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Conchita Wurst im Berliner Admiralspalast

oder ein kleines intimes Beisammensein mit 450 Fans…

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Conchita hat die Welt verändert – zum positiven wie ich finde. Der Eurovision Song Contest ist keine Religion, keine politische Strömung und kein Must-have… aber er hat vor zwei Jahren gezeigt, das queere Menschen durch ihn Teil der Öffentlichkeit werden können und nicht mehr wegzudiskutieren sind. Conchita hat ausserdem bewiesen das Menschen zwischen den Schubladen der Gesellschaft auch noch intelligent sein und authentische Meinungen äußern können, die weit über Nägel lackieren und Haare fönen hinausgehen. Klischees bedient sie so gut wie nie… sie ist optisch immer en vogue und brilliert durch Stil und Detailliebe und ihre Erscheinung wirkt auch nie „verkleidet“. Nun… warum sollte man so einen Menschen nicht als Vorbild ansehen können? Nur weil sie sie die Genderbarriere durchbricht… Bullshit! Das müssen sich auch die rund 450 Fans im kleinen Studio des Admiralspalastes gesagt haben, denn die waren nämlich komplett aus dem Häuschen. Ich kann die Fanbase gar nicht beschreiben ausser … es ging durch die gesamte internationale Gesellschaftsstruktur. Von 6 – 70, gebildet oder auch nicht, Nerd oder Hausfrau, schwul oder was anderes war wohl alles dabei. Ja, selbst Personen, die jedes der Konzerte von Conchita live erlebt haben waren natürlich vor Ort. Ich finde diese Bereitschaft wirklich beeindruckend – vielleicht würde mir das sogar ein bisschen Angst machen.. aber so what.. so funktioniert eben Hingabe. Als Dank dafür gab es eine Geburtstagstorte UND ein Liedchen… das da die Tränchen flossen kann man sich vorstellen.

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Das Konzert war natürlich ausverkauft und auf die Frage warum nicht der große Saal gemietet wurde, kam die Aussage, das man lieber den Spatz in der Hand hat, als die Taube auf dem Dach. Bodenständig und echt wie ich finde – obwohl ich glaube, Conchita hätte locker die doppelte Menge an Menschen gerockt. Anyway… ich bekam erstmalig die Chance Conchita auch vor der Bühne live zu erleben… das letzte Mal lauschte ich leider nur hinter der Bühne kurz nach ihrem Sieg des ESC bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Wiener Stadtsaal im Rahmen des Boylesque Festivals in Wien und wartete auf den Curtain Call um dann mit der frischgebackenen Königin des Bartes auf der Bühne gefeiert zu werden.

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Die Atmospähre im eher technisch aussehenden Studio des Admiralspalastes wurde durch die Emotionen der Gäste deutlich verbessert, so das auch die imposante Videoinstallation, die man vom ESC kennt, nicht sehr fehlte. Während sie zwischen den Liedern immer kleine Anekdoten über die letzten zwei Jahre zum besten gab, bot sich mitten im Konzert dann auch die Möglichkeit ihr Fragen zu stellen um das heiß geliebte Selfie zu bekommen. Die Fragen waren meistens leider eher unspannend und mir auch etwas zu lang gezogen. Dennoch.. das Publikum hätte wahrscheinlich noch 2 Std. weiter gefragt um den Bildbeweis zu erhalten. Niedlich fand ich eine Anmerkung einer älteren Dame, die wohl schon einige Briefe geschrieben hat… (ja so echte handgeschriebene… ) und bis dato wohl nie eine Antwort bekam. Mich würde jetzt schon mal interessieren ob sie die nun erhalten hat und was drin stand 🙂 .

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Musikalisch überzeugten mich vor allem ihre eigenen Songs. Bei Coversongs sehe ich in erster Linie immer das Original und wenn das Cover dann nicht mit ganz viel Eigenständigkeit daherkommt, wie z.B. bei Camille O’Sullivan, dann ist es immer „nur“ eine Kopie. Die eigenen Songs hatten aus meiner Sicht ein großes Volumen und Kraft und haben live viel Spaß gemacht. In diesem Sinne kann man sagen… Conchita ist sich größtenteils Treu geblieben und wird sich nach diesem letzten Konzert in Berlin auf die neue Platte stürzen…. man darf gespannt sein. Letztendlich kam ich am Schluß noch in den Genuß ein paar Worte im Backstage mit ihr über die gemeinsame Vergangenheit in Wien zu wechseln und letztendlich dann doch noch über so banale Dinge wie Zweithaar 🙂 ….

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