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29. Queere Filmpreis Teddy Award ehrt Udo Kier

oder Shut up Haters

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Der queere Filmpreis ist für mich immer der Abschluß der Berlinale und damit der Abschied vom Travestie-Marathon. Es ist schon ein wenig belastend bis zu vier mal die Woche eine zweite Haut überzuziehen und dennoch – ich habe es dieses Jahr nicht bereut. Neben wunderbaren Smalltalks, einigen prominenten Selfie und tollen Gesprächen gibt es einige spannende Projekte für die Zukunft. Ick freu mir dollstens… und werde wohl hier davon berichten. Anyway … der Teddy Award ist seit zwei Jahren zu Gast in der Komischen Oper Berlin und das passt einfach mal wie Arsch auf Eimer :). Doch bevor ich in das ehrwürdige Haus an der Behrenstrasse eintreten durfte – musste bzw. wollte ich meine diesjährige Begleitung abholen und verlor beinahe meine Sinne. Ein Besuch bei Lada Redstar ähnelt einem Trip ins Wunderland von Alice. Wenn man ihr Souterrain in Kreuzberg betritt fühlt man sich unweigerlich wie in Hollywood – nicht mal die Behausung der 20ties Stilikone und Gründerin der bekannten Boheme Sauvage Parties Else Edelstahl kann da mithalten 🙂 … obwohl man bei ihr auch schon eine Reise in die 20ties durchlebt. Doch in der Burlesque-Ausnahmekünstlerin  lebt einfach eine der Diven, der wunderschönen Glamourzeit von Hollywood weiter – soviel ist sicher. Nur schwer konnte ich mich losreissen und wir kamen somit auch ein Tick zu spät zum Meet&Greet….

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Das erste was Lada auffiel war die Tatsache, das wir offensichtlich maximal overdressed zur Gala erschienen, denn auch an diesem Abend gab die Farbe Schwarz den Ton an – dabei bin ich mir nicht mal sicher ob schwarz überhaupt als Farbe bist aber egal… Die Vorsäale waren aus meiner Sicht auf jeden Fall von zu wenig Farbtupfen übersäht. Dann begann die Verleihung, die wie gewohnt von Jochen Schropp moderiert wurde. Bevor allerdings der Moderator die 29. Teddy Awards eröffnen konnte – entzückten Tänzer aus dem Ensemble der Komischen Oper mit einer schnuckeligen Boylesque Performance. Der Abend ging schonmal gut los. In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Ungereimtheiten im Ablauf – und dieser Tradition folgte Jochen Schropp auch in diesem Jahr :). Letztendlich störte das den Ablauf aber  nur wenig und machte den Abend sogar irgendwie sympatischer – schließlich kennt man ja seine Pappenheimer ;). Natürlich durfte die Ansprache des Regierenden — upppss…. sorry.. des Ex-Regierenden nicht fehlen. Ohne Klaus wäre der Teddy irgendwie nicht vollständig finde ich … und einen trockengepuderten Michael Müller brauch ich da jetzt nicht wirklich.

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Neben den mir bekannten Fahrradartisten Felix und Flow und Preisvergaben in den Kategorien „Best Short Film“, „Best Feature Film“ usw. gabs natürlich auch Gesang. Und was für einen Gesang. Einmal mehr zauberte Katharine Mehrling einen kleinen Ausschnitt des Ball im Savoys auf die Bühne und in der wunderbaren Kulisse von Clivia, aber auch die Ex-Lebensgefährtin von Rainer Werner Fassbinder Ingrid Caven sang… bzw.. nee.. moment schrie… oder erzählte… mnnhh… ach was weiß ich denn. Es ist mir bewußt, das diese Frau in den 70zigern und 80zigern einiges an Kultur geleistet hat aber vollkommen extrovertiert über die Bühne zu staksen und den Tänzern einfach mal die kalte Schulter zu zeigen, nachweislich entgegen jede Absprache, fällt einfach auf und sieht auch blöde aus. Vom Ton mal ganz abgesehen – denn davon traf sie wenig. Das es Menschen gab, die diese Leistung als herausragend beklatschten entzog sich irgenwie meinem Gespür für das Schöne. Schön dagegen war die sehr private Laudatio von Nicolette Krebitz und der Videoeinspieler – die dem einmaligen Udo Kier gewidmet waren. Udo war wohl damals der erste Promi, den ich vor ca. 9 Jahren in einem Club in Berlin treffen durfte… Schon damals war der Mann mir sehr sympatisch. Herzlichen Glückwunsch Dir und natürlich auch allen Gewinnern des kleinen auf dem Stein hockenden Bären. Das dieser Award noch immer von größter Wichtigkeit ist und Signale in die Welt hinaus funkt betonte auch Wieland Speck nochmal mit Nachdruck. Aber auch die vielen Filmbeiträge des diesjährigen Teddy Awards zeigen das unmissverständlich. Messerscharf und ohne zu beschönigen berichten sie, wie priviligiert wir in Deutschland sind, trotz Schranken und Anfeindungen. Weltweit dürfen Menschenrechte nicht weiter mit Todesstrafen und Verfolgungen geahndet werden und Ausgrenzungen und Hass gehören in keine zivilisierte Gesellschaft. Filme legen als Zeitzeugen den Daumen in die Wunde und rütteln weiter an dem kranken Gerüst dieser Welt.

Die Pre-Aftershow Party in der Komischen Oper – offiziell gabs ja auch noch die von Gloria Viagra im SchwuZ – lief ohne großes Spektakel vor sich hin und erst als eine Hollywood Diva das Tanzbein schwang wachte der ein oder andere auf 😉 … Danke Lada, das dein Hollywood Glamour auf die Menschen abfärbt und sie inspiriert – ich freu mich schon auf die 30. Verleihung.

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