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9/11 – wo warst Du?

oder ohne wenn und aber…

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Am Tag an dem die Welt sich veränderte, befand ich mich gerade in einem kleinen Dorf im Norden Portugals namens Nazaré. Als das Handy klingelte war ich mir ziemlich sicher das es wieder beruflicher Natur sein müsse. Doch am anderen Ende befand sich mein Bruder der irgendwas von Terroranschlag und Flugzeugen erzählte. Die Erzählungen waren so unglaubwürdig das ich erst nach mehrmaligem Nachfragen begreifen konnte wovon er sprach. Wir versuchten irgendwo mehr Infos zu bekommen und fanden eine kleine typisch portugiesische Eckkneipe/Cafe in der sich schon eine Traube von Menschen um einen uralten Fernseher versammelt hatte. Alle waren völlig sprachlos und glotzten auf die Mattscheibe. Keiner konnten glauben was er da sah.

Noch brannten die Türme „nur“ und wir beschlossen den Trip abzubrechen und ins 40km entfernte Ferienhaus zurückzufahren. Während wir zum Auto liefen sahen wir auf den Bergen um Nazare die Wälder brennen. Eigentlich nichts wirklich ungewöhnliches, da es ein sehr heisser Sommer in Portugal war, doch in dieser Situation irgendwie wesentlich bedrohlicher. Der Rückweg schien endlos, da kein wirklicher Informationsfluss stattfand. Mein Portugiesisch ist lausig und IPhones gabs noch nicht. „Zuhause“ angekommen setzte sich die ganze Familie, im übrigen vier Generationen, vor die Röhre und waren alle ein zweites Mal komplett fassungslos als der erste Turm in sich zusammenfiel. Das portugiesische Fernsehen überschlug sich mit Terror-Meldungen und auch die nächsten Tage beherrschte die Mattscheibe den Alltag, an Urlaub war kaum mehr zu denken.
Natürlich hinterließ der 11.9. auch in Portugal Spuren. Der Lissaboner Flughafen wurde schwer bewacht, Armee und Polizei waren omipräsent. Niemals zuvor habe ich so viel bis an die Zähne bewaffnete Streitkräfte auf einem Flughafen gesehen, da wurde mir klar, die Welt hat sich verändert.

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Eine ganz harmlose Situation wurde plötzlich zu einem Aufreger. Ein arabisch-gläubiger Mensch der sich im Warteraum seinen Teppich ausrollte und ‚gen Mekka betete wurde plötzlich zum Gefahrengut deklariert. Alle und damit meine ich alle und schliesse mich nicht aus, hatten plötzlich ein sehr mulmiges Gefühl, mit einem Mann ins gleiche Flugzeug zu steigen, der lediglich seinem Glauben öffentlich auslebt. Natürlich ist nichts passiert aber die Ereignisse haben uns alle verändert und die Ironie der Geschichte war das eben dieser Mensch ein Nachbar meiner werten Mutter war und im schönen Neukölln eine Straße weiter wohnte… Die Welt ist ein Dorf.

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