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Diagnose: sterbenskranker Hypochonder

oder krank oder nicht krank das ist hier die Frage…

Ach was war das noch für eine schöne Zeit als man als ernstgenommener Patient fröhlich zum guten alten Onkel Doktor ging um sich gesundschustern zu lassen. Da wurde man hofiert, gründlich durchgecheckt – um im Anschluss ordentlich einbalsamiert zu werden, hübsch mit Mullbinden umwickelt um dann 3000 Jahre, im eigenen Ruheraum zu entspannen. Und das auch noch auf der Sonnenseite dieses Planetens mit eigenem historischen Spitzdach. Heute hingegen kann man schon froh sein wenn man überhaupt einen zeitnahen Termin vor der kostensparenden Einäscherung bekommt. Und wenn man sich dann als Google zertifizierter Hypochonder lieber gleich in die Notaufnahme schleppt und mit letzter Kraft um ein wenig Mitgefühl bettelt, bekommt man die Frage gestellt, warum man nicht zum Hausarzt gehinkt ist, man könne doch noch laufen und sehe doch das die blutenden Patienten wichtiger sind… !!

Tja es ist ein Teufelskreis indem man sich dank der modernen Suchmaschinen Diagnose befindet. Dabei ist die Selbstdiagnose die schönste Form der Selbstfindung, ja quasi ein Ritterschlag für jede hypochondrisch gequälte Seele. Ach … eigentlich ist Googles Wissen über die menschliche Anatomie ein Sechser im Lotto für jeden Suchenden. Im Zusammenspiel mit einem Drucker lassen sich ganze Krankenakten zusammentragen und jeder ist somit in der Lage seine vollständigen Bewerbungsunterlagen für das Amt des Bürgermeisters der Hypochonder gleich beim ersten Besuch des Hausarztes auf den Tisch zu knallen – ein Traum – isn’t it?

Natürlich mögen das die Ratefuchse in Weiss gar nicht, wenn so ein hergelaufener Flatrate Junkie ihnen einen Lösungsansatz vorgibt …. Neee das mögen ’se ganz und gar nicht. Schließlich will ja jeder für sich rätseln und stellt Euch mal vor ihr bekommt das Ende eines spannenden Thrillers schon zu Beginn aufgetischt. Das würde euch auch nicht gefallen… Und ein Thriller ist unser Organismus.. soviel ist sicher. So wird also alles nochmal im Schnelldurchlauf auf den Tisch gebracht um dann  nach dem Try & Error Prinzip ein bissl auf Lösungssuche für die Funktionsstörung des Probanten zu gehen. Schlussendlich wird dann das Smartphone bemüht um der Beschwerde einen klangvollen Namen zu geben. Ein Hoch auf unsere digitale Revolution – aber ganz unter uns, letztendlich sind doch Ärzte auch nur Menschen und 2000 Jahre nach Christi können wir uns glücklich schätzen wenn überhaupt ein Mensch 1% unseres Organismus versteht. Schließlich ist der Körper kein von Menschenhand entwickeltes Objekt…. naja.. mit Ausnahme der Körper einiger Prominente jenseits der 50 Lenze.

Andererseits ist Google ja kein Mensch – insofern wendet sich mein hypochondrischer Blick wieder auf dieses kleine Eingabefeld … Hmmmn… was tippe ich nun… Ach ja ich weiß: „Symptom Hypochondrie“.

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