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Ein tösendes JUBELääum zum Jubiläum von CABARET

oder Money makes the world go round…

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Wundervolle gespielt: Frau Schneider  und Herr Schulz

Als ich gestern im TIPI Zelt saß und diese wunderbare Inszenierung von CABARET (erneut) sehen durfte wurde mir einmal mehr klar – ich gehöre zu einem kleinen Kreis auserwählter, die sich glücklich schätzen durften dieses Jubiläum zu begehen statt dem Fussi-Massenwahn zu erliegen. 10 Jahre Cabaret in der Bar bzw. im TIPI bedeutete auch 10 Jahre große Emotionen, viel Detailliebe, tolle Stimmen, ein Hauch des Burlesque aber auch das Gedenken an eine Zeit, in der Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert wurden. Genau dieses Thema ist heutzutage noch lange nicht abgehakt, im Gegenteil die Fratze der Intolleranz lauert an jeder Ecke und springt einem förmlich zu jeder Tageszeit aus den Informationsmedien mit nacktem Arsch ins Gesicht. Der Moment in dem eine herzergreifende Liebesgeschichte zweier Menschen im Herbst ihres Lebens zerbricht, weil die Gesellschaft es nicht zulässt, ist noch immer, knapp 70 Jahre nach Beendigung der Diktatur sowas von aktuell und präsent. Eigentlich erschreckend wie langsam wir uns entwickeln…  Technischer Kram wird immer innovativer aber unsere Toleranz, unsere Menschlichkeit scheint es an Innovation zu mangeln.

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Nun…  CABARET ist kein Stück, das durchgehend den Zeigefinger erheben möchte, aber es darf einen Blick werfen, in eine Zeit voller Angst, Repressalien, Neid und Missgunst ABER eben auch rauschende Exzesse, wilde Liebesgeschichten und oberflächlicher Frohsinn. Wegschauen war die beliebteste Sportart einer geführten Nation, der es nach strenger Führung dürstete… Brrrrr… und in dieser Zeit hat meine Oma gelebt. Sie war niemand der aus der Reihe tanzte, sie war wie Frau Schneider in Cabaret – sie arrangierte sich mit dem was da auf sie zukam. Aus heutiger Sicht könnte man vielleicht sagen „leider“ aber ich möchte aus meiner Sicht auch „zum Glück“ anmerken.. denn wer wees aus welcher Hülle ick sonst geschlüpft wäre hätte sie ihr Leben anders geführt. Das alles ging mir durch den Kopf als ich gestern im TIPI dieses berauschende Stück unter Einfluss der Geräuschkulisse der Fanmeile in unmittelbarer Nähe erleben durfte. Dieses Raunen der bewegten Massen überspielt vom Live Orchester des TIPIS und den Stimmen der Sänger und Sängerinnen wurde an manchen Stellen fast episch. Und auch wenn sich Holger Klotzbach zu Beginn des Stückes entschuldigte, so muss ich sagen, es war das i-Tüpfelchen vieler Gänsepickel und ausbrechender Emotionen.

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Das im Vorfeld verleidete Blaumänner mal wieder ein hohes Maß an Intoleranz an den Tag legten war schon in der Pause fast vergessen und es wäre eine schlimme Welt, wenn nicht zu jedem YANG auch ein YING existieren würde. So half uns eine nette .. wirklich sehr nette Polizistin dann doch noch weiter und ermöglichte eine einigermaßen zeltnahe Parkmöglichkeit. Wer in den nächsten zwei Monaten Lust hat einen unglaublich genialen Conferencier, eine zeitlose Liebesgeschichte, ein bisschen Burlesque, ein Fünkchen Travestie, ein intelligentes Bühnenbild und jede Menge Emotionen zu erleben dem lege ich dieses Stück sehr ans Herz.. auch mein mittlerweile fünfter Besuch riss mich mit und hinterließ die Lust auf ein sechstes Mal 🙂 PS.. wer noch ein passendes Outfit für den Besuch in den Zwanzigern sucht der sollte sein Augenmerk auf diese nette Kleider lenken 🙂 >>

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