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Divine Carousel – Travestie in Berlin kann verzaubern

oder ein Stückchen glitzerndes Berlin im guten alten Westen

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© Ma Aini

In Berlin erwartet der geneigte Tourist oft eine bunte Vielfalt an Travestie. Schließlich gab es das immer und warum sollten die legendären Veranstaltungen plötzlich nicht mehr existieren? Chez Romy oder Chez Nous waren weit über die Grenzen von Berlin bekannt und doch kann ich sagen, das es heute nicht einfach ist, eine hochwertige Travestieshow jenseits des Trashs in Berlin zu finden. Versteht mich nicht falsch.. ich liebe natürlich auch Trash.. aber beim Titel Divine Carousel erwartet man eben den juten alten Glamour. Viele entsprechende Etablissements mussten schliessen und für große Theater scheint diese Nische nicht lukrativ genug zu sein. Ikenna Beney hatte seinerzeit am Potsdamer Platz den Versuch unternommen, diese Kunst wiederzubeleben, leider nicht von Dauer. Nun greift der Designer und Travestiekünstler Ruda Puda, nach Erfolgen in Las Vegas, zu diesem Strohhalm und inszenierte gestern Abend mit drei Kolleginnen in der legendären Filmbühne am Steinplatz das 2. Divine Carousel mit dem Titel „Verzaubert“.

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Das ehemalige Kino nutzt den damaligen Kinosaal seit Jahren als Theater und Veranstaltungslocation und bot einen schicken Rahmen für dieses Abenteuer. Alt-Westberliner trafen auf Travestiebegeisterte und natürlich Freunde und Familie der Akteurinnen. Diese explosive Mischung diente als Garant für eine aussergewöhnlich tolle Stimmung. Die Besucher rockten die Show und wenn der Applause das Brot des Künstlers ist, dann haben die Damen auf der Bühne im Anschluß garantiert ein echtes Glutenproblem ;). Doch kommen wir mal zur Show. Achtung… ich übe jetzt konstruktive Kritik 😉 ;). Gleich zu Anfang durfte man nämlich Teil haben an dem Versuch einer CABARET Einleitung, in der der Conferencier leider wenig überzeugte. Plan- und charmelos versuchte er Fehler zu kaschieren und den ersten Act anzusagen. Mir grauste … und erst als die bunten Kostüme von Ruda Puda samt Mädels die Bühne betraten konnten meine Augen und Ohren entkrampfen. Um es vorweg zu nehmen… es gab eine berauschende Vielfalt aus Travestiekostümen, Lipsynchperformances, Choreografien und sogar Livegesang. Gefehlt haben mir ein wenig die Props auf der Bühne… warum z.b. saß die Protagonistin beim Ariellesong auf dem Boden? Ein Stuhl mit Stoff als Ersatz für einen Stein wäre einfach und hübsch gewesen. Beeindruckend professionell fand ich die schnellen Kostümwechsel – Planung und Organisation liefen fast perfekt – da wirkte es auch charmant wenn Ruda ab und zu fragte ob die nächste Künstlerin bereit wäre.

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Die Show hatte gute Acts, schöne Gruppen- und Einzelchoreografien und vor allem viel Herzblut, das man deutlich gespürt hat. Kleinere Fehler im Ton waren kein Problem, auch wenn die Livestimmen vielleicht nicht unbedingt alle, einem Poptitan standhalten würden (wobei das eh wurscht ist watt der sagt ;)) – für diese Show waren sie gut mit Potential nach oben. Der einzige Kritikpunkt, der unausweichlich im Raume stand, war die Moderation. Entweder man entscheidet sich komplett dagegen und versucht alle Acts so zu takten, das keine Lücken entstehen ODER, und das würde ich sehr empfehlen, man sucht sich eine gute Moderation, der sich vorher mit der Show beschäftigt, Lücken füllen kann und vor allem den Text kennt. Das Divine Carousel von Ruda Puda ist eine moderne Travestieshow mit Anleihen an die gute alte Tradition des Glitzer und Glamour, die es verdient hat, weiter zu wachsen. Meine persönlichen Highlights in der Show waren: Ruda Puda als Ru Paul, Vanessa da Silva als brasilianische Sambatänzerin, Nikita Vegaz mit dem Livesong Golden Eye und last but not least…. Sugar la Diva in ihrer orientalischen Verführung, die gar keine weiteren Tänzer gebraucht hätte. Auch als Candyman Trio haben mir die Damen mehr als ein breites Lächeln auf die ungeschminkten Lippen gezaubert… es war als Gesamtbild einfach schön. Insgesamt könnte man die Lipsynch- und Tanzacts etwas straffen… aber DANN… meine LIEBEN… DANN gehört diese kleine Produktion zu den GROSSEN, soviel ist sicher. Mädels macht weiter so und bringt dem grauen Berlin die bunte Travestievielfalt zurück. Die nächsten Shows sind am 17. April, 15. Mai und 12. Juni und Karten bekommt man bei allen VVK Stellen und ONLINE bei Eventim.de.

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