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Das Geld anderer Leute

oder eine Unart der Neuzeit

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Immer öfter treff ich auf Situationen bei der sich mir die rasierten Nackenhaare hochstellen. In fast jeder Branche scheint sich ein Virus auszubreiten, der die Vernichtung von Kapital als oberste Direktive hat. Wohlgemerkt nicht das eigene, sondern das Geld jener Personen, die es vermeintlich dicke haben – „wo es ja nichts ausmacht“. Wenn ich solch Sprüche höre könnt ich kotzen. Es gehört sich einfach nicht mit dem Geld anderer Leute herumzuspielen, nur weil man der Meinung ist, derjenige hat ja genug, das würde man mit der eigenen Kohle auch nicht tun.

Kürzlich ist mir ein Koch im Boulevard Berlin in Steglitz am Fischbraterstand aufgefallen. Eigentlich hätte der Mann einen ruhigen Job haben können. Fisch ist nicht jedermanns Sache und schon gar nicht in einem Shoppingcenter. Er hätte sich entspannt zurücklehnen können und warten bis der eine Kunde am Tag mal nach dem Weg zu Klo fragt, doch er benahm sich wie ein Marktschreier, bewarb seine Kunst der Zubereitung und seine Produkte und…. verkaufte ordentlich frisch gebratenen Fisch und zur Not auch mal Spagetti. Ihm war es einfach zu blöd Geld zu nehmen und nichts dafür zu tun.

Jedoch ist das wohl eher die Ausnahme. In der Regel möchte der gemeine Homosapiens wenig tun und viel bekommen. Jetzt könnte ich des Berliner liebsten Kind, den Flughafen BER, anführen, aber ich muss gar nicht so weit in die Ferne schweifen. Auch im direkten Burlesque Umfeld wird gerne mal beratend zur Hand gegangen und dabei wenig bis gar nicht darauf geachtet, ob ein Event ggf. mit einem anderen kollidiert und somit das Risiko in Kauf genommen, das der Veranstalter ohne wesentliches Publikum eine Minusrunde einfährt. Hinterher heißt es dann wieder „die fehlende Werbung“ sei schuld. Nach nunmehr einigen selbstfinanzierten Events meinerseits, kenn ich das Risiko und auch das Bauchgefühl wenn am Ende des Abends die Kohle durch die Finger gleitet und man Geld von Zuhause mitbringt. Schön ist anders! Deswegen bin ich kein großer Freund von Menschen die wenig Verantwortung übernehmen und letztendlich genau wissen.. das sie am Ende NULL Risiko gegangen sind und schön die Taschen voll haben während jemand anderes mit Bauchschmerzen ins Bett geht…. diese Art der Zusammenarbeit ist für mich moderne Wegelagerei…

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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