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Berliner CSD verleiht Friedrichstadt-Palast den Sonderpreis fu?r Zivilcourage

oder ein Sonderpreis mit Folgen…


© CSD Berlin

Leider ist es immer wieder so, das Regierungen verantwortlich sind wenn der grenzübergreifende Kunstaustausch den Bach runter geht. Denn was passiert wenn Regierungsverantwortliche nicht genug Grips in der Birne haben, durften wir bereits mehrfach in der Geschichte miterleben. Die Situation in Russland für Andersdenkende und für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Personen  ist unerträglich und das in einem Ausmaß, das wenig mit einer toleranten und zivilisierten Gesellschaft zu tun hat. Der Antrieb für diese Verfolgung ist und wird mir wohl immer vollkommen schleierhaft bleiben. Wissen tue ich aber aus eigener Erfahrung das Homosexualität weder ansteckend ist, noch bei heterosexuellen Menschen irgendwelche anderweiligen Gelüste weckt. Letztendlich hat jedes Individuum auf diesem Planeten das Recht seinem Herz zu folgen und niemand hat das Recht das zu verbieten. Nun hat Berlins größtes Theater wiedermal auf kultureller Ebene reagiert und den Kontakt zu Organisationen als auch Künstler beendet. Ob diese Maßnahme bei den Obrigen ankommt bleibt zu hoffen, denn bei den Künstlern trifft es leider mitten ins Herz. Ich befürworte zwar diesen Schritt, sehe aber auch die vielen kleinen Unternehmen die wenig mit der Staatsführung zu tun haben.. und hoffe das diese Künstler trotzdem einen Weg der weiteren Zusammenarbeit finden 🙁

Zitat:

Auf seiner heutigen Pressekonferenz zum „Internationalen Tag gegen Homophobie“, der jedes Jahr am 17. Mai begangen wird, verkündete der Berliner CSD e.V., seinen Sonderpreis für Zivilcourage an den Friedrichstadt-Palast zu verleihen. Die Verleihung erfolgt am 23. Juni auf der Bühne des CSD. Der Friedrichstadt-Palast hatte vor dem Hintergrund des Erlasses antischwuler Gesetze in St. Petersburg sowie der geplanten Ausdehnung auf ganz Russland im April erklärt, bis auf Weiteres nicht mit russischen Organisationen und Künstlern zusammenzuarbeiten. So wurden laufende Verhandlungen mit russischen Investoren abgebrochen, die die Erfolgsshow ‚Yma‘ nach Moskau bringen wollten und Anfragen zur Anmietung des Showpalastes für Gastspiele abgesagt. Solange diese Gesetze in Kraft sind, würden auch künftige Anfragen russischer Künstler und Organisationen abgesagt.

Dr. Berndt Schmidt, Intendant des Friedrichstadt-Palastes, betonte: „Wir unterscheiden deutlich zwischen Russland als Kulturnation und seinen Menschen – und dummer Politik. Dieser Boykott ist unsere stärkste Möglichkeit als Friedrichstadt-Palast, unsere Solidarität mit den homosexuellen und allen anderen aufgeklärten und toleranten Russinnen und Russen zu zeigen.“ Zur Auszeichnung des Hauses mit dem Zivilcouragepreis erklärte Schmidt: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung unseres Hauses, obwohl ich auch meinen würde, dass heutzutage eine klare Haltung gegen Diskriminierung kein Zeichen von Zivilcourage, sondern von guter Erziehung ist.“ Robert Kastl, Geschäftsführer des Berliner CSD e.V., erläutert die Vergabe: „Der Friedrichstadt-Palast hat eindrucksvoll gezeigt, was es bedeutet, bei Diskriminierung nicht wegzuschauen. Mit seiner Boykottaktion gegen die beschämenden und diskriminierenden russischen Gesetzen zeigt der Friedrichstadt-Palast öffentlich Haltung und dafür zollen wir mit dem Zivilcouragepreis des Berliner CSD unseren vollsten Respekt.“

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