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Cirque Rouge – eine Reise im Orient Express im Wintergarten

oder oben HUI und unten ziemlich NACKIG 🙂

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Es gestaltet sich für mich immer besonders schwer, wenn ich über Dinge schreiben muss/möchte, die mir nicht zu 100% gefallen haben. Wobei ich anmerken darf, das das was ich nun zu sagen habe, Kritik auf hohem Niveau ist, aber das sind die Eintrittspreise letztendlich auch gewesen. Das Cirque Rouge Burlesque Theater fand seinen Platz am Montag im wunderbaren Wintergarten, der immer mehr ein Spielplatz der Burlesque Szene wird. Und das obwohl ich mal gehört habe, das die erste Burlesque Show zur Wiedereröffnung des Wintergartens gar nicht so des Betreibers liebstes Kind war :). Zeiten ändern sich und das ist auch gut so. Das Cirque Rouge ist eine Exportproduktion aus Österreich unter der künsterlischen Leitung von Kalinka Kalaschnikow. Es hieß das man mit ihren Cast durch den Orient und die Welt reist – und ein bisschen war es auch so… zumindest wenn man weiß welche Nationalitäten auf der Bühne stehen und sich die Requisiten mancher Acts anschaut.

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Es waren vor allem in der zweiten Halbzeit schöne Bilder zu sehen, beispielsweise mit Lada Redstar, die mit ihrer Insekten Performance für mich immer ein Highlight ist, auch wenn das Publikum im Wintergarten diesmal wenig emotional reagierte. Auch der wunderbar illuminierte Isisflügeltanz von Vicky Butterfly stach deutlich heraus und begeisterte. Doch als ich in der Pause den Meinungen meiner Tischnachbarn lauschte und vor allem im Anschluß einige leere Plätze bestaunte, war mir klar… die Show erreicht das Publikum nicht vollständig. Den Grund darin sehe ich vor allem in der Moderation. Mit wenig Emotionen versuchen die beiden Erzähler eine Geschichte auszubreiten und sind dabei sehr mit sich beschäftigt. Es fehlt die Ansprache, es fehlt an Tiefe, es fehlt der Kontakt… und ich kann das sagen … denn mir ging es zur 2. Vaudeville Revue auf der großen Bühne des TIPIs ebenso. Es ist eine Sache ein kleinen Club mit 100-150 Männeken mitzunehmen und überdimensional mit Props und guten Acts zu punkten aber einen WINTERGARTEN oder ein TIPI mit Seele zu füllen… dazu gehört mehr. Ich musste das selber schmerzlich feststellen und habe mir Menschen geholt, die das können. Der Cirque Rouge sollte das auch tun.. denn die Idee ist toll. Eine Burlesque Nummernrevue in eine schlüssige Geschichte einzubetten macht Sinn und hätte ich das Spektakel im Ballhaus Mitte gesehen, hätte ich wahrscheinlich weniger gesottert. Man hätte den Conferenciers letztendlich abnehmen müssen, das sie auf dieser Reise schon einmal waren. Dem war leider nicht so. Niemand in meiner Reihe hat sich gefühlt als wäre er auf Reisen… und genau das hat viele gestört.

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Es gab dennoch ein paar wunderschöne Bilder mit riesigen Props auf der Bühne und auch zwei Artisten waren an Bord des Orient Express. Diese Burlesque-Cabaret Show gehört bestimmt zu den größeren Produktionen in dem Genre aber wie ich aus eigener Erfahrung weiß, kochen letztendlich alle nur mit Wasser. Die Kunst ist es allerdings das Wasser in Wein zu verwandeln und die Gäste mit dem Zeuchs abzufüllen, so das sie beschwingt aus dem Theater fallen und im besten Fall noch auf dem Bordstein von fernen Orten träumen. Das können nur die besten Miraculixe. Diesen Anspruch sollte man sich als Produzent aufbürden, denn wie sagte mein zugereister Tischnachbar während der Cirque Rouge Show: „Wenn man sich für 53,00 EUR Karten kauft, dann möchte man in Berlin etwas Herausragendes erleben, denn diese Stadt bietet zu gleicher Zeit unglaublich viel Alternativen für weniger Geld.“. Das kann ich so unterschreiben und habe ihm die kommende WIGA Show „Der helle Wahnsinn“ empfohlen :). Mein Fazit: Gute Idee mit vielen schönen Performances – leider fehlt es am Schluß an „Personality“. Weitere Termine der Show findet ihr HIER. (Und nochmal zum Verständnis.. wir reden hier von Premium Entertainment und keiner Burlesque Undergroundsause für 15 EUR!!!)

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