Queerlesque Magazine – Kultur – Burlesque – Dragqueen – Berlin
4 Comments 613 Views

Die Beziehungen der Nan Goldin – Poste Restante Ausstellung im c/o Berlin

oder „Meine Fotos entstehen aus Beziehungen, nicht aus Beobachtungen.” Nan Goldin

blog_nangoldin04
Alle Fotografien © Nan Goldin mit freundlicher Genehmigung von c/o Berlin

Das Postfuhramt in der Oranienburger Straße 35/36 gehört mittlerweile zu den interessantesten Ausstellungsorten Berlins und C/O Berlin bietet quasi nahtlos hochwertige Ausstellungen, direkte Nachwuchsförderung sowie Programme zur visuellen Bildung für Kinder und Jugendliche und damit einem breitem Publikum das Medium Fotografie an, in all seinen Facetten lebendig und professionell. Nach Anne Leibovitz, Pierre et Gille und Bettina Rheims wird nun eine weitere wunderbare Künstlerin Ihre Werke in Berlin präsentieren – Nan Goldin.

„Ihre Fotos beru?hren und schockieren – heute ebenso wie vor 30 Jahren. Sie faszinieren jedoch nicht unbedingt aufgrund der Themen zwischen Glamour und Gosse mit raren Momenten von Normalita?t und Glu?ck, sondern wegen ihrer radikalen Intimita?t. Nan Goldin na?hert sich mit der Kamera nur denen, die ihr nah stehen und fa?ngt so sensibel das allta?gliche Leid aus Krankheit, Abha?ngigkeit, Gewalt und Exzess ein. Sie nimmt nicht nur Anteil am harten Leben ihrer Freunde und Familie, sondern ist selbst elementarer Teil. Immer wieder verweisen ihre fotografischen Innen- und Außenansichten auf die Verflechtung mit ihrem eigenen Schicksal. Das akute Elend der anderen wird gleichsam zum Bild ihrer eigenen elenden Befindlichkeit.

blog_nangoldin05
Alle Fotografien © Nan Goldin mit freundlicher Genehmigung von c/o Berlin

Die Unmittelbarkeit ihrer Bilder ist darin begru?ndet, dass ihr Voyeurismus auf den Exhibitionismus ihrer Umwelt trifft. Drogenmissbrauch, sexuelle Ho?rigkeit, diffuse Geschlechterrollen und die Folgen von AIDS konnte Goldin als eine der ersten so direkt dokumentieren. Mit diesem ho?chst politischen visuellen Tagebuch durchbricht sie immer noch Tabuthemen. Auch in ihrer Bildsprache ist diese perso?nliche Na?he, Lebenslust und menschliche Wa?rme stets pra?sent. Ihre Fotografien sind keine perfekten Bilder, sondern Schnappschu?sse. Zum Teil farblich unausgewogen und verschwommen sind sie Bekenntnisse zu einem professionellen Dilletantismus. So stellt sich bei ihren Bildern die klassische Frage nach der Authentizita?t oder Konstruktion von Realita?t durch das Medium Fotografie nicht. Denn na?her als Goldin kann man am abgebildeten Geschehen kaum teilhaben.“ Quelle c/o Berlin

blog_nangoldin06
Alle Fotografien © Nan Goldin mit freundlicher Genehmigung von c/o Berlin

Nan Goldin’s wunderbares Buch „The other Side“ beleuchtet wie kaum ein anderes die Welt der Transgender, Travestie und DragQueens mit einmaligen Bildern. Das Bild der beiden Queens auf der Rückbank des Taxis ist so unglaublich real und aussagestark… ich selber habe oft genug, in vielen Aggregatzuständen auf solch einer Rückbank gesessen und sogar schon einmal ein ähnlich trashiges Shooting gehabt. Wiedereinmal ist es den Gründern Ingo Pott, Marc Naroska und Stephan Erfurt gelungen eine Ausstellung zu realisieren die weit über Berlin hinaus Beachtung finden wird. Die Ausstellungseröffnung am 9.10. wird nur noch durch die persönliche Anwesendheit der Künstlerin am 10.10. um 16 Uhr getoppt… Das es mir eine Freude sein wird dort in der kommenden Woche zu erscheinen muß ich nicht erwähnen, Schade nur das das Wochenende schon mit einem Städtebesuch in London verplant ist. Axxo und … wegen des zu erwartenden großen Interesses bittet C/O Berlin um rechtzeitigen Erwerb einer Eintrittskarte direkt am Empfang. Der Vorverkauf läuft. Die Karten kosten 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Reservierungen werden nicht entgegengenommen.

About the author:
Has 2709 Articles

4 COMMENTS
  1. Frau Hölle

    Sehr interessant … vielleicht komm ich irgendwie billig an ihre Bücher … schöne Bilder … und bei dem Bild im Taxi … links … irgendwie dachte ich an die Beckham … *grübel*

  2. Clara

    Ihre Fotos sind schlicht wunderbar! Ich weiss noch wie ich in Paris zig Postkarten mit dem obersten Bild drauf gekauft und an alle verschickt habe die ich kannte…
    Vielen Dank für diesen Ausstellungstip, Sheila.
    Das lass ich mir auf gar keinen Fall entgehen!

LEAVE YOUR COMMENT

Your email address will not be published. Required fields are marked *

BITTE ALS MENSCH IDENTIFIZIEREN. DANKE. *

RELATED ARTICLES
ABOUT
QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
Galerie
Blonde BombshellZuckerbrot und PeitscheO zapft is ! 2017Sayonara Tokyo PremiereSparkeling OverloadThank you for following me here and on instagramPeek-a-Boo by Videnoir FashionDie fabelhafte Welt der Fabelwesen :)
RSS BURLESQUE FASHION
  • Burlesque Dessous stärken das Selbstbewusstsein
    © Shutterstock Es ist kein Geheimnis, dass viele Frauen großen Wert auf schöne Dessous legen. Eine Frau, die ästhetisch ansprechende und hochwertige Wäsche trägt, fühlt sich sexy, ganz gleich, was sie darüber trägt. Die Gewissheit schöne und aufregende Wäsche zu tragen, verhilft Frauen zu mehr Selbstbewusstsein und verbessert die Ausstrahlung. Dessous helfen unvorteilhafte Körperpartien zu […]
  • Traumhafte Nachthemden – Verführerisch auf der Bühne und im Schlafzimmer
    © shutterstock Mit traumhaften Dessous kann jede Frau einen tollen Auftritt hinlegen – Hollywood sei Dank. Schließlich kam das Babydoll erst durch den US-amerikanischen Spielfirm Baby Doll – Begehre nicht des anderen Weib aus dem Jahr 1956 in Mode. Auch das Negligé kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, wurde es doch schon im 18. Jahrhundert […]

Back to Top

banner_closer

LIEBE CLOSER LESER
ICH FREUE MICH ÜBER EUER INTERESSE UND MÖCHTE EUCH NEBEN DIESER KULTURKOLUMNE NOCH MEINE INSTAGRAM SEITE EMPFEHLEN.
SCHAUT MAL VORBEI.

×
FOLLOW ME ON INSTAGRAM

banner_closer

AN ALLE LESER DES MAGAZINS ‚CLOSER‘
VIELEN VIELEN DANK FÜR EUER INTERESSE. AKTUELLE PROJEKTE UND BILDER MEINER ARBEIT FINDET IHR AUF INSTAGRAM !
ÜBER EIN HERZ ODER EIN FOLLOW FREUE ICH MICH SEHR.
DANKESCHÖN!

×