wurde es dem Künstler auf der Bühne zu bunt. Er unterbrach das Konzert und hielt die Ordner an, auf Gewalt zu verzichten – schließlich sei jeder nur hier um Musike zu hören. HÖREN war in dem Fall das einzige was die zumeist älteren Leute in den ersten teuren Reihen erleben durften. Sehen war ab Song Nr. 5 leider vorbei. Ich behaupte gar nicht das die Reaktion der Menschen jetzt unvorhersehbar war… und sehe die Schuld auch eher beim Promoter bzw. Veranstalter, denn die Orga war eine Katastrophe, die Halle vollkommen ungeeignet und emotionslos und der Konzertgenuss für alle letztendlich im Eimer. Tja.. Großveranstaltungen wollen gekonnt sein, da reicht es nicht eine überdimensionale LED Technik auf die Bühne zu bringen.

Doch was soll ich sagen… es wäre nicht der alte Hase Elton John, wenn er nicht zumindest ein Teil hingebogen hätte. Irgendwie hat er es mit seinen Klassikern geschafft kurz vor Schluß die Menschen zu erreichen – trotz allem. Zwar hatten die 200-300 Egos vor der Bühne weiterhin den meisten Spaß, doch auch der Rest der Halle, der zwangsläufig aufgestanden war, tanzte zu der noch immer schlecht ausgesteuerten Stimme eines Altmeisters. Danke Mr. Rocketman und das nächste Mal nimmste lieber ein Veranstaltungort der für Konzerte gebaut wurde… ich könnte da die Waldbühne empfehlen ;).

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