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Barhocker – Malediva Premiere im TIPI am Kanzleramt

oder man muss die Eier schmieden, solange sie heiß sind…

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… oder wie hieß dieses dämliche Sprichwort, das besagt das nicht aller Tage abend ist?? Na egal.. als ich davon laß, das Malediva eine Auszeit nehmen, wurde mir ganz schummerich um die Pupille. Grund war, das kreative Auszeiten eigentlich immer eine längere Abstinenz von der Bühne bedeuten und ich konnte mir nicht vorstellen, eine Weihnacht zu begehen, ohne the Best of Malediva. Nun … das die beiden schon vorher wieder den Weg auf die Bretter der Welt finden würden, war mehr als eine gute Nachricht und auch wenn der Abend vor der Premiere der Geschwister Pfister eine komische Wahl war, so harrte ich der Dinge, die da kommen würden. Vorweg… was soll ich sagen… es war wie ein Schluck aus einer Flasche, eines sehr guten Rotweins, eines schweineteuren Reservas oder so, aber nicht etwa, wie auf dem Etikett empfohlen bei Raumtemperatur serviert, neee, nee, nee… eher  eiskalt. Denn eiskalt schmeckts am besten und eiskalt haben mich die Witze und die Lieder von der ersten Sekunde an bei den Eiern gepackt und mitgerissen. Ich entschuldige mal meine Ausdrucksweise aber das war LUSTIG, ZICKIG, GLAMOURÖS, TUFFIG, MUSIKALISCH, IMPROVISIERT und gerade weil an manchen Stellen ungescriptete Improvisation gelang – EINFACH WUNDERBAR!

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Wie eigentlich immer verzaubern Tetta und Lo durch die gnadenlose Aufarbeitung der Vergangenheit. Man könnte fast meinen es ist eine Art Kur, sich auf der Bühne den Stress aus der Seele zu performen, wenn da nicht… jaaaaa… wenn da nicht das berühmte Lampenfieber wär und der gnadenlose Wille zur Perfektion. Das kann einen schwer belasten und manchmal sogar fertig machen aber am heutigen Abend gelang es mit großer Leichtigkeit und den typischen Divacharme. Ich glaub man sagt, es flutschte. Konzept und roter Faden, Witz und Gesang – alles gelang.. ja selbst das Publikum steuerte einige wunderbare Slapstick Einlagen zur Show bei – gemeint sind choreografisch perfekt platzierte Nieser oder gut gemeinte Gesangseinlagen. Ich habe schon oft die drei Ausnahmetalente genossen … ach Moment.. heute waren es fünf – denn Malediva hat nun eine Band… und ich habe auch schon oft über die typischen Beziehungsklassiker gelacht… heute aber traf man die berühmte Aufarbeitung der eigenen „Ich kann nicht mehr“ Situation. Teta und Lo schaffen es, die „schweren“ Zeiten, die ein Leben leider mit sich bringt genussvoll zu verpacken. Man mag nicht fragen was an Entbehrung dahinterstand aber die Quintessenz dessen, ergab das wunderbare Programm „Barhocker“. Ein MUST-GO für alle stressgeplagten Menschen. Lachen soll bekanntlich Wunder bewirken und aus eigener Erfahrung kann ich heute sagen… nach einem wirklich harten und langen Tag haben MALEDIVA mir ein Stück weit Frieden gebracht. Einerseits weil ich soooooooo gelacht habe… andererseits weil mich viele der Lieder berührt haben.

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„Barhocker“ erzählt einerseits davon etwas im Leben zu verändern wenn es nicht mehr geht … andererseits ist das Vergangene nicht alles schlecht und manchmal… ja manchmal vielleicht sogar doch das richtige. Großartige freie Interpretationen von Song Klassikern der großen Katja Ebstein sind nur ein Grund sich das neue Programm im TIPI anzuschauen. Ein weiterer sind die kleinen Versprecher, die, wie mir Lo vertrauensvoll versicherte, nicht wirklich gescriptet sind. Ich wußte das gekonnte Improvisation immer die besten Ergebnisse hervorruft. Mit dem neuen Programm BARHOCKER ist es letztendlich wie mit einem guten Wein… je oller je doller. Danke Ihr beiden, das es Euch gibt – auch wenn ich mal wieder im stillen Kämmerlein heulen gehe, weil ich denke das ich gerademal 10% eurer Bühnenperformance habe… 🙂

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