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Ein Interview mit der einzigartigen Tempest Storm

oder neben der legendären Bettie Page ist Tempest Storm die große Vertreterin dieses Genre.

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© Bettiepageclothing.com

Natürlich kennt jeder Tempest Storm.. doch der ein oder die andere hier in Deutschland hat einfach Ihren Namen nicht oft genug gehört, um zu wissen was Frl. Storm so einzigartig macht. Das mag auch daran liegen, das Tempest Storm in den göttlichen Zeiten der 50ties mit so wunderbaren Filmgöttern wie Jerry Lewis, Sammy Davis Jr., Dean Martin aber auch mit JFK und Elvis Umgang hatte. Tempest Storm hieß mit bürgerlichem Namen Annie Blanche Banks, änderte Ihren Namen 1957 offiziell und spielte gemeinsam mit Bettie Page in dem Burlesque Klassiker Teaserama. Ins Rampenlicht als Burlesque Tänzerin kam Sie durch ihre einzigartig rotes wallendes Haar und ihrer einmalige Taille von unglaublichen 52 cm… im übrigen hat Tempest heut noch eine sensationelle Figur… ditt mal nur so am Rande bemerkt.

Die Tatsache das sie sich schon damals ihre Brüste, sie nannte sie liebevoll Moneymaker *lol*, hat versichern lassen sorgte zwar im Land der Kirchengänger in den 50zigern für Aufregung, zeigt aber das Tempest Storm sich schon immer Ihrer Ausstrahlung bewußt war. Heute lebt Tempest Storm in Kalifornien und wird noch immer gern zu diversen Retro Burlesque Events geladen. Auch bei der Eröffnung des New Burlesque Museum in Helendale durfte die Ikone der Burlesque Szene nicht fehlen. Ich hatte nun das große Vergnügen dieser Zeitzeugin einige Fragen zu stellen und freue mich Euch diese hier zu präsentieren… viel Spaß beim Lesen der einzigartigen Tempest Storm.

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© Bettiepageclothing.com

In der Burlesque Welt werden zwei Namen selbst von den großen der Retrobewegung mit Ehrfurcht geraunt. Betty Page und natürlich Tempest Storm. Wie fühlt man sich als lebende Legende?
Ich fühle mich nicht wie eine Legende, es ist zu früh und ich habe noch viel vor… ich werde meine G-String noch lange nicht an den Nagel hängen….

Nach all den bekannten Namen in der Geschichte Ihres Schaffens: JFK, Sammy Davis Jr, Dean Martin, Jerry Lewis und auch Russ Meyer. Gibt es da Persönlichkeiten die Sie in jüngster Zeit ebenso beeindruckt haben?
Nö.. da waren keine spannenderen Persönlichkeiten in meinem Leben. Allerdings gibt es eine ganz besondere Person im meinem Leben, Harvey. Ich pflegte Elvis immer als King zu betiteln, nun habe ich einen neuen KING.

Gibt es eine kleine Anekdote / Geschichte während Ihrer Zeit mit Betty Page die noch nicht erzählt wurde und die Sie evtl. für die Leser meiner Burlesque Kolumne erzählen möchten? 🙂
Ich glaube es ist alles erzählt über Bettie. Als wir uns 1955 am Filmset trafen hatten wir immer eine tolle Zeit und wurden berühmt. Sie hatte ihr ganz persönliche feenartige Sexiness. Ich habe viele Jahre lang vergeblich versucht mich mit Ihr in Verbindung zu setzen. Dennoch ist etwas von Ihr geblieben, die Bettie Page Collection die ich im übrigen demnächst als Host einer Burlesque Show in Portland und Beverly präsentieren werde.

Gab es in der Vergangenheit wie heute Designer dessen Fashion Sie besonders geschätzt haben. Sowohl auf der Bühne als auch im alltäglichen Leben?
Yves St. Laurent, Oscar de la Renta und natürlich, Bettie Page.

Burlesque hat sich in den letzten Jahren wieder zu einer Kunstform entwickelt die unter anderem durch so wunderbare Persönlichkeiten wie Dita von Teese und Bernie Dexter zu neuem Glanz gefunden hat. Was bedeutet für Sie ganz persönlich das Wörtchen „BURLESQUE“?
Das klassische Burlesque läßt immer Spielraum für die Phantasie, die Tänzerinnen müssen wunderbare Kostüme tragen, passende Musik haben und ein hohes Maß an Personality um mit dem Publikum zu spielen. Das ist das was mich berühmt gemacht hat. Wenn ich die Bühne betrete kommt etwas aus meinem Innerem das das Publikum fesselt. Schönheit und Bewegung reicht nicht aus.. da muß noch etwas anderes sein.

Heute findet man Burlesque an jeder Straßenecke. Die Medien stürzen sich drauf und immer mehr Künstler zieht es auf die Bühne um sich kunstvoll auszuziehen. Gab es diesen Trend damals ebenso? Wurden Sie schonmal gebeten Kurse zu geben oder gehörte diese Kunstform eher zur Subkultur?
Zu meiner Zeit waren die Comidians die Showattraktion, Burlesque gehörte nur als add-on dazu. Ich begann als Gruppentänzer und arbeitete mich zum Headliner. Es war eine tolle Zeit und es ist so spaßig nun dieses Revival zu sehen.

Im Sommer wurde das BURLESQUE HALL OF FAME Museum in Las Vegas eröffnet, das im übrigen auf meiner Besuchswunschliste ganz oben steht. Wie weit waren Sie in die Entstehung des Museums involviert?
Ich habe nichts zu tun mit dem Musuem außer das ich kürzlich das rote Band mit zerschnitten habe, dennoch findet man in dem Museum eine Menge Bilder von mir und meinen Performances.

Im November wird der im Internet so kontrovers diskutierte Film „BURLESQUE“ mit Christina Aguilera ins Kino kommen. Was halten Sie von dem Streifen und in wie weit zeigt der Film autobiografische Elemente Ihrer Lebensgeschichte?
Ich habe den Film bisher nicht gesehen aber Freunde die ich respektiere erzählten mir das es Teile meines Lebens enthält. Ich weiß natürlich das es um eine Mädchen geht das aus dem Süden kommt um in Kalifornien ein Star zu werden, aber ich werde erstmal warten und mir den Film ansehen, bevor ich was dazu sage. Vor drei Jahren hat Christina Aguilera in der Presse davon geredet das der Film über das Leben von Tempest Storm handelt.. aber wir warten mal ab.

Abschließend möchte ich mich nochmal bei Bernie Dexter für das Bekanntmachen mit der Ikone der Burlesquewelt bedanken… !!!

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