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Das Geburtstagsgeschenk: Burlesque in und aus Neukölln

oder ein Roadtrip in die alte Heimat

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© Kindl Stuben

Die jute alte Sonnenallee. Schaffenszelle meines Seins – Teil meiner Kreativität und mitverantwortlich für das was ich heute bin. Eine Anfrage als Geburtstagsüberraschung um in diesen Teil meiner Vergangenheit zurückzukehren war gelinde gesagt – voller Emotionalität. Eigentlich habe ich vor gut 25 Jahren diesem Bezirk den nicht epilierten Rücken gekehrt. Die Strassen waren gerade am verwelken.. die Läden standen mehr und mehr zur Vermietung. Alte Klassiker wie Fleischerei Müller und Bäckerei Krause wurden von Dönerschuppen und Spielhallen verdrängt. Neukölln war auf dem absteigenden Ast. Das sich das schon seit einer Weile verändert wurde mir nicht nur durch Kurt Krömer ab und an zugesteckt.

In diesem Sinne freute ich mich dolle auf einen Auftritt in einem Laden der sich Kindl Stuben nennt und unmittelbar auf meinem alten Schulweg lag :). Nun könnte man denken, das wäre so eine abgehalfterte Kneipe, die den letzten verbliebenen Original Neuköllnern noch als Tränke dient – doch das ist falsch gedacht. Die Kindl Stuben bieten Kunst, Kultur und gutes Essen und natürlich die perfekte Location für einen schönen runden Geburtstag samt kleiner Burlesque Einlage in Form von … na könnt ihr Euch’s denken.. genau.. MIR. Spannend war auch die bunte Mischung an Menschen, die sowohl als Gäste, als Besucher aber auch als Vorbeischlenderer zu beobachten waren. Und ganz herzlich war das betutteln das mir entgegengebracht wurde… THANK YOU!!

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© Kindl Stuben

Aber um nochmal auf die Vorbeischlenderer einzugehen.. gab es dann noch eine Begegnung der unerwarteten Art. Boris – ein Mann im besten Alter, weisser Rauschebart, „kleines“ Bäuchlein und gerade im Genuß eines Dürüm Döners schlenderte gleich zweimal an unserem lustigen Tisch vor der Kindl Stube vorbei um beim zweiten Mal nett zu grüßen. Als gebürtige Ur-Neuköllnerin gab ich so einen Gruß natürlich gerne zurück und kaum 1 Minute später saß Boris an unserem Tisch – natürlich nicht ohne nett zu fragen. Was dann geschah kam auch für mich unerwartet. Boris war eine Travestie Lexikon.. angefangen vom Chez Romy, über Chez Nous, Pulverfass, Carte Blanche, Ikennas Travestie Abenteuer am Potsdamer Platz usw.. er kannte alles. Als Techniker war er Teil von vielen Ereignissen dieser Szene und wären ich nicht irgendwann wieder zu mir gekommen – ich würde noch JETZT da mit ihm sitzen und labern. Seinen großen Wunsch/Hoffnung in Berlin mal wieder ein echtes Travestie Theater zu installieren konnte ich zwar nicht erfüllen aber zumindest beweisen, das gute Damenimitation noch nicht ausgestorben ist 🙂 .. Danke and all die fleissigen Mädels die die Walpurgisnacht für mich so spannend gemacht haben und Danke and Boris und den Kindl Stuben für einen tollen Rahmen.

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