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Das hellste Wahnsinns Musical ever im Berliner Wintergarten

oder they did it again…

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Eigentlich sind Wiederaufnahmen immer etwas schwierig. Die Story ist bekannt, die Songs schon einmal erklungen und die Überraschung längst beerdigt. Nicht aber in der aktuellen Wiederaufnahme der Show „Der helle Wahnsinn“ im Berliner Wintergarten. Doch bevor ich in den Genuß dieser Show kam, übrigens die mit Abstand beste Show, die ich je im Wintergarten gesehen habe,  gabs eine Führung durch die neuen Katakomben der Unterwelt des Wintergartens. Besuchern wird spätestens beim Gang zur Toilette aufgefallen sein, das die Bauarbeiten im WIGA scheinbar endlos sind. Nun wurde Licht ins Dunkel der Kellergewölbe gebracht und der gemeine Auserwählte durfte einer kleinen Vorabpressekonferenz beiwohnen, die erklärt was unter dem ehrwürdigen Theater in der Potsdamer Strasse gerade alles passiert. Ich gebe zu, es braucht trotz der langen Bauzeit noch immer Fantasie sich das kommende Boudoir vorzustellen aber es klingt tatsächlich nach dem hellen Wahnsinn, was dort für die Damen in Zukunft alles geboten wird :).

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Wiga Unterwelten Entwu?rfe © Fiona Bennett, Hans Bo?hme, Assistenz Svenja Frisch

Und dann sollte es auch schon losgehen. Der Gong schellte und das Irrenhaus der Nachkriegszeit öffnete seine Pforten um den geneigten Zuschauer mitzunehmen in die unglaublche Symbiose aus Musical und Varieteshow. Einmalige Acts eingebunden in eine wunderbare Geschichte, mit berauschenden Charakteren, wie z.B. der grandiosen RitscheRatsche Helmut, der mir von der Premiere gar nicht so in Erinnerung geblieben ist. Nun aber gehörte er zu meinen heimlichen Favouriten. Generell glaube ich, das es sich absolut lohnt mehrmals in dieses perfekt inszenierte Stück zu gehen, denn all die wunderbaren Details kann man beim ersten und sogar beim zweiten Mal nicht alle erfassen. Es scheint auch das dieses Stück nach der ersten Spielzeit nochmal gewachsen ist. Punktgenau servieren alle Künstler des ersten Cast ihre berauschenden Performances im Rahmen der melancholischen Storyline, die einen aber nicht runterzieht sondern nur wie Rauchschwaden in der Luft hängt. Das Lachen aber auch das Weinen wird einem nicht erschwert und letztendlich gehört der emotionale Wirbelsturm zu jedem guten Theaterstück. Das Staatsballett Berlin hatte vor Jahren mal den Slogan „Du wirst ganz und gar bewegt“ und genau das liefert nun endlich mal wieder das wunderbare Wintergarten Variete Berlin. Die BASE Berlin Macher Markus Pabst und der Allround Entertainer Jack Woodhead haben sich mit dieser Idee aus meiner Sicht ein Denkmal gesetzt und ich glaube zu wissen wie schwer es ist sowas großes zu komponieren und letztendlich wie weit ich davon entfernt bin 😉 … .

Einen der Acts jetzt besonders zu würdigen fällt mir tatsächlich richtig schwer. Und dennoch muss ich ein paar namentlich in diesen Beitrag einbauen. Angefangen vom Genie der Boden- und Luftakrobatik David Pereira, der in der Rolle des Jungens, der das KZ im Charakter eines Mädchens überlebt hat und nun als Star für eine Freakshow in die USA exportiert werden soll, über eine atemberaubende Sarah Bowden, die in jeder Sekunde der Show in der Rolle der shizophrenen „Persönlichkeit“ etliche Charaktere verkörpert und tanzt, steppt und singt als wenn es ums eigene Leben geht. Unglaublich wundertollstens. Natürlich möchte ich den anfangs erwähnten Helmut, von den wunderbar komischen Collins Brothers, besonders herzen – seine Ritscheratsche Rolle wurde langsam aufgebaut und holte mich am Schluß mit einem Knall ab… „fuckin‘ ritscheratsche fantastic“. Wenn ihr Euch die Show in den nächsten Monaten anschaut (und das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl) müßt ihr das Augenmerk aber auch auf die sanften Übergänge legen, die zwischen den Künstlern den perfekten roten Faden umgarnen. Eine Gesamtkompositon in der selbst die leeren Räume mit Poesie gefüllt sind…

Ein paar tolle Bilder kommen morgen von Redcarpetreports.de

Hach ja… ich muss einfach noch schnell die sensationelle Fussakrobatin Nata Galkina loben oder Florian Zumkehr, der mir wie jedesmal den Schweiß auf die Stirn trieb. Natürlich gehört Angels Seilakrobatik in diesen Beitrag oder all die wunderbaren musikalischen Elemente des Stückes, die von der Band live dargeboten werden und bald sogar auf CD gebannt sind. Last but not least ist auch mein Lieblingsmensch Rummelsnuff wieder mit von der irren Party. Es grenzt tatsächlich an ein kleines Wunder das alle Charaktere der Ursprungsidee tatsächlich wieder mit auf der Bühne des Wintergartens standen – denn die Welt begehrt nach so kreativen Menschen und das ist auch gut so. Ganz am Schluß war mir nicht ganz klar warum die absolut verdienten Standing Ovations ausblieben. Vielleicht lag es daran das die Geschichte aus meiner Sicht nicht zu Ende erzählt und ein wenig im David Lynch Stil offen gelassen wird aber wahrscheinlich ist das nur ein Cliffhanger und Markus Pabst und Co haben schon eine Fortsetzung in Planung 🙂 ! Was aus meiner Sicht doch mal ein einzigartiges Highlight im Musicalsegment wär :). Alle die die Show bisher verpasst haben sollten hier sofort bestellen: http://www.wintergarten-berlin.de und die vielleicht letzte Gelegenheit auf dieses Meisterwerk nicht verpassen.

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