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Brüder, Schwestern, Töchter und Söhne im Barneys New York

oder Luxusshoppen muß nicht mainstream sein

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© Barneys NY

Die Deutsche Werbung ist so langweilig wie selten zuvor. Immer die gleichen Protagonisten, ausgediente Dschungelqueens und andere Silikon Vollpfosten prostituieren sich für Produkte, die sie alles andere als glaubhaft verkaufen. Der Konsument darf nicht verwirrt werden ist das oberste Leitmotto der Werber. Ein bewährtes Image muss um jeden Preis erhalten werden, koste es was es wolle, selbst wenn das bedeutet, das man im Sumpf der Gewöhnlichkeit versinkt. Zur Not zieht man das Münchhausen-Ass aus dem Ärmel und platziert einen realitätsfremden „Wendler“ auf seine Titelseiten – der glaubt nach 5 Minuten eh alles was ihm erzählt wird. Die allseits beliebte Universallösung heißt Masse statt Klasse – den Spot einfach in Heavy Rotation durchnudeln und zack… Cheyenne aus Obertupfingen kennt das Produkt – ganz im Stil des großen Überseekonzerne – dachte ich bis gestern.

„Zack“ – und schon ist mein Weltbild wieder ein klein bisschen mehr im rechten Licht, denn Barneys Frühlings Kampagne 2014: Brothers, Sisters, Sons & Daughters arbeitet ausschließlich mit transidenten Models. 17 Frauen und Männer, die nicht von Geburt an ihr gefühltes Geschlecht erleben durften, sind die Gesichter und Personen hinter dieser Kampagne. Ihre Namen sind Arin Andrews, Edie Charles, Valentijn de Hingh, Ashley de la Cruz, Sawyer Devuyst, Peche Di, Dezjorn Gauthier, Trevon Haynes, Katie Hill, Eve Lindley, Niki M’nray, Ryley Pogensky, Ines Rau, May Simon, Ahya Taylor, Maxie Neu und Gisele Xtravaganza. Das ist endlich mal INNOVATIV – das lenkt eine gesunde Aufmerksamkeit auf ein ganz NORMALES Thema . Es zeigt die Menschen, die sich entschieden haben so zu leben wie sie sich fühlen. Um nichts anderes geht es – innere Zufriedenheit.

Menschen mit Mode zu erreichen ist im Zeitalter des medialen Fashion Overkills kaum noch möglich und genau deshalb finde ich den Schritt so mutig und bezweifle, das dahinter eiskalte Kalkulation steckt – nicht so wie es aufbereitet ist. Es ist ein Brückenschlag zu einer breiten genormten Gesellschaft über den Weg der Mode, geschossen von einer Ikone der Fotografie in New York: Bruce Weber. Sensibel und ohne Geschreie werden wunderbare Menschen beleuchtet und ermuntern vielleicht jene, die normalerweise um fast jeden Preis im sogenannten Stealth Modus im Mainstream mitschwimmen. Zehn Prozent der Erlöse kommen auch noch zwei Einrichtungen zugute, die sich für die Rechte von transidenten Personen einsetzen. Ich ziehe meinen Hut vor dem Mut der Protagonisten und der Entscheider vom Luxuskaufhaus Barneys und würde mir wünschen, das so eine Entscheidung mal hierzulande getroffen wird. Nun ja… wir brauchen eben oftmals etwas länger. Ist aber auch keine Wunder mit dieser sich kaum bewegenden Bratschwester, die uns regiert.

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