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Ausstellung Peter Lindbergh „On Street“ im co Berlin

oder wer aufgibt hat schon verloren

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Milla Jovovich . Vogue Italy . Downtown, Los Angeles . USA . 2000 © Peter Lindbergh

C/O Berlin muss das Postfuhramt verlassen. Dies ist das Ergebnis des bevorstehenden Verkaufs der Immobilie an eine ausländische Investorengruppe und dennoch sieht es nicht so aus als wenn das etablierte Ausstellungshaus vor hat, das Handtuch zu werfen. Ganz im Gegenteil, c/o Berlin wird ab Freitag einen Meister der Mode-Fotografie mit einer eindrucksvollen Ausstellung zu Gast in ihren Noch-Ausstellungsräumen im Postfuhramt haben. Nach Nan Goldin, Bettina Rheims und Annie Leibovitz freu ich mich nun ganz besonders auf einen weiteren Meilenstein der Fotografie.

„Kraftvoll und fragil, gradlinig und verspielt, emanzipiert und sinnlich – Peter Lindberghs Fotografien sind weit mehr als ku?nstliche, unterku?hlte Modeaufnahmen. Hinter artifziellem Styling und Make-up wird in seinen melancholischen, ungescho?nten Bildern die Intimita?t und das Wesen der meist weiblichen Portra?tierten sichtbar. Ob Sharon Stone, Madonna, Linda Evangelista, Tatjana Patitz, Naomi Campbell, Jeanne Moreau, Pene?lope Cruz, Catherine Deneuve oder Uma Thurman – einfu?hlsam und reduziert spu?rt Peter Lindbergh das Individuum hinter dem Starkult in all seiner Sta?rke und zugleich Zerbrechlichkeit auf.

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Mariacarla Boscono . New York City . USA . 2008 © Peter Lindbergh

Natu?rlichkeit ist die Maxime von Peter Lindbergh. Er durchbricht die perfekte Ku?nstlichkeit der theatralisch u?berspitzen, gekonnt gelangweilten Modell-Pose und gibt so der Modefotografie eine neue Dynamik. Auch wenn er seine Fotografien detailliert inszeniert, erscheinen sie oft als zufa?llige Schnappschu?sse oder Reportageaufnahmen mit einer du?steren, fast surrealen Atmospha?re und puristischen A?sthetik. Peter Lindbergh verzichtet auf dominierende Hintergru?nde und u?berflu?ssiges Beiwerk und schafft so eine klare, expressive Bildsprache meist in feinen Schwarzweiß- To?nen. Er ist ein visueller Geschichtenerza?hler – seine Fotografien arrangiert er ha?ufig nach beru?hmten Filmszenen oder arbeitet mit fotografischen Zitaten, um die Perso?nlichkeit der Portra?tierten intensiver herauszuarbeiten. So ist fu?r Lindbergh Mode nur Anlass fu?r ein Bild oder Geschichte, um eine Lebenshaltung einzufangen, die jeweils dem Portra?tierten als ureigenste angeho?rt und zugleich beispielhaft ein Stu?ck Kulturgeschichte dokumentiert.

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Nina Burri . Vogue Germany . Berlin . Germany . 2009 © Peter Lindbergh

C/O Berlin pra?sentiert mehr als 120 Bilder und Filme aus dem Gesamtwerk von Peter Lindbergh – von seinen Klassikern und Ikonen der Modefotografie bis hin zur Berlin-Serie aus der Vogue von 2009. Die Ausstellung gliedert sich in drei Teile. Zum einen gibt es einen starken Bezug zu Berlin, da Peter Lindbergh seit u?ber 20 Jahren die Stadt und seine Bewohner fotografiert. Desweiteren setzt C/O Berlin zwei neue Serien erstmals in Beziehung – „On Street“ und „Looking At“. Sie thematiseren, wie stark Peter Lindbergh jeden Ort zum Studio machen kann. Dabei greift er auch auf die Urspu?nge der Fotografie zuru?ck, indem er den klassischen Entstehungsort fu?r Modefotos verla?ßt und das Chaos der Strasse fu?r seine Settings nutzt. Nichts la?ßt sich hier mehr bei den Shootings kalkulieren. Den dritten Teil bildet eine Auswahl von Fotografien, die der beru?hmte Ausstellungsmacher Klaus Honnef fu?r C/O Berlin getroffen hat. Wesentlicher Teil sind hier die fotografischen Ikonen, mit denen Peter Lindbergh bekannt geworden ist. Die Ausstellung gibt zudem anhand von Magazinen und Kontaktbo?gen sowie Filmdokumentationen Einblicke in die Arbeitsweise des Starfotografen.“ co-berlin.net

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