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30 Jahre Teddy Awards – das Jubiläum in der Station Berlin

oder wenn die kleinen großen Bären Geburtstag feiern…

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Immer wenn die große Berlinale kurz vor dem Finale steht und Dieter Kosslick die goldenen und silbernen Bären verteilt, prämiert der Teddy Award die besten queeren Filme und hat sich im Laufe der letzten 30 Jahre zum wichtigsten queeren Filmpreis weltweit entwickelt. Es war deshalb nicht ungewöhnlich das gerade zu diesem Jubiläum wieder die gesamte bunte Familie ihre Aufwartung machte. Nun versuche ich seit einigen Jahren meinen kleinen Beitrag dazu beizutragen und unterstütze die Teddys als Mäzen. Komisches Wort aber es hilft zumal ich vor allem das Programm des letzten Jahres als wirklich bunt und schön empfand. Dazu gab es dann noch dieses wunderschöne Haus – die Komische Oper mit all ihrem Glanz und Glorie…

Die Station Berlin am Gleisdreieck hingegen hat diesen Charme leider nicht – obwohl ich sagen kann, das mir die diesjährige Ausstattung mit den Streetfood Wagen und hübschen Dekorationen, die von der Decke hingen, gut gefallen hat. Auch der Sichtschutz aus Strippen, auf denen die Sponsorenlogos gebeamt wurden, emfand ich mal als tolle Idee. Es ist eben eine Herausforderung mehr als 2000 Menschen zu empfangen und zu führen. Die Raumaufteilung war durchdacht und insofern hieß es nach Abgabe der Garderobe: auf ins Getümmel. Und das kann man wirklich wörtlich nehmen – vor allem meine bezaubernde Begleitung Lada Redstar hat mit ihrem unglaublichen Mermaidkostüm einige Kämpfe ausgestanden – dafür hat sie aber echten Hollywood Glanz in die Bude gebracht :). Ich muß vorweg schicken, das ich mich selten auf einer Teddy Award Feier so willkommen gefühlt habe, irgendwie hatte man das Gefühl jeden und jede zu kennen. Überall wurden Begrüßungsbussls verteilt und freundliche Menschen gratulierten zur Erscheinung.

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Zur Show muss ich leider festhalten, das mir ein wenig die bunte Sexiness vom letzten Jahr gefehlt hat, abgesehen davon, das ich lieber auf den gepolsterten Sesseln der Komischen Oper sitze, als auf den Plastikstühlen, deren Lehne null halt gibt und man gute 2 Stunden versucht seine Bandscheibe nicht zu überfordern. Prinzipiell spürte man nach gut einer Stunde eine gewisse Unruhe im riesigen Saal der Station Berlin, was leider wohl auch an dem etwas zähen Fluss des Abends lag. Ich genoß trotzdem James Grants tolles Video und vor allem den Gesang von Sharon Kovacs sehr und natürlich auch die kleine Artistikeinlage von meinen Lieblingsartisten von Base Berlin. Schwierig waren die riesigen Screens, die leider bis zum Boden gingen und quasi nie in Gänze wahrgenommen wurden. Das dann auch noch Untertitel fast ausschließlich im unteren Bereich eingeblendet wurden, war weniger intelligent gelöst und ließ die hinteren Reihen vergeblich suchen. Jochen Schropp schüttelte die Moderation zwar einmal mehr sehr charmant aus dem Ärmel, ließ aber kurz vor Schluß die Zügel aus den Händen gleiten. Ich glaube, er spürte die Unruhe und wollte lediglich auf das letzte musikalische Highlight hinweisen, statt dessen verstanden die Leute den Musikbeitrag als offiziellen Rausschmeisser. Nach knapp vier Minuten saß hinter mir weit und breit kein Gast mehr… 😉 … Das wiederum muß für den laufenden Livegig ein Horror gewesen sein. Ich stell mir vor wie ich mich fühlen würde, wenn mitten in meinem Beitrag auf einer großen Bühne plötzlich alle aufstehen und gehen… *WorstCaseSzenario*… aber so spielt das Leben manchmal. Das es im Anschluß noch eine musikalische Untermalung gab war nach dieser Ohrfeige wohl purer Zufall – denn genau der Abschlußakt sollte die Aftershow ebenfalls bespielen. Ich glaube hier hätte man eine bessere Grenze ziehen müssen.

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Der wichtigste Teddy Award ging für mich an die Produzentin Christine Vachon. Mit so berauschenden Filmen wie „Hedwig And the Angry Inch“, „Velvet Goldmine“, „Boys dont cry“, „I’m Not There“ oder aktuell „Carol“ mit Cate Blanchett hat sie mir persönlich einige Tränchen und sehr viel Emotionen abgerungen. Danke dafür und bitteschön für die Standing Ovations. 🙂

Die Teddys sind wichtig und werden unglücklicherweise jedes Jahr immer wichtiger, denn solange eine Mehrheit es nicht versteht mit Minderheiten umzugehen, solange braucht es Menschen wie Wieland Speck, dem Gründungsmitglied dieses Preises. PS. Allett Juuuute oller Bär…

 

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