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Drachenzähmen leicht gemacht im Zoo-Palast Berlin

oder in jeder Hinsicht eine Reise in die Vergangenheit

blog_Drachenzaehmen
© Dreamworks

Es war einmal vor gefühlten 2 Millionen Jahren in einer kleinen großen Stadt, umgeben von hohen Mauern ein Lichtspielhaus das so viel Größe und Prestige hatte das sich Schlangen vor vielen Vorstellungen bildeten. Mehr noch.. es gab Zeiten wo eine Vorreservierung überaus angebracht war. Das waren die Zeiten in denen man noch Geld bezahlen mußte um die Stadtmauern zu verlassen und Gerüchten zufolge lebte hinter den Mauern ein böser Drache. Der Drache des Sozialismus herrschte außerhalb von West-Berlin…. und die armen eingesperrten Menschen innerhalb der Mauern suchten die Unterhaltung im einzig wahren Lichtspielhaus Berlins… dem ZOO-PALAST. Als kleiner Mensch stand man davor und war ergriffen von der Größe, von der Pracht, vom Foyer und natürlich von der Leinwand. Dies sollte später im Royal-Palast, der wohl größten Leinwand Europas nochmal in den Schatten gestellt werden… aber ganz ehrlich … der Royal Palast hatte nie den Ruhm.

Nun waren die Drachen getötet, das Land wiedervereint, die großen Kudamm Kinos allesamt abgerissen oder zweckentfremdet, mal abgesehen von ein paar kleinen Ausnahmen und die Zeit reif für eine Rückkehr. Wie in alten Zeiten besorgte ich natürlich schon am nachmittag die Karten für die Abendvorstellung des neuen Animationsstreifens „Drachenzähmen leicht gemacht“ von den Machern von Shrek. Schon aus diesem Grund ein Muß!! Die abendliche Rückkehr war mehr oder weniger verwunderlich.. statt böse Schlangen am Eingang… ein Durchmarsch bis zum Snackschalter. Auch der Eintritt ins Kino war.. naja.. sagen wir mal unproblematisch bis hin zu erschreckend leergefegt. Der Kinosaal vollkommen unbesetzt.. und das 15 min vor Vorstellungsbeginn… immerhin gesellten sich so ca. 10 Männeken noch zu uns. Erstaunlich wie die Zeiten am Lack des großen Riesen genagt haben. Furchtbar wie die Mulitplexxe die Menschen vom Kudamm wegziehen.. erdrückend wie sehr der große Zoo-Palast taumelt in Ermangelung von Zuschauern.

http://www.youtube.com/watch?v=YazSf14K_so

Der Film hingegen war eine Punktlandung in jeder Hinsicht. Von Anfang an berauschte der Animationsstreifen mit witzigen Dialogen, frechen Sprüchen, haarsträubenden Fremdschämungen und toller 3D Animation. Ich prognostiziere das diese 3D Technik immer mehr Filme überrollen wird, denn die Entwicklung muß im Zeitalter von HD und Blueray auch im Kino weitergehen. Letztendlich sind die großen Leinwände der Grund warum Filme gemacht werden. Daran muß immer wieder erinnert werden….!! In der Story geht es wie so oft um Unverständnis für die Lebenweise des anderen…. dieses Thema ist und bleibt brandaktuell, doch letztendlich gewinnt natürlich die Vernunft und die Unverstandenen gewinnen immer den Respekt der Masse. Ob das im realen Leben auch so easy klappt wag ich zwar auch in Hinsicht auf viele aktuelle Dinge bezweifeln.. umsomehr jedoch lohnt es sich, sich für zwei Stunden der 3D Illusion hinzugeben und zu genießen.

Das Revival im Zoo-Palast schloß mit dem Eindruck des Rückweges zum Auto über den Hardenbergplatz. Einst der Hauptumschlagplatz der Touristen die den ehemaligen Hauptbahnhof ZOO aufsuchten um in die Welt hinauszureisen, nun eine Restverwertung von Callcentern, alkoholisierten Schwachmaten und Kubikmeter Dreck und Müll. Der goldenen Westsymboliken wurden offenbar doch heimlich und ganz leise geschluckt vom großen Drachen Sozialismus… 😉 … wissentlich und ohne Gegenwehr bleibt dem Zoo-Palast nur noch das warten auf ein Drachenzähmer oder auf einen Präparator in Form eines Insolvenzverwalters.

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