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14. Künstler gegen AIDS Gala 2014

oder der wohl größte Auflauf von Verkleidungskünstlern ever …

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Ich bin mir nicht sicher was mir mehr Angst gemacht hat – die Frage einer Journalistin, warum ich mich gerade zu diesem Termin so rausgeputzt habe („oh wie gut das sie nicht weiß das ich Fashionstilzchen heiß“) oder das es mir nix ausgemacht hat, das Discolegende Amanda Lear im Vollplayback über die Bühne stöckelte? Ersteres hab ich der Dame hoffentlich verständlich dargelegt und ich meine, das wirkliche Alter von Frau Lear steht ja in den Sternen, „abgeliefert“ hat sie auf der Bühne aber trotzdem und das im hautengen halbtransparenten Nichts. Auch wenn man die vielen OPs nicht wegdiskutieren kann, wie bei vielen der Anwesenden übrigens ;), es war trotzdem unterhaltsam was ich sah und aus der Ferne wirklich beachtlich. Und alles andere war da zweitrangig! Chapeau.

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Dagegen war ich wenig berührt über das schlecht choreografierte Rumgehoppel der Mamma Mia Sängerinnen, von denen mindestens zwei einen guten Stylisten nötig hatten. Im Grunde war die ganze Show von Höhen und Tiefen geprägt. Die angekündigte Tiefe der Texte von Friedrich Liechtenstein blieben mir genauso verborgen wie die Begeistung für den Sprechgesang von Klaus Hoffmann. Doch dafür gab es eine wachrüttelnde Performance der genialen Blitzkids MVT und eine traumhafte Gesangsdarbietung von Ikenna! Schon wieder 🙂 … Allein das Kleid war so unglaublich melodiös, das man im Saal dahinschmelzen wollte. Im übrigen gibt es 2015 eine Soloshow im Wintergarten… Für Artistik durfte am vergangenen Montag der wunderbare Mirko Köckenberger herhalten, den ich schon mehrfach bewundern durfte und der mal wieder auf dem Punkt mit verschmitzten Lächeln begeisterte.

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Wunderbarer Gaultier !! Im Gegensatz zu Fr. Lear badete er in der Menge ohne Scheu…

Ausserdem hatte ich das Gefühl, das die Summe der Einnahmen des Charity Events gesunken war (zb. 2009 oder 2010) – wäre da nicht MAC Cosmetics mit zusätzlichen 100.000 Dollar eingesprungen. Und dieser Betrag ist nur ein Bruchteil der Einnahmen, die durch den Verkauf einer Sorte Lippenstifte erwirtschaftet wurde… da sag ick mal : Rote Lippen sollte man küssen – immer und immer wieder :). Interessant fand ich auch den Einmarsch des (noch) Regierenden – der von Standing Ovations begleitet wurde, OHNE das Klaus Wowereit nur ein Wort sagen musste. Was er als Schirmherr dann allerdings sagte klang vertraut und erinnerte nocheinmal daran, warum wir alle an diesem Abend zusammengekommen waren. Leider schien ein Teil der Anwesenden schon kurz nach bzw. sogar teilweise kurz vor der Show DAS schon wieder vergessen zu haben. Quasi bei der Übergabe der Blumen an die Künstler wurde der Saal verlassen. Hier ging es wie leider sehr oft NUR um die Kompensation des investierten Geldes. Ich sah Menschen und Kollegen teilweise mit drei Tellern gleichzeitig balancieren um bloß keine kulinarische Herausforderung von Culpeppers zu verpassen. Ich glaube ich hatte es gerade zur Saalmitte geschafft und fand mich schon in einem Meer voller abgegessener Teller… natürlich… war ja auch UMSONST und nicht DRAUSSEN 😉 … während es an der Bar dafür weniger betriebsam abging, weil man ja dort bezahlen musste. Verdrehte Welt.

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Doch nochmal zurück zur Show. Ich vergaß das geniale Lichtdesign zu erwähnen. Erst seit meiner Vaudeville Variety Show weiß ich wie aufwendig eine halbwegs gute Beleuchtung sein kann. Denn ohne diese grandiose Inszenierung hätten auch Maren Kroymann und Franz Dinda, den ich bis dato im übrigen gar nicht kannte, ziemlich verloren gewirkt. Nun…. Stand-Up Comedians werden die beiden wohl nicht mehr.. dafür gelang ihnen aber ein schönes gesangliches Duett als Auftakt. Zur Aftershow durfte im gewohnten Rhythmus zu Ades Zabel und Biggy van Blonds Platten getanzt werden während in der Piano Lounge das Gesangsprogramm weiter ging… und zwischendurch… tja… da schlenderte ich durch die wunderschönen Hallen des Theater des Westens und genoss eine beschwingte Atmosphäre trotz des schwermütigen Themas. Obwohl bessere Medikamente einem HIV Erkrankten beinahe ein „normales“ Leben ermöglichen bleibt die gesellschaftliche Ausgrenzung. Wie üblich! … irgendwie ist an den meisten Barrieren immer die Gesellschaft schuld. Kann man die eigentlich auch per Dekret abschaffen? Wäre doch mal zu überlegen… ein Planet ohne Zwänge und Vorurteile. OK… ich bleib mal sachlich, denn daran ist wohl zu meinen Lebzeiten nicht zu denken.. was bleibt.. weiter Flagge zeigen, aufklären und unterstützen und vor allem NICHT WEGSEHEN !!

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