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„Wohin auch immer“: Cirque du soleil zeigt Varekai

oder eine Empfehlung die ich einfach mal unzensiert hier publiziere 🙂

Immer öfter dürfen ausgewählte Nachwuchsschreiber(innen) hier auf meinem Blog ihr Entzücken über ein Erlebnis der besonderen Art kundtun. Diesmal möchte ich Toni B. zu Wort kommen lassen. Seine Facebook Kommentare zu diesen Erlebnis waren so emotional, das ich ihm diesen Freiraum hier einräumen mußte. Auf meiner ewigen Partnersuche, die für mich nach besonderen Erlebnissen und Menschen Ausschau halten, kann ich nicht überall sein.. leider.. daher wird immer öfters mal wieder ein Fremderlebnis hier gepostet. Also viel Spaß bei VAREKAI gesehen von Toni… bissl neidisch bin ick ja schon *lol*

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©
Tomas Muscionico | Varekai

Der berühmte Cirque du soleil aus Kanada hatte sich mir bereits vor vielen Wochen eher zufällig als fahrende Werbung auf einem Bus angekündigt und ich war hoch erfreut, dass er nach langer Zeit wieder einmal ein Gastspiel in Köln geben würde. Vor ein paar Tagen war es endlich soweit und ich durfte in die mystische Welt des „Zirkus der Sonne“ eintauchen. Etwas Magisches strahlt der Cirque du soleil bereits von Außen aus, wenn man sich dem großen weißen Zelt nähert und (wie ich) eigentlich noch gar nicht weiß was einen erwartet.

Im weiträumigen Vorzelt wird man neben den üblichen Getränken und Snacks von einem Merchandiseangebot, was ich in dieser Form vorher noch nicht gesehen habe, überrascht. Es gibt sozusagen alles was ein Fan des Cirque du soleil sich wahrscheinlich wünscht. Spätestens hier wird einem klar, dass es sich nicht um irgendeinen Zirkus handelt, sondern um einen Besonderen. Hat man einen der acht Eingänge passiert, taucht man langsam in die Welt des Cirque du soleil ein. Man findet sich wieder, unter der riesigen Kuppel des „Grand Chapiteau“, welches von Innen in nachtblaue Dunkelheit gehüllt wird.

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© Tomas Muscionico | Varekai

Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, war noch etwas Zeit die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Mit  Spannung und Vorfreude erwartete ich den Beginn der Show und schon während des Wartens wurde mir bewusst, dass das keine Show der herkömmlichen Art wird. Den Bühneneingang bildete eine Kulisse aus Eisenstangen die hoch in den Himmel des Zeltes hinaufragten. Dazwischen ein Gang, durch den die Artisten auf die Bühne gelangen konnten.

Seitlich dieser Konstruktion, die etwas Waldartiges hatte, führte ein Treppenwirrwarr hoch unter das Dach des großen Zeltes, hinauf bis unter den höchsten Punkt der Kuppel und kündigte bereits hier Großes an. Da die Szenerie schon hier so perfekt dargestellt wurde, gab es kaum noch einen Zweifel daran, dass es nur noch bombastischer werden kann. Entsprechende Wald-Geräusche taten ihr Übriges und vervollständigten das audio-visuelle Erlebnis.

Etwas 5 Minuten bevor die Vorstellung begann, bahnten sich nun langsam die Fantasiegestalten den Weg auf die Bühne. Der Wald wurde lebendig und offenbarte uns eine Vielfalt mystischer Lebewesen, wie wir sie nur aus Märchen oder Sagen kennen. Feenartige Gestalten, aber auch vermeintliche Insekten und Gnome gaben sich ein Stelldichein und die Geschichte konnte beginnen.

Es begann die Reise von Ikarus, der während des Fluges mit künstlichen Flügeln die Sonne berührt und vom Himmel in die fantastische Welt von „Varekai“ fällt. „Varekai“ bedeutet in der Sprache der Roma „Wohin auch immer“. Diese Frage spielt während der Vorstellung  eine tragende Rolle, denn beäugt von all den Fabelwesen entdeckt Ikarus wo er sich befindet und begibt sich ängstlich und unsicher auf die Suche nach einer möglichen Wiedergeburt.

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© Rick Diamond

Das wundersame Abenteuer in einer Welt voller magischer Begegnungen hatte unaufhaltsam begonnen und ich selbst kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Gänsehaut macht sich während der gesamten Vorstellung immer wieder bemerkbar und alles ging so schnell, dass ich gar nicht wusste, wo ich zuerst hinschauen sollte. Es eröffnete sich ein Meer von Licht und Farben. Beides im wunderbaren Einklang mit den ebenso fantasievollen Kostümen wo die Liebe zum Detail ganz groß geschrieben wird. Beides sind klassische Elemente des Cirque du soleil, ebenso die Akrobatik die die gesamte Show immer wieder für sich einnimmt und welche perfekt in die Szenerie eingearbeitet wurde. Die Macher der Show haben offensichtlich weder Kosten noch Mühen gescheut, den Zuschauern etwas zu bieten, das sie wie es mir ging, vorher in dieser Form noch nie gesehen haben.

Die Atmosphäre unter der Kuppel des großen weißen Zeltes ist kaum in Worte zu fassen und man sollte sie schlicht selbst genießen um wirklich verinnerlichen zu können, was diesen Zirkus ausmacht. Ich selbst bin noch immer überwältigt von all dem was ich erleben durfte. Ich kann nur jedem der sich dafür interessiert wärmstens empfehlen, selbst eine Vorstellung zu besuchen. In Köln ist das noch bis 6. Juni möglich, danach verabschiedet sich der Cirque du soleil nach Frankfurt am Main. Für alle Berliner gibt es im September die Möglichkeit eine „Cirque-Erfahrung“ zu machen. In der O2-World gastiert dann die Arenenproduktion „Saltimbanco“, welche bereits riesige Erfolge feiern durfte, nun nach langer Zeit wieder in Europa und auch in Deutschland gastiert und die „Varekai“ wahrscheinlich in nichts nachsteht. Die Preise mögen den einen oder anderen erstmal abschrecken, aber ich kann nur sagen: Investiert diesen Preis einmal und überzeugt euch von wirklich großartiger Kunst. Ihr werdet es nicht bereuen.

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