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Die traumhafte Meret und The Tiny Teeth in berliNoise

oder pure Poesie in zauberhaftem Bild und Ton…

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© Sybille Bergemann

Als Meret (Becker) das letzte Mal im Wintergarten auftrat hat mich dummerweise irgendwie anderweiliges beschäftigt oder ich war einfach nicht sensibel genug, die vielen positiven Empfehlungen zu verarbeiten. Seit gestern weiß ich … das war eine meiner vielen Fehlentscheidungen. Die gestrige Vorstellung im Tipi Zelt am Kanzleramt hat mich tief bewegt. Es war Poesie für die Sinne. Mal kräftig und laut, mal ganz zart und fragil, immer jedoch traumhaft. Schon zu Beginn prasselten riesige Tropfen auf die wasserdichte Hülle des blauen Zeltes am Kanzleramt und rahmten ein gutes Essen in eine wunderbare Stimmung. Der Gong ertönte, die Lichter wurden gelöscht und die Bühne in ein blaues Licht getaucht. Eine Puppe eröffnete die Zeremonie der Träume und erinnerte mich an den wunderbaren David Lynch. Töne und Bilder entstanden vor meinen Augen und Ohren und ließen mich immer tiefer in die Welt von Meret und die Tiny Teeth eintauchen. Wie in einem symbolischen Wald irrt man hin und her und möchte gar nicht herausfinden… möchte nicht den Weg finden der wieder zur geraden Straße und damit nach Hause führt.

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Fragile Klangwelten verzaubern genauso wie improvisiert wirkende Tonexperimente mit klingenden Sägen und Glasharfen. Dazu unterstreicht Merets Stimme kräftig wie leise flüsternd die Töne und beide ergeben eine Symbiose aus der ich am liebsten nicht mehr aufgetaucht wäre. Auch wenn der laut prasselnde Regen manches zarte Tönchen verschluckt hat, so hatte man das Gefühl das dieses Wetter für diesen Auftritt gebucht war. Meret wäre nicht Meret wenn sie nicht auch Anleihen im Zirkus in die Gesamtperformance eingebaut hätte und so fanden sich kleine feine Zaubertricks und lebende Tiere in der Manege 😉 genauso wieder, wie eine akrobatische Reifennummer hoch oben im Tipi Zelt. Elfengleich räkelte sie sich im schwebenden Reifen und auch hier sehe ich traumgleiche Bilder ohne dabei die Augen schließen zu müssen.

Piano, Cello, Gitarre, singende Säge, Drehorgel, Spieluhr oder auch Glasharfe harmonieren miteinander wie selten und geben den bewegten Bildern so viel Kraft obwohl sie gleichzeitig zerbrechlich wirken, Brüche in der Musik und im Text stehen dabei genauso im Mittelpunkt wie ihre Outfits… ick war absolut geflashed. Das letzte Mal ist mir das bei den TigerLillies passiert, die im übrigen auch bald wieder in den Zelten spielen. Meret versteht es mit einfachen Mitteln ein Kunstwerk zu erschaffen das in der Gesamtkomposotion so unglaublich groß und schön ist, das es einem die Sprache verschlägt. Man möchte für immer und alle Zeit ihren Tönen lauschen und dabei in ihre Welt entgleiten… Danke Meret… für diesen grandiosen Abend. Bis zum 1.5. spielt die traumhafte Meret und The Tiny Teeth mit dem Programm berliNoise noch im Tipi. Wer sich das entgehen läßt … begeht den gleichen Fehler wie ich vor 1,5 Jahren…

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