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15 Jahre Berliner Queerkultur im Irrenhouse

oder eine Gläserne Hochzeit der Superlative

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Vieles begann für mich im Geburtstagsclub. Es war wie mein queeres Zuhause. Einmal im Monat wurde dort ein Event gefeiert, den es so nirgends in Deutschland gab – quasi ein Familientreffen. Schräg, pornös, schmutzig, verschwitzt und unglaublich lustig. Das Irrenhouse hatte Kultur.. nein moment.. prägt(e) Kultur. Im alten Geburtstagsclub am Friedrichshain hab ich mich immer – ja man kann sagen bis zuletzt – sehr wohl gefühlt. Egal ob auf oder vor der Bühne. Unzählige Transvestitenshows durfte ich auf den damaligen sozialen Netzwerken verteilen und dokumentieren. Selbst nachdem Youtube mir eines Tages mein Account gekillt hat, konnte ich nicht aufhören diese Kunst der Berliner Subkultur festzuhalten mit so Namen, die die heutige mehr oder weniger internationale Berliner „Drag“-Szene gar nicht mehr kennt, unter ihnen Polla, Tatyana oder Kasper… Berlin erschafft und Berlin vergisst. Meine Kolumne ist da wesentlich stabiler 🙂 (.. einige Performances findet ihr HIER)

Heute bin ich seltener im Irrenhouse, aber wenn, dann fühle ich mich willkommen – uns verbindet zwar keine innige Freundschaft, aber ich glaube, die nötige Portion Respekt vor dem Schaffen des anderen. Das Irrenhouse hat für mich sentimentalen Wert – doch durch so unglaublich tolle Charaktere wie Yoko Koma oder Baby Jane bleibt das Irrenhouse ein sehenswertes Spektakel. Natürlich jibbs noch immer die bunte Transenshow featuring Nina Queer. Es ist weniger „Familie“ und mehr Touristen und wahrschlich bin ich auch etwas aus dem Stöckel herausgewachsen (das klingt jetzt „senil“ – ich würde es aber eher „optimiert“ nennen) Ich hab gerade mal geschaut und musste feststellen das ich 2015 noch gar nicht im Club Comet war…. egal… zum 15jährigem Jubiläum vom Irrenhouse werde ich erscheinen… Wer auch immer mit Nina Queer irgendwann mal Streit hatte muss ihr dennoch dieses erfolgreiche Konzept – das schon fast missionarisch ist – hoch anrechnen. Ihre Party ist auch heute noch ein Brutkasten der kommenden Zweithaarenthusiasten. Man braucht eine Menge Arsch in der Hose um so ein Partyreihe über so viele Jahre am Leben zu halten – denn wir sind die Hauptstadt – ein riesiger Kessel Buntes – mit nahezu 3000 Events am TAG. Ich meine ich habe unzählige Partykonzepte in meinen zehn/elf Jahren erlebt. Viele davon sind so schnell verschwunden wie sie gekommen sind… aber Nina Queers IRRENHOUSE einmal im Monat bleibt und das ist auch gut so.

An diesem Samstag feiert die Queen of Travestietrash ihre XXL Geburtstag. 15. Jahre müssen begossen werden und JEDER… der in Berlin mal eine wirklich schräge Sause erleben will sollte sich im COMET einfinden. Und als kleiner Insidertipp: versammelt Euch schon mindestens 20 – 30 Minuten VOR der Show an der Bühne, damit Euch die erste Reihe voller Konfetti, Luftschlagen, Wasser, Mehl und was weiß ich gewiß ist. Denn nur wer geteert und gefedert wurde hat wirklich bei NINA Queers IRRENHOUSE gefeiert! Das besondere diesmal ist die doppelte Größe, mehr Dancefloors, mehr Auswahl, mehr Spaß. Dazu 100 Meter Tortenbuffet, GRILL&CHILL im Garten XXL mit 2 POOLS und Federball, SPORT-LOUNGE mit Tischtennis und Kickern, GLÜCKSRAD powered by „TIPI am Kanzleramt” und “Bar Jeder Vernunft”, Grosse Lotterie mit 15 tollen Preisen, Polysexueller Darkroom XXL und vieles vieles mehr….

 

 

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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