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Denis Fischer Premiere in der Bar jeder Vernunft

oder der Zigeunerjunge präsentierte schwere Küsse von Wespen

Es ist meist so das man als jüngerer Bruder im Schatten des älteren steht… zumindest war das bei mir immer so – nur das ick die ältere „Schwester“ war 😉 .. haha … bei Denis Fischer ist das anders. Als Bruder des Chansonniers Tim Fischer muß er sich mit seiner Stimme nicht hinter seinem Bruder verstecken. Mal kraftvoll und voller Leidenschaft, mal verletzlich warm aus den Tiefen des Herzens bezirtzt er das Mirkofon um seine Interpretation der Federico Garcia Lorca Gedichte zu präsentieren. Ich muß gestehen ich hatte Denis Fischer nur einmal kurz zusammen mit der wunderbaren Romy Haag live erleben dürfen und fand das beide Stimmen wunderbar harmonierten. Diese unterschwellige Leonard Cohen Tonierung war dabei unverkennbar. Nun hinkt der Vergleich bei Romy allerdings ein wenig, denn Romy Haag ist Romy Haag und war schon immer einzigartig. Doch bei Denis habe ich persönlich immer den Altmeister im Kopf der mit Hut und geschlossenen Augen „Hallelujah“ ins Mikrofon haucht. So auch gestern. Wahrscheinlich ist es unheimlich schwer sich von so einem Schwergewicht zu befreien wenn man erstmal darauf festgelegt wurde und damit Erfolge gefeiert hat.

Die neuen Stücke waren schwer, voller gesanglicher Tragik und tiefer Emotion. In den Texten konnte man den lyrischen Ursprung des verschollenen Poeten klar erkennen und genau das hat wohl teilweise mein Unbehagen geschürt. Es war mir an manchen Stellen dann doch zu schwer was wiederum auch an meiner emotionellen Lage gelegen haben kann. Erst in der zweiten Halbzeit konnten mich traditionelle Stücke von Cohen, auf grandiose Art interpretiert und mit wunderbarer Stimme dargeboten, wieder begeistern. Leider wurde diese Begeisterung dann wieder erdrosselt während eines endlos wirkenden Gitarrenstücks. Bevor ich mir eine Premiere anschaue, vergewaltige ich natürlich Youtube und höre mir alles mögliche zu dem Künstler an, um dann meistens LIVE noch einmal mehr begeistert zu sein. Begeistert war ich, allerdings mehr von der Stimme an sich, als von manchen Stücken diesen Abends. Ich glaube ich wäre bei „Devil in Disguise“ besser aufgehoben gewesen. Zumal zwei Typen hinter mir auf irgendwelche falschen Töne hinwiesen, die ich mit meinem laienhaften Gehörwindungen natürlich nicht hörte. Witzigerweise stellten sich die beiden eine interessante Frage, nachdem sie von der wohl glamourösesten Servicekraft des Abends bedient wurden: „Wie nennt man einen heterosexuellen Mann der sich Frauenkleidern darstellt?… “ – haha.. ick bin fast vom Hocker gefallen und hätt ich nicht gerade ein 200g Rindersteak vor der Nase gehabt, hätt ich mich zu gerne in die Diskussion eingebracht 😉

Wobei ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann wie man bei dem wohl graziösesten Kellner der gesamten Berliner Kulturlandschaft an Heterosexualität denken kann ;-). Nun gut … der Abend hielt dennoch tolle Momente bereit und für mich noch einige Leonard Cohen CDs und Videos bis tief in den morgen…  inspiriert durch „Take this Waltz“ und „Hallelujah“ von Denis Fischer. Mein Fazit für den Abend: himmelhoch juchtzend – zu Tode betrübt. Ach und obwohl sich Sven Ratzke und Gerhard Winterle auf der Wintergarten Gala fest vorgenommen haben mein Alter Ego zu erkennen hatten sie keine Chance… Gerhard hielt mich sogar für den Sohn von Herrn Strecker… ich wußte nichtmal das er einen hat… 🙂 und freue mich am Montag auf die Nachtspiele ebenfalls in der Bar jeder Vernunft.

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