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Casa Susanna als Vorlage für Casa Valentina

oder eine kleine Oase inmitten der fiesen realen Welt

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© Manhattan Theatre Club

Es ist schon eigenartig das ich nach so langer Zeit immer noch Juwelen der transgenialen Welt entdecken darf. Manchmal ist es wie verhext und die interessantesten Geschichten bleiben über eine gefühlte Ewigkeit unentdeckt. So geschehen bei einer Geschichte, die man unter dem wunderbaren Namen Casa Susanna findet. Mir wurde diese Geschichte nur zugetragen, weil es am Broadway ein neues Stück gibt, mit dem Namen Casa Valentina. Niemand geringeres als Harvey Fierstein schrieb eine Geschichte, die sich natürlich an einer wahren Story orientiert. Wie immer schreibt das Leben einfach die besten Abenteuer. Fierstein war übrigens bei Kinky Boots und La Cage aux Folles auch nicht ganz unbeteiligt 😉 ….

Und nun nimmt er sich einer Geschichte an, die in den 1960er begann und ein wenig wie ein Gender-Märchen klingt. In der wunderbaren Casa Susanna, einer viktorianisch anmutenden Villa, die bezeichnenderweise nach der Inhaberin Susanna benannt wurde, lebte ein gutbürgerliches verheiratetes Paar, das ein Paradies für trans’geniale Menschen schuf. Vorwiegend heteroorientierte Familienväter lebten in dieser kleinen Enklave ihren temporären Drang aus, im anderen Geschlecht Urlaub zu nehmen. Ausserdem hatten diese Crossdress Ausflüge ganz „normaler“ Bürger kaum sexuelle Hintergründe, sondern waren echte Kurztrips in ganz normale Tätigkeiten. Neben Hand- und Hausarbeiten, lustigen Kaffeekränzchen, Scrabble Abende und Tagesausflüge, gab es Themen wie die Familie, das Passing, Schmink- und Haarstylings und natürlich Diskussionen über die Ängste etwas „falsches“ zu tun. Aus heutiger Sicht vieler Transvestiten wahrscheinlich der Garten Eden – ich meine es gibt ähnliche Ansätze in der heutigen Zeit aber bei weitem nicht in voller Konsequenz.

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© From “Casa Susanna”: Edited by Michel Hurst and Robert Swope (Powerhouse Books)

Natürlich entstanden bei all diesen Zusammentreffen unzählige Bilder und Fotos, die Anfang der 70er dann eingemottet wurden. Wahrscheinlich auch weil Susanna sich entschloss ihr Leben als Frau fortzuführen. Entdeckt wurden die Abenteurerinnen aber erst 2005 durch einen Zufall. Eben diese Bilder fanden sich auf einen Flohmarkt wieder und wurden von Michael Hurst und Robert Swope in einer kleinen Dokumentation namens Casa Susanna zusammengefasst. Nun wird diese einmalige Geschichte sogar den Broadway begeistern und hoffentlich ein paar Menschen mehr bereit sein, die Geschlechterschranken im kopf zu öffnen. Denn was die Girls 1960 in New Jersey zelebriert haben war die absolute Freiheit des Seins… ohne gesellschaftliche Restriktionen und ohne die in den Jahren angedichteten Perversionen. Zur Zeit laufen die ersten Voraufführungen und anhand des kleinen Videos oben kann man schon einen ersten Eindruck bekommen wohin die Reise geht … 🙂 … ick freu mir und hoffe das die Produktion eine lange Haltbarkeit haben wird damit ich ggf. den Broadway besuchen kann. Denn ich bezweifle das Good Old Germany an so einem Thema Interesse haben wird…. wer die ganze Story lesen mag klickt hier

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