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CSD Köln 2010 Nachgeburt

Oder so weit einen die kleinen Füßlein tragen

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photo ©
Manuela Kron

Es ist definitiv eine Herausforderung die Mammutstrecke des Kölner CSDs in 14 cm High-Heels zu stöckeln, vor allem deswegen weil ich in Berlin wirklich geschwächelt habe und es nicht mal zum Wahrzeichen der Stadt geschafft habe. Ein Duo aus sensationellen Fahrradtaxis hat mir quasi den Arsch … oder sollte ich eher sagen… den Fuß … eigentlich sogar beide Füße gerettet. Doch trotz dieser Höllenqualen wagte ich mich in meinem hohen Alter erneut auf diese Strecke… denn wer nicht wagt der nicht gewinnt. Einziger Unterschied, die Heels waren diesmal von Buffalo. Und was soll ich sagen… Ick hab tatsächlich das Ende erreicht, wie früher als mein Körper noch so jung war, das er genug Adrenalin produziert hat um die Schmerzen auszublenden.

Ein junges Mädel mit einer niedlichen Zahnspange in den Farben der Deutschen Fußballelf fragte mich etwa auf der Hälfte der Strecke wie wir es fertig brächten so lange und so elegant in den Töppen zu balancieren. Meine Antwort verunsicherte ditt junge Ding ein wenig. Botox in den Ballen und sündhaft teures Schuhwerk hatte sie als Antwort nicht erwartet *lol* natürlich klärte ich sie anschließend auf … Ick will ja nicht schuld sein wenn die Eltern ’nen Kredit aufnehmen müssen. Zumindest mußte ich feststellen das ein ordentliches Paar High-Heels doch tatsächlich einen CSD einfacher macht. Und das war nicht das einzige was besser war an der Cologne Pride 2010. Der Kölner CSD 2010 war wieder eine Steigerung dessen was ich in Berlin erlebt habe, die Kölner Jecken wissen einfach wie man mitfeiert und natürlich auch warum sie da sind. Im Gegensatz zu den vielen homophoben Horrormeldungen aus Berlin, die mir in letzter Zeit zu Ohren kommen, traf ich auf diesem CSD in Köln Tausende von toleranten Menschen die wenig oder keine Berührungsängste vor dem „anders“ sein hatten. Warum gerade in letzter Zeit die Schwelle der Respektlosigkeit immer öfters überschritten wird kann ich nicht sagen aber ich möchte auch in diesem Beitrag die Notwendigkeit dieser Veranstaltungen unbedingt betonen. Die CSDs sehen aus wie große Partyumzüge, sind jedoch viel mehr.

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photo © Simon Kühn

Viele queere Menschen trauen sich nur an diesen Tagen offen dazu zu stehen wofür sie eigentlich schwärmen. Sei es aus Angst vor Repressionen innerhalb ihres Umfeldes oder einfach nur weil man an solchen Tagen nicht so sehr auffällt. Der Beweggrund spielt eigentlich eine Nebenrolle… wichtig ist das so vielen Menschen wie möglich klar gemacht wird: „Anders sein“ gibt es nicht. Nur weil man irgendeiner Norm hinterher rennt ist man aus meiner Sicht nicht wirklich normal – was allerdings im Umkehrschluß bedeutet das man auch nicht besonders ist nur weil man es nicht tut. Jeder Mensch hat eine Besonderheit schon bei der Geburt mitbekommen – und die gilt es zu finden und zu leben. Warum es jetzt Leute gibt die das nicht akzeptieren können bzw. warum es Eltern gibt die Ihren Kindern nicht den nötigen Respekt vermittel können ist mir nach wie vor ein echtes Rätsel.

Aber um nun nochmal auf den Titel des Beitrages einzugehen… kann ich mit Fug und Recht behaupten das die Nachgeburt der diesjährigen CSD Saison die für mich nun offiziell zu Ende geht… Schwellungen und Rötungen an vielen Stellen meines Körpers sind. Woher die alle kommen wees ick zwar.. aber das weiß eine schwangere Frau ja auch ohne darüber im nachhinein wirklich glücklich zu sein *lol*….. ob die Schmerzen allerdings vergleichbar sind.. wage ich zu bezweifeln 😉

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