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Der endlose Marsch des Christopher Street Day Berlin 2012

oder neue Route – neues Glück?


Nach einem CSD können Berliner Taxis auch ein Segen und große Befreiung sein 🙂

Die Presse schreibt was vom erfolgreichsten CSD Berlin ever, die CSD Leitung bestätigt großes Engagement der Zuschauer an der neuen CSD Route und alle jubeln sich die Hucke voll. Mnhh… was soll ich sagen – ich kann da leider nicht in der Gänze zustimmen. Einerseits liebe ich Veränderungen, denn nur Veränderungen öffnen Türen und bringen uns weiter… andererseits ist altbewährtes in manchen Situationen auch gut. Der CSD Berlin 2012 startete an der Gitschiner Strasse und hatte etwas von einer Kreuzberger Hasenjagd – wobei man als laufender Teilnehmer im Dauerstress war weil die Trucks einem an den Hacken hingen. Es schien fast so als wenn diese Strasse nur für ein gewisses Zeitfenster gemietet wurde ;-), was sich auch darin zeigte das schon gegen 17 Uhr ein Großteil der Strecke sauber geputzt und für den Verkehr freigegeben war. Während der Schatten der Hochbahn sehr angenehm war ging es dann durch relativ kleine Strassen über den Potsdamer Platz mit einer Extraschleife bis hin zum Brandenburger Tor.

Es ging sogar durch Strassen die ick als automobiler Mensch nicht nicht mal kannte und ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen konnte das dort Trucks durchpassen 😉 … Typische Knotenpunkte mit großem Menschenandrang gab es irgendwie auch nicht… oder ich hatte einfach durch die Massen an Augenmakeup eine schlechte Sicht 😉 …. die vielen huntertausend Menschen die angbeblich die Strecke säumen sollten waren offenbar sehr gut im „unauffällig“ beobachten. Na gut .. einige Menschen waren schon da… aber wenn ich das mal mit früheren CSDs vergleiche war es gefühlt deutlich ruhiger. Und wenn ich den Berliner CSD in direkten Vergleich mit Köln stelle.. ja dann.. also dann.. dann ziehen wir klar den kürzeren. Was mich allerdings positiv überrascht hat war der politische Anspruch in Bezug auf die unsäglichen Machenschaften in Rußland und die Tatsache das ich viele Kinder an der Strecke gesehen hab.. die dann zumindest „sowas“ schon mal gesehen haben, in der Hoffnung das das von den jeweiligen Eltern nicht mißbraucht wird im Sinne von „Jonas oder Babette… sowas außerirdisches machst du aber nicht!!“

Wie üblich verlief der CSD Berlin 2012 wieder ein wenig anders als geplant. Denn wie schon mal erwähnt war es das Ziel zumindest die Hälfte der Parade lauftechnisch zu absolvieren um Gesicht und Haut zu zeigen, um dann netterweise den Truck von GAYMAXX zu besteigen. Als Kolumnistin und damit jemand die mehr oder minder zum Erfolg einer Publikation „ehrenamtlich“ beiträgt, war es abgesprochen das ich jederzeit diesen Truck heimsuchen könnte und natürlich ein Plätzchen inne haben würde. Nun … leider sah die Realität anders auch. Ein extrem unfreundlicher Penner im aufgepumpten Muskelanzug verlangte irgendwelche Bändchen, die ich natürlich nicht vorweisen konnte… und zack… fiel meine gute Laune ins Bodenlose. Einerseits war ick nach halber Strecke ziemlich alle… zumal auch die Getränkeshopping Gelegenheiten etwas spartanisch ausfielen, wie ich fand.. und andererseits brachte selbst das Namedropping des verantwortlichen Ansprechpartner überhaupt gar nix. Ick kann es einfach nicht leiden wenn man sich selber immer den Arsch aufreisst, immer alle extrem kurzfristigen Termine hinbekommt und dann mal eine minimale Gegenleistung haben will.. und es nicht funktioniert. Sowas kollidiert extrem mit meiner Toleranzgrenze… Liebes GAYMAXX MAGAZIN bei aller Liebe – das ist ein NO GO!

Bepisst und schlecht gelaunt ging es dann zu Fuß zumindest noch ein wenig weiter.. doch der Konsum vielerlei Spaßmacher macht jene Menschen die dann irgendwann den Respekt vor der anderen Person verlieren und gerne mal ins Volle langen nicht wirklich sympatischer – an der Stelle war es dann Zeit für mich zu gehen. Ob ich jemals die Endkundgebung sehen werden bezweifel ich langsam wirklich… gern hätte ich Conchita Wurst mal live gesehen… aber watt nicht is.. soll wohl nicht sein. Im Schatten der amerikanischen Botschaft wurde auf dem Absatz kehrt gemacht und gen Heimat gestöckelt. Ein nettes Fahrradtaxi brachte meene Feder und Glitzerbande noch in Richtung Alex.. wobei mir dann irgendwann auffiel das mein Auto ja in Kreuzberg stand… tse tse… Ärger kann wirklich den Geist vernebeln… Der Ärger ist heute einigermaßen verzogen. Ich denke wir haben den ein oder anderen mit nackten Tatsachen davon überzeugen können das „Trans“-Whatever nicht bedeutet das man krank ist, auch wenn die eigene Herstellung unserer Catsuits diese Assoziation erlaubt ;-), sondern lediglich eine andere Herangehensweise an das Leben  und den Tag ist. Auch wenn bei uns viel für und von der Show lebt… so ist das ein Weg den geneigten „Normalbürger“ zu erreichen – mit Stil und Klasse.

Bilder und Fotos vom Berliner CSD 2012 und den tollen Menschen gibt es HIER

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2 COMMENTS
  1. zoe delay

    Das mit den Trucks, die einem die Hacken abfahren kenne ich auch und die muskebepackten security Typen auch. Ich habe mich auch mal wieder mit einem angelegt

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