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A Lazy Summer Afternoon mit Mario Montez

oder früher war eben doch alles besser… 🙂

Es ist immer wieder ziemlich überraschend das man nie aufhört dazuzulernen. Da denkt man nun als aufgeschlossene Schreiberin sich mit der Materie Trans, Drag und Queer dauernd zu beschäftigen und auch die „Grand Dames“ der queeren Kultur zu kennen und dann wird man auf den letzten Teddy Awards eines anderen belehrt und steht ziemlich blöd da. Das schlimme daran ist das ich mir immer ein hohes Maß an Recherche auf die Fahne schreibe.. zumindest im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten und dann das. Ich steh vor einer Ikone der Drag Queens aus der Ära des Andy Warhol und muß mich aufklären lassen. Rosa von Praunheim hat in seiner Ansprache zu den 25. Jubiläums Teddy Awards 2011 das Wort „Schande“ benutzt… ich glaub ich muß mir das an dieser Stelle gefallen lassen.

Mario Montez gehört zu den ganz großen der vergangenen Zeit… ein Drag Superstar der Underground Szene – die Mutter aller Drag Queens… nur mal um so einige Zitate der Titel zu bringen die ich in den Medien finden konnte. Für über ein Dutzend Filme konnten Andy Warhol, Jack Smith und andere Filmemacher den Künstler Mario Montez zwischen 1960 bis ca. 1975 gewinnen, bevor es sehr still um die Ikone wurde. Spektakuläre Auftritte im Klassiker „THE QUEEN“ und Theater Engagements des „Theatre of the Ridiculous“ prägten eine Ära. Allerdings fand ich sogar schon „Beinah“-Nachrufe auf Mario Montez alias René Rivera. Wikipedia verrät dazu das ein ganz bürgerlicher Beruf der Grund für die große Geheimhaltung war… hmmn… woher kenn ich das? Da stellt man sich doch echt die Frage, was passiert wenn ich mein Alter Ego einmotte? Wird mein Schaffen in der Versenkung verschwinden? Wird sich ein großer Filmemacher wie John Heys oder John Waters meiner erinnern? Ich denke wohl kaum. Denn trotz größter Anstrengung und vieler Termine auf wirklich PR-trächigen Veranstaltungen reicht es einfach nicht. Ist das sogenannte „Verkleiden“ überhaupt noch Kunst? Mittlerweile setzt sich doch „gefühlt“ jeder Zweite einen Kunstfiffi auf’n Kopp, malt sich ein paar Lippen und behauptet ein Facebook Star zu sein.

Dabei hat Mario Montez zu seiner Zeit eigentlich nicht viel anders gemacht als wir heute… Ok… es war eine andere Zeit. Die Welt war nicht so satt an „schrägen“ Dingen. Heute reicht es schon wenn man die 20 Uhr Tagesschau anschaltet… allein der politische Wahnsinn ist superschräg!! Wenn man besonders sein wollte, mußte man sich nicht immer wieder selbst neu erfinden wie Lady GaGa.. sondern es reichte Talent und Travestie. Tja… früher war eben doch alles besser. Mario Montez wurde für sein Lebenswerk mit einem Spezial Teddy geehrt und bekam von niemand geringerem als John Heys und Michael Bidner den Kurzfilm „A Lazy Summer Afternoon“ gewidmet. Danke dafür… nutzt Eure Smartphones um zu schauen wo und wann das Filmchen zu Euch ins Städtchen kommt, bewundert eine Ikone und denkt darüber nach warum ihr glaubt einzigartig zu sein… denn nur so wird man ein Superstar.

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2 COMMENTS
  1. Michael Bidner

    Schöner Artikel und liebevolle Hommage. Danke für die wichtigen Gedanken.

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