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Der smago Award Marathon im MOA Hotel Berlin

oder eine Reise in die unbekannte Schager-Dimensionen

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Die Gala-Preisverleihung der Schlagerbranche gehört nun wirklich nicht zu den Gefilden, die ich häufig besuche und doch machte es mich neugierig, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde. Schlager… das scheint das neue Allheilmittel unserer Nation zu sein und irgendwie muss ich sagen, hat der Abend das Versprechen gehalten. Ich habe viele viele beglückte und unterhaltene Gesichter gesehen und sogar einige Male… und ich betone EINIGE Male eine echte Emotion inkl. Gänsepelle bei mir selbst verspürt – Danke Frau Milster. Zwar war es manchmal auch etwas befremdlich wenn z.B. Günther Gabriel sich vormachte, das Johnny Cash wohl der deutsche Gunther gewesen sei, aber mein Gott… ein wenig Selbstironie soll ja ganz gesund sein. Ganze 30 smago Awards wurden am Sonntag im MOA Hotel verliehen und ich hätte nicht im Leben damit gerechnet, das das ein 4.5 Stunden Marathon wird. Ich habe ja selber die Neigung Shows etwas zu überfrachten aber das war aus meiner Sicht dann doch zu lang. Nach gut 2.5 Stunden konnte ich leider nicht mehr sitzen und gesellte mich zu jenen, die draussen an der geschlossenen Bar ihr Glück suchten oder ihrer Zigarettensucht fröhnten.

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Doch – alles auf Anfang… ich beginne mal von vorne. Erstmal muss ich sagen ist das MOA Hotel eine schöne Location gerade in dieser Jahreszeit. Ein riesiges Parkhaus ermöglicht die komfortable Unterbringung des eigenen PKW mit Zugang direkt zum Hotel. Akkreditierungsschalter und Red Carpet waren strukturiert und sogar moderiert – was einigen Fotografen die Arbeit wohl sehr erleichterte. Dazu kam eine üppige Bühne mit schicker Lichttechnik und Videoinstallationen. Man kann mit Recht behaupten hier bekommt der zahlende Zuschauer was geboten für’s Geld. Bei der Moderation könnte man meckern.. mach ich aber nicht 😉 – der Mann war mit seinem roten Samtsakko gestraft genug ;). Auch die paar kleinen technischen Patzer waren nicht erwähnenswert – dafür war es live und z.B. die wunderbare Angelika Milster hat die Panne perfekt in Szene gesetzt. Auch Dorthe Kollo oder die Band von Florian Silbereisen haben aus der Not eine sympatische Tugend gemacht. Im übrigen konnte Florian Silbereisen als ‚erfolgreichster Showmaster des Jahres‘ und als Mitglied von KLUBBB3 in der Kategorie ‚erfolgreichste Schlagerband Europas‘ gleich zwei Preise mit nach Hause nehmen. Da kannte mal sehen welchen Stellenwert der Schlager hat. Ungeahnt spannend empfand ich die Combo, die sich Haudegen nannte. Zwei echte Berliner Schnauzen, die bekannte Berliner Lieder aus der vergangenen Zeit in die Schlagerwelt transportierten, nicht ohne die schönen Anmerkung, das Musik der Schlüssel zur Überwindung von Grenzen ist – das gilt genauso für musikalische Grenzen.

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Mary Roos hingegen versuchte sich mit Wolfgang Trepper an Satire. Nun weiß man ja das seit Böhmermann das Satire alles darf und dennoch empfand ich das Gelabere tief unter der Gürtellinie etwas schwierig… wobei ich nicht so sehr die bösen Worte über Conchita Wurst schlimm fand – das kennt man ja zur genüge und ist auch nicht sonderlich orginell… sondern eher das Gelächter des Saals. Anyway… gesungen hat die gute Mary aber ganz wunderbar. Als Problem hat sich auch die Anreise für viele Schlagergrößen dargestellt. Einige Künstler konnten leider aufgrund des Schneegestöbers nicht anwesend sein was letztendlich aberauch dem Zeitplan sehr gut tat ;). Alles in allem ist der smago! Award eine lustige und schräge Veranstaltung mit der Möglichkeit seinen Idolen so sah zu sein wie selten aber genauso kann man auch kräftigst mitzuschunkeln. Entweder mit einigen Glas Sekt oder einfach nur mit richtig guter Laune kann sich das auch jeder Nicht-Schlager-Enthusiast antun. Ich jedenfalls hatte alles in allem Spaß – nur leider blieb mir kaum Zeit auf der Aftershow das Essen zu geniessen weil es hintenraus eben doch zu lange ging. Das nächste Mal bin ich aber vorbereitet ;). Schlußendlich weiß ich nun endlich was SMAGO überhaupt bedeutet: Schlager-Magazin Online! 🙂

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