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Der Tod stand mir gut im Berliner Irrenhaus

oder die vielen bunten Geschichten aus der Berliner Underground Nervenklinik

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Seit fast neun Jahren findet man in Berlins Nachtleben eine Nervenklinik die all das queere Volk einsammelt, das sich am dritten Samstag im Monat auf den Weg macht, um in Bonnys Ranch Spaß zu haben. Dabei werden die „Gäste“ von so nettem Pflegepersonal wie Sponge Bob, einer verbrannten Solariumfachkraft und einer überdimensionalen Erdbeere mit Löwenkopf betreut. Selbst wenn die Veranstaltungen vor dem Irrenhaus durchaus noch hohes Potential haben und es ein wenig im Herzen schmerzt, eine wirklich gute Veranstaltung, mit netten Menschen, tollen Gesprächen und einer Hammershow zu verlassen – ich muß es tun. Ein innerer Drang zwingt mich immer wieder heimzukehren in meine persönliche Lieblingsnervenklinik. Dieses Wochenende war es wiedermal besonders gut gefüllt…. zu viele Hilfesuchende waren in Berlin auf der Straße und fanden in Ninas Anlaufstelle eine Zuflucht.

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Selbstverständlich wurde den Selbst-Einweisern eine wunderbare Show geboten, die allerdings wiedereinmal in einer wilden Ferkelei endete.. watt echt schade ist, denn ick verweigere mich immer öfter mich in der ersten Reihe vollsauen zu lassen und darunter leidet leider auch meine Dokumentationsenthusiasmus. Und selbst an der Seite gab es wieder die volle Ladung „whatever“ ins Gesicht… aber ditt kann natürlich ’ne halbtote Irre nicht aus dem Konzept bringen… nee … da rennste dann ma schnell aufs Klo und versuchst zu retten was zu retten ist…. SO DIE IDEE… *Falsch* Wenn die Showmusike im Irrenhouse ertönt, dann strömen die Verrückten zur Bühne und ein rauskommen ist dann unmöglich. Ditt is auch so’n Trick von Nina, der Oberpflegerin, denn du mußt dann quasi die Show kieken .. ob du nu willst oder nicht…. andererseits watt hat man sonst so für Entertainment inner Klappse… NIX…. naja.. außer vielleicht Gläser aufn Boden schmeißen oder Striche der verbleibenen Tage an die Wand pinseln. Also hinsehen wenn die Irrenhouse Allstar Group beste Travestie von der Bühne scheppert.

An der Stelle muß ich kurz einhaken und verkünden das es eine Newcomerin am Himmel der Irrenhaus Travestie geben wird. Jemand der versuchen wird die durchgeknallte Horde Patienten ebenfalls mit einer kleinen Bühnenshow zu bespaßen. Ob den Gästen anschließend die Sabberfahnen aus dem Schnabel hängt oder tosender Applause ertönt wird sich noch herausstellen… Fakt ist aber der Weg dorthin, auf diese Bühne, war ein Steiniger *lol* … aber im März Programm der Berliner Vorzeige Klappsmühle werde ich wohl mein Bestes geben. Witzigerweise jibbs sogar noch am gleichen Tag ’ne Generalprobe im Roadrunners zur einmaligen Teaserettes Circus Show!! See me twice a day *lol* … um anschließend mit einer Overdosis von mir die Schnauze voll zu haben.

Apropos „Schnauze voll“… der Weg aus dem irrem Haus war quasi „the impossible mission“ und ich behaupte einfach mal das nur der Arm eines Gentlemans mein Leben gerettet hat. Nicht der meiner Begleiterinnen, die hätten mich elendig vor der Anstalt verrecken lassen. Der Schneematsch-Glatteis Gefahr hilflos ausgesetzt reichte mir ein vorbeilaufender Samariter den Arm und brachte mich zumindest zur Straße. So weit isses schon… der nächste Schritt wäre dann ein Rollgehhilfe am Straßenrand für Travestie-Künstler die die Mitte des Lebens überschritten haben *lol*

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Hätt ich gewußt das Ihr noch kommt hätt ich Kuchen da… Kuchen da…..
© Christian Graffenberger www.lautundspitz.de

Abschließend bleibt nur noch zu erwähnen das mir beim Anblick von Melli kurz schwindelig wurde… denn das Frl. Magic trug tatsächlich eine Tulpenkreation… für alle Fashionunwissenden unter Euch möchte ich das kurz erklären. TULPEN trägt die Frau von heute auf den roten Teppichen dieser Welt, auf Galaveranstaltungen und / oder bei der Hochzeit. Mal abgesehen von letzterem behaupte ich mal das die ersten Facts nicht auf den Geburtstagsclub zutreffen. Ob Melli allerdings Ihre Hand demjenigen gereicht hat der Ihr einen dicken Klunker an die Hand gesteckt hat… möchte ich an der Stelle mal offen lassen *grins*…. Nach Olivia Jones nun auch Melli Magic in sündhaft teurer Robe… *congrats* zum Lottogewinn :-)

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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