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39. Berliner CSD feiert feucht fröhlich

oder eine bunte und wilde Wasserschlacht mit viel Inhalt


Irgendwie ist Berlin echt ein Garant für ein feuchtes Strassen-Abenteuer. Immer wenn in der Stadt die Regenbogenfahne gehißt wird, zieht mindestens ein Tiefdruckgebiet über die vielen hübsch gestylten Köpfe. In den 14 Jahren CSD, die ich jetzt erleben durfte, war ich mehr als die Hälfte am Ende ziemlich naß aber auch irgendwie glücklich :). Denn an diesem Tag wird die bunte Vielfalt zelebriert und selbst Menschen, die damit kaum in Berührung kommen (oder wollen) entlocken ihren versteinerten Gesichtszügen ein Lächeln. Immerhin. Nun stellen sich manche die Frage warum es den CSD überhaupt noch braucht – schließlich können ja jetzt ALLE ALLE heiraten aber solange „Schwule Sau“ als Schimpfwort gilt und Toleranz und Respekt oftmals noch Fremdworte sind, wird es den CSD geben MÜSSEN. Wie heißt es so schön… der stetige Tropfen höhlt die Holzbirne letztendlich doch irgendwann ;). Mittlerweile zum zweiten Mal hatte ich die Gelegenheit den anstrengenden Gewaltmarsch in hohen Schuhen durch gelegentliche Ruhepausen auf einem Wagen zu unterbrechen. Diesesmal wurde ich vom neuen „Frauensender“ TLC.de eingeladen und kann sagen.. ich war wirklich sehr gut aufgehoben.



Neben Erfrischungsgestränken, guter Musike und einem lustigen Interview mit Charlotte Würdig (ist wohl demnächst auf ww.tlc.de zu sehen) nahm ich mir aber die Freiheit 2/3 der Strecke zu laufen – zumindest bis der Regen kam. Und ich meine nicht den Nieselregen, den ich locker mit einem Schirm „wegtanzte“, sondern den Monsumregen, der alles und jeden komplett durchnässte, ausser man hatte ein überdachtes Plätzchen auf einem Wagen. Leider flohen viele Zuschauer ins Trockene und gerade die sonst so extrem volle Passage um den Nollendorfplatz ähnelte mehr einem CSD in Hamburg ;). Dennoch es war beeindruckend anzusehen wie viele der CSD Teilnehmer aus der Not eine Tugend machten und naß bis auf dem Schlüppi durch den Regen tanzten und „its raining men“ sangen :). Irgendwie traf Endzeitstimmung auf pure Lebensfreude und mündete in einem Feuerwerk der überschwänglichen Emotionen. Leider gab es auch Begegnungen der anderen Art. Irgendwie hatte eine Person auf unserem Wagen Schutz gesucht, die das mit der Bewußtseinserweiterung sehr wörtlich genommen hat. Wir haben nicht mehr rausgefunden was genau den Menschen umtrieb aber es war verstörend zu sehen womit man sich alles betäuben kann und vor allem bis zu welchem Maße….


Meine Präsenz auf dem CSD sollte planmäßig an der Siegessäule enden, da ein „Geburtstagskind“ auf mein Alter Ego, also den abgeschminkten Kerl wartete und das hatte natürlich Vorrang. Ich fand den Christopher Street Day in diesem Jahr politischer und auch spannend. Auch wenn an manchen Stellen der Eindruck einer Loveparade mitschwang so waren es die vielen Statements, die handgetragen oder per Truck den Menschen am Strassenrand zugetragen wurden. Es war die positiven Schwingungen die überall mitschwangen – es war einfach viel Liebe in der Luft. Und mit de Statement „Love is Love“ beende ich meinen kleinen Bericht zum 39. Berliner CSD.

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